Arbeitsbedingungen: Zalando-Mitarbeiter klagen über hohen Druck

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Arbeitsbedingungen: Zalando-Mitarbeiter klagen über hohen Druck

Stress, Kontrollen, hoher Leistungsdruck - die Arbeitsbedingungen bei Versandhändlern stehen in der Kritik. Eine Untersuchung zeigt: Zalando-Mitarbeiter gehen auch krank zur Arbeit.

Der Druck ist enorm, und lange wollen das die wenigsten aushalten: Laut einer Umfrage der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi leiden viele Zalando-Mitarbeiter unter den Arbeitsbedingungen. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf eine Verdi-Erhebung unter den Mitarbeitern des Zalando-Warenlagers in Erfurt.

Drei Viertel der befragten Mitarbeiter berichteten von hohem bis sehr hohem Arbeitsdruck. Jeder Dritte gab an, auch schon krank zur Arbeit gegangen zu sein. Erfurt ist der größte Logistikstandort von Zalando. Dort arbeiten 2000 Menschen.

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Das Unternehmen war wegen der Arbeitsbedingungen wiederholt in die Kritik geraten. Die Beschäftigten klagen über Kontrollen und hohen Leistungsdruck. Falle ein Mitarbeiter als zu langsam auf, werde sein Tempo genau überwacht, hatte der "Spiegel" bereits im Oktober berichtet.

Same-Day-Delivery Zalando - wie schnell ist schnell genug?

Mit dem neuen Logistikzentrum in Erfurt baut Zalando seine Macht in Deutschland aus. Bis zur Bestellung und Lieferung am selben Tag ist der Weg allerdings noch weit. Und wie immer ist Amazon schon da.

Zalandos neues Logistikzentrum in Erfurt - Mit 120.000 Quadratmetern Fläche ist es nach Unternehmensangaben das größte Warenlager für Schuhe und Mode in Europa Quelle: dpa

Auch ein TV-Bericht des Privatsenders RTL hatte das Auslieferlager in Erfurt kritisch unter die Lupe genommen. Eine Journalistin hatte drei Monate lang mit versteckter Kamera in Erfurt recherchiert. Die Darstellung in dem Bericht sei einseitig und zum Teil falsch gewesen, weshalb nun ein Rechtsstreit laufe, sagte Vorstandsmitglied Rubin Ritter Anfang Mai bei der Vorstellung der Quartalszahlen. Ein Team des Unternehmens gehe aber allen Vorwürfen nach. Einige Details seien schon verbessert worden, so etwa mehr Sitzmöglichkeiten für die Lagerarbeiter, berichtete Ritter.

Kritik schadet Umsatzzahlen nicht

Auch der US-Konzern Amazon sieht sich immer wieder mit Kritik an Arbeitsbedingungen und Bezahlung in den Verteilerzentren konfrontiert. Dennoch scheint die Debatte den Unternehmen nicht zu schaden, denn sie dominieren den deutschen Online-Handel immer stärker. Zalando etwa plant noch in diesem Jahr seinen Börsengang. So soll das weiterhin starke Wachstum abgesichert werden. Die Berliner kommen 2013 nach Berechnungen des Instituts für Handelsforschung (IFH) auf 850 Millionen Euro Umsatz. Seit dem Jahr 2010 ist der Zalando-Umsatz nach demnach um mehr als 500 Prozent gestiegen.

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Der Modehändler kann aber wegen seiner Begrenzung auf Kleidung und Schuhe dennoch nicht mit Amazon mithalten: Der US-Konzern hat seinen Umsatz - auf deutlich höherem Niveau - in dieser Zeit fast verdoppelt. Der E-Commerce-Umsatz von Amazon in Deutschland kletterte im vergangenen Jahr auf 6,48 Milliarden Euro.

Damit ist das US-Unternehmen der Platzhirsch am Markt. Der Vorsprung vor dem zweitgrößten Anbieter, der Hamburger Otto-Gruppe, ist laut den IFH-Berechnungen in den vergangenen vier Jahren von 340 Millionen auf 4,2 Milliarden Euro gewachsen.

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