Angst vor Verschmutzung: Brauereien warnen vor Fracking

Angst vor Verschmutzung: Brauereien warnen vor Fracking

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Ozapft is! Die Brauereien stemmen sich gegen die Fördermethode Fracking. Dabei werden tiefliegende Schiefgasschickten angezapft und Chemikalien in die Erde gepresst, um das Erdgas and die Oberfläche zu drücken.

von Rebecca Eisert und Benjamin Reuter

Kritiker mahnen schon lange, dass Fracking das Grundwasser verschmutzen könne. Jetzt ruft die neue Methode zur Erdgasförderung auch die deutschen Brauer auf den Plan. In einem Brandbrief warnen sie die Bundesregierung.

Bisher gibt es keine klare rechtliche Handhabe für das Fracking - die sogenannte Schiefergasförderung. Länder und Kommunen pochen auf eine bundesweite Regelung. In die Diskussion um die Gefahren der Technik, bei der Chemikalien in tiefe Gesteinsschichten gepumpt werden, um Erdgas zu fördern, schalten sich nun auch der Deutsche Brauer-Bund ein. Sprecher Marc-Oliver Huhnholz: "Wir möchten nicht als Traditionalisten verstanden werden, die sich gegen jeden technischen Fortschritt stellen, aber wir müssen auch auf die Gefahren für unsere Branchen hinweisen." Bisher seien die Brauer nämlich nicht in die Diskussion eingebunden worden, kritisiert Huhnholz.

Reinheitsgebot in Gefahr

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Wasser ist für die Brauer nicht weniger wichtig als Zutaten wie Hopfen und Malz. "Der Geschmack des Trinkwassers ist auch maßgeblich für den Geschmack des Bieres", betont Huhnholz. Die BILD-Zeitung, der der Brief vorliegt, zitiert daraus Verbandschef Peter Hahn mit den Worten, die bisherigen Vorgaben zur Trinkwassersicherheit „reichen nicht aus, um den Anforderungen an das Reinheitsgebot für Bier Rechnung zu tragen." Viele Brauereien unterhalten eigene Brunnen und befürchten, dass in der Nähe ihrer Quellen gefrackt werden könnte. Nach dem Gesetzentwurf, auf den sich Union und FDP vor wenigen Tagen geeinigt haben, sollen nämlich nur ganz wenige Gebiete in Deutschland von der Erdgasgewinnung aus Schiefergas ausgenommen werden.

Die wichtigsten Fragen Wie gefährlich ist Fracking wirklich?

Die Bundesregierung will die Schiefergasförderung in Deutschland erlauben. Wie gefährlich ist das Verfahren wirklich?

Quelle: dpa

Auf Drängen der baden-württembergischen Union wurde von der Koalitionsarbeitsgruppe Fracking ein „Lex Bodensee“ aufgenommen, damit Trinkwassergewinnungs-Gebiete besser geschützt werden. Neben Wasserschutzgebieten soll ein Verbot auch für Gebiete gelten, „aus denen über oberirdische Gewässer der gesamte Oberflächenfluss in einen See gelangt, aus dem unmittelbar Trinkwasser für die öffentliche Wasserversorgung gewonnen wird“, erklärte die umweltpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, Marie-Luise Dött.

Ein Verbot auch für die sogenannten Trinkwassereinzugsgebiete von Talsperren ging der FDP aber zu weit. Kritiker der Technik fürchten durch den Einsatz von Chemikalien eine Verseuchung des Trinkwassers. Brauer-Bund-Sprecher Huhnholz: "Noch kann keiner sagen, was genau bei der Technik aus den Gesteinsschichten gespült wird. Es müssen ja nicht einmal Chemikalien sein, auch alle möglichen anderen Stoffe können den einzigartigen Geschmack des verwendeten Trinkwasser nachhaltig verändern." Die Brauereien fordern daher weitere wissenschaftliche Untersuchungen, bevor eines Tages tatsächlich Fracking in der Nähe eines Brauerei-Brunnens möglich wird.

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