Apple : Die Kunst des Weglassens

Apple : Die Kunst des Weglassens

von Matthias Hohensee

Mit dem Tod von Steve Jobs endete eine Ära. Doch seine Legende wird noch lange die Marke prägen. Bei den Produktmarken setzt sich Apple durch.

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Steve Jobs wird noch lange das Unternehmen Apple prägen.

Jeder Journalist weiß: Apple ist immer für eine Schlagzeile gut. Nicht wegen skandalöser Geschehnisse, sondern weil sich Menschen weltweit für fast alles aus dem Hause des verschwiegenen Konzerns aus Kalifornien brennend interessieren. Acht der zehn meistgelesenen Unternehmensgeschichten auf der Internetseite der US-Wirtschaftszeitung „Wall Street Journal“ drehten sich 2011 um Apple – vor allem um den Rücktritt und frühen Tod seines Gründers und langjährigen Chefs Steve Jobs.

Das Interesse an Apple ist mit Jobs’ Tod nicht erloschen. Derzeit wird heftig darüber spekuliert, wie womöglich die dritte Generation des Flachcomputers iPad aussehen wird, ob das iPhone 5 tatsächlich im Sommer das Licht der Welt erblickt und vor allem und schließlich, ob Apple seine i-Magie auf das Fernsehgerät ausweiten kann. „Die Marke Apple hat ihre Strahlkraft bewahrt, auch über den Tod ihres Schöpfers hinaus“, konstatiert Beobachter Gene Munster, Geschäftsführer der Investmentbank Piper Jaffray in San Francisco.

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Noch zehren die Nachfolger von Jobs’ Vermächtnis. Der soll seiner im vergangenen Herbst veröffentlichten Biografie zufolge sogar das Geheimnis geknackt haben, den Fernseher, jenen Alltagsgegenstand, der jedes Wohnzimmer ziert, endlich einfacher bedienbar zu machen. Schon jetzt ist klar: Auch Monate, ja Jahre nach seinem Tod wird der Gründer die Marke Apple prägen. Noch immer ist die Erinnerung im Silicon Valley an ihn gegenwärtig. Am sechsten Juni 2011 hatte der an Krebs erkrankte Jobs alle Kraft zusammengerafft, um im Moscone Konferenzzentrum in der Innenstadt von San Francisco rund 6500 Programmierer von Unternehmen aus aller Welt persönlich zu begrüßen.

Wie zum Trotz röhrte James Browns „I feel good“ aus den Lautsprechern, bevor das Publikum verstummte und Jobs unter Beifall mit langsamen Schritten die Bühne erklomm.

Die jährliche Entwicklerkonferenz, auch diesmal innerhalb von Stunden ausverkauft, bereitete ihm nach eigenem Bekunden am meisten Freude. Dort konnte er neue Software-Funktionen präsentieren, an die wiederum die Entwickler mit ihrer eigenen Kreativität andocken und so die Apple-Produkte noch interessanter machen konnten. „Wenn die Hardware Hirn und Sehne von Apple-Produkten sind“, formulierte der sichtlich geschwächte Unternehmer, „dann ist die Software ihre Seele.“

Es sollte sein letzter öffentlicher Auftritt vor der Apple-Fangemeinde sein. Mitte August trat Jobs als Vorstandsvorsitzender von Apple zurück und übergab die Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger und Vertrauten Tim Cook. Am 5. Oktober starb Jobs im Alter von nur 56 Jahren. Nur Stunden später säumten ein wahres Meer aus Blumen, Trauerkarten und brennenden Kerzen nicht nur den Gehsteig vor seinem Haus in Palo Alto, sondern auch viele der Apple Stores weltweit.

Es war nicht nur die kollektive Trauer über den frühen Tod des Chefkreativen, sondern auch der Gedanke daran, was der perfektionistische Workaholic der Welt nach dem grafisch geprägten Heimcomputer, nach iPod, iPhone und iPad der Welt noch alles hätte bescheren können – mit seiner Gabe, komplexe Produkte zu ersinnen und sie zugleich in eine minimalistisch anmutende elegante Hülle zu packen.

Die Ära Jobs

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