Auto-Hersteller: Die gefühlige Kühlerhaube

Auto-Hersteller: Die gefühlige Kühlerhaube

, aktualisiert 26. November 2011, 17:28 Uhr
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Ein böser Blick in die Seele? Die Hersteller buhlen mit Form und Farbe um die Konsumenten.

von Carsten HerzQuelle:Handelsblatt Online

Sie gelten als Aushängeschilder und Stimmungstests: Auf zahlreichen großen Messen präsentieren die Auto-Produzenten ihre Neuheiten. Damit werben sie nicht nur um die Geldbörsen, sondern auch um das Herz der Kunden.

Frankfurt„Wer aufhört zu werben, um Geld zu sparen, kann ebenso seine Uhr anhalten, um Zeit zu sparen.“ Dieser Satz stammt von dem 1947 verstorbenen Henry Ford, Gründer des gleichnamigen US-Autokonzerns. Doch für die Automobilindustrie hat er bis heute Gültigkeit. Alle paar Monate trifft sich die Branche weltweit auf einer anderen großen Automesse, um ihre neuen Produkte vorzustellen. Und noch wichtiger: Um den Kunden zu erklären, warum sie diese kaufen sollen.

Es ist eine millionenschwere Materialschlacht um das Herz der Autofahrer, die mit ebenso großem Arbeitsaufwand wie Entschlossenheit geschlagen wird. Die Manager wissen, dass ihre chromblitzenden Produkte nicht allein über den Verstand verkauft werden, sondern zu einem guten Teil auch über das Gefühl.

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Optimismus auf Rädern: Jedes Jahr treffen sich die Automanager deshalb immer wieder an den selben Orten wie Genf, Peking, Tokio und im jährlichen Wechsel in Paris und Frankfurt – doch ihren Auftakt macht der Reigen jedes Jahr in der US-Autometropole Detroit.

Kaum ein wichtiger Automanager kann es sich leisten, Anfang des Jahres nicht in die Stadt im Bundesstaat Michigan zu kommen. Auf der größten Automesse der USA präsentieren in jedem Jahr in der zweiten und dritten Januarwoche die heimischen Automobilgiganten General Motors, Ford und Chrysler sowie praktisch alle großen ausländischen Hersteller und Zulieferer die neuesten Modelle und Produkte.

Die Wurzeln der Show in Detroit gehen auf das Jahr 1907 zurück, seit 1989 firmiert die Messe, die jährlich ausgerichtet wird, unter dem Namen „North American International Auto Show“. Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben der Veranstalter über 700.000 Besucher auf die Messe, die bis heute als wichtiges Stimmungsbarometer gilt.


Die USA gelten noch immer als das gelobte Land der Autowelt

Gerade für die Deutschen hat Detroit nach wie vor überragende Bedeutung. Zwar verloren die Vereinigten Staaten den Titel des weltgrößten Automarkts an China, doch in der Sichtweise der deutschen Hersteller ist hier immer noch das gelobte Land. Denn bislang ist der deutsche Anteil an den Verkäufen eher mickrig – die Luft nach oben entsprechend groß. In den vergangenen neun Monaten wurden in den USA insgesamt 9,5 Millionen Fahrzeuge verkauft – gerade einmal 750 000 Wagen oder acht Prozent trugen dabei ein Emblem eines deutschen Herstellers auf dem Kühlergrill. Vor allem VW sieht noch erhebliches Potenzial. Aber auch der koreanische Hersteller Hyundai sowie der angeschlagene Branchenriese Toyota wollen in den USA neue Kunden erobern.

Die Handwerker, die in Detroit die zum Teil zig Millionen Euro teuren Messestände abbauen, können wenige Wochen später in Europa schon wieder mit dem Aufbau beginnen. Denn der „Salon d'Automobile“ in der Schweizer Stadt Genf hat ebenfalls einen festen Platz in den Terminkalendern der Autobosse. Die Automesse, die deutlich kleiner als die übrigen großen Autoshows ist, eröffnet traditionell um den Märztermin herum das europäische Automesse-Jahr. Dank kurzer Wege und des überschaubaren Angebots ist die Show am Genfer See bei Branchenvertretern wie Autofans gleichermaßen beliebt.

Ungleich größer ist dagegen die Frankfurter Internationale Automobil Ausstellung (IAA), die wechselweise mit dem Pariser Autosalon alle zwei Jahre stattfindet. Die IAA ist die weltgrößte Automesse, die im Land der Erfinder des Automobils zuletzt sogar 928 000 Besucher anlockte.

Dennoch richtet sich der Blick der Automanager immer stärker nach Asien, wo die Branche in den nächsten Jahren die größten Zuwächse erwartet. Noch immer ist die Ende November beginnende „Tokyo Motor Show“ zwar die größte Pkw-Messe Asiens. Aber vor allem das Boomland China gewinnt zunehmend an Bedeutung. Seit 1990 findet die Auto China alle zwei Jahre auf dem Messegelände des China International Exhibition Center statt. Mit der wachsenden Bedeutung des chinesischen Automarkts steigt auch das internationale Interesse an dieser Messe. Das zeigen nicht nur die stetig steigenden Besucherzahlen – sondern auch die zunehmende Anzahl an Weltpremieren dort.

Quelle:  Handelsblatt Online
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