Automobil: BMW hängt die Konkurrenz ab

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Automobil: BMW hängt die Konkurrenz ab

von Franz W. Rother und Matthias Kamp

Der Automobilkonzern beweist mit seinen Investitionen in die Elektromobilität Innovationsstärke und unternehmerischen Mut.

Er wirkt ein bisschen eingequetscht hinter dem Lenkrad. Doch das tut seiner guten Laune keinen Abbruch: Mit einem Grinsen im Gesicht dreht Joschka Fischer eine Runde durchs herbstliche Leipzig. „Wunderschönes Fahrgefühl“, schwärmt der ehemalige Bundesaußenminister, Grünen-Ikone und Ex-Taxifahrer in einem BMW-Werbevideo über seine Jungfernfahrt mit dem i3. „Ich bin beeindruckt.“

Fischer ist einer der ersten Käufer des BMW-Elektroautos – eines von rund 700 Exemplaren, das BMW laut dem britischen Branchendienst AID seit der Markteinführung Mitte November auf die Straße gebracht hat. „BMW tut gut daran, auf die neue Antriebstechnik zu setzen – aber es wird möglicherweise etwas länger dauern, bis sich das Investment auszahlt“, sagt AID-Herausgeber Peter Schmidt.

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LeaseTrend-Chef "Ich kann das Auto keinem empfehlen"

Der Chef der Leasinggesellschaft LeaseTrend, Gerhard Fischer, sieht Elektrofahrzeuge wie den BMW i3 kritisch. Ihm ist das Restwertrisiko zu hoch.

Heute startet der Verkauf den neuen Elektroautos BMW i3. Quelle: AP

Rund drei Milliarden Euro hat der Münchner Automobilkonzern in den zurückliegenden drei Jahren in das E-Mobil investiert, das als Megacity Vehicle konzipiert ist – dank knapper Abmessungen besonders wendig, dank Elektroantrieb und Bauteilen aus Hanf besonders umweltfreundlich, dank Carbon-Karosserie besonders leicht. Zielgruppe des mindestens 35.000 Euro teuren Viersitzers: Großstädter mit kleinem Handgepäck und großer Geldbörse – nach Ansicht vieler Experten das vielleicht größte Wagnis des Konzerns in seiner bald 100-jährigen Geschichte. Wird der i3 zum Ladenhüter, könnte die BMW Group zum Übernahmekandidaten werden. Und BMW-Chef Norbert Reithofer das Jubiläumsjahr 2016 nicht mehr als Vorstandschef erleben.

Am Preis des Autos, so BMW-Vertriebs- und Marketingvorstand Ian Robertson, sollte es nicht liegen: „Es ist ein Fahrzeug der 3er-Reihe“, sagt der Brite, „und wir wissen, dass sich die meisten Kunden in diesem Segment so ein Auto leisten können.“ Bisher lägen 11.000 Bestellung für das Auto vor, verriet Robertson jetzt in Detroit.

„Es ist ein größerer Schritt als damals von der Kutsche zum Auto“, sagt Reithofer mit Blick auf die anstehende Technologiewende in der Autoindustrie. Die Zeit der Fahrzeuge, die von Verbrennungsmotoren angetrieben werden, mag allmählich zu Ende gehen. Aber die Geschäfte mit benzin- oder dieselgetriebenen Autos laufen noch gut, außerhalb Westeuropas sogar exzellent. Und ob die Zukunft batteriegetriebenen Elektroautos gehört oder Brennstoffzellenautos, ist derzeit selbst von Experten ebenso schwer einzuschätzen wie die Bereitschaft der Menschen weltweit, für ein nur begrenzt alltagstaugliches Auto mit einem alternativen Antrieb einen deutlich höheren Preis als bisher zu bezahlen.

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