Arcandor-Prozess: Ex-Aufsichtsräte weisen Untreue-Vorwürfe zurück

Arcandor-Prozess: Ex-Aufsichtsräte weisen Untreue-Vorwürfe zurück

, aktualisiert 15. Mai 2017, 13:27 Uhr
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ARCHIV - Eines von wenigen Büros der Arcandor-Zentrale in Essen ist am 09.06.2009 nachts beleuchtet. Sechs Jahre nach der Pleite des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor fordert der Insolvenzverwalter Schadenersatz in Höhe von fast 100 Millionen Euro von den Wirtschaftsprüfungsgesellschaften des Konzerns. Insolvenzverwalter Hans-Gerd Jauch werfe den Beratungsgesellschaften KPMG und BDO vor, es 2008 pflichtwidrig unterlassen zu haben, den Konzern auf seine bereits damals bestehende Zahlungsunfähigkeit hinzuweisen, berichtete dessen Sprecher am Dienstag. Arcandor hatte erst Mitte 2009 Insolvenz angemeldet. Foto: Roland Weihrauch/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Quelle:Handelsblatt Online

Ex-Arcandor-Vorstand Thomas Middelhoff sitzt wieder auf der Anklagebank im Essener Landgericht – und mit ihm sechs weitere Beschuldigte. Zwei von ihnen haben nun ebenfalls den Vorwurf der Untreue zurückgewiesen.

EssenIm Essener Prozess gegen den früheren Top-Manager Thomas Middelhoff und sechs ehemalige Arcandor-Aufsichtsräte haben zwei weitere Angeklagte den Vorwurf der Untreue zurückgewiesen. Die Hauptverhandlung werde ergeben, dass die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft jeder Grundlage entbehrten, betonten die Verteidiger beider Aufsichtsräte am Montag - dem zweiten Verhandlungstag - in ihren Stellungnahmen zu den Anklagevorwürfen.

Die Bochumer Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität wirft dem ehemaligen Arcandor-Chef Middelhoff in dem Essener Verfahren Anstiftung zur Untreue vor. Den Aufsichtsratsmitgliedern legt sie Untreue zur Last. In dem Verfahren geht es um Erfolgsprämien in Höhe von 3,8 Millionen Euro, die der Aufsichtsrat noch wenige Monate vor der Pleite des Karstadt-Mutterkonzerns für Middelhoff und einen weiteren Manager bewilligte, obwohl es laut Anklage keinen Anspruch der Manager auf das Geld gab und der Konzern auch in Zukunft keine Vorteile durch die Zahlung zu erwarten hatte.

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Middelhoff hatte die Vorwürfe bereits am ersten Verhandlungstag zurückgewiesen. Am Montag betonte er vor Gericht in einer persönlichen Stellungnahme, dass bereits das erste Untreue-Verfahren bei dem er vor zweieinhalb Jahren zu drei Jahren Haft verurteilt wurde, zu einem Bruch in seinem Leben geführt habe. Schon durch die Ermittlungen und die breite Berichterstattung darüber habe er nicht mehr als Manager arbeiten können. Die Untersuchungshaft habe dann auch noch zum Ausbruch einer schweren Autoimmunerkrankung geführt, unter der er nach wie vor leide.

Für den Prozess sind insgesamt 34 Verhandlungstage bis zum 21. Dezember 2017 vorgesehen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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