Bangladesch: Kik: Überrascht von Textilienfund in Trümmern

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Bangladesch: Kik: Überrascht von Textilienfund in Trümmern

Der Einsturz eines Textilfabrikgebäudes ist schon eine Woche her, doch noch immer werden Tote aus den Trümmern geborgen. Unterdessen sieht sich der deutsche Discounter Kik erneut Vorwürfen ausgesetzt.

Mehr als 430 Tote soll es nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch gegeben haben. Nun sind auch Vorwürfe gegen den deutschen Textilhändler Kik laut geworden: Der Discounter zeigte sich jedoch überrascht, dass Produkte der eigenen Marke in den Trümmern gefunden worden sein sollen. Fakt sei, dass es seit 2008 keine direkten Geschäftsbeziehungen zwischen Kik und denen im Rana Plaza ansässigen Lieferanten gegeben habe. Die „Kampagne für Saubere Kleidung“ hatte am Donnerstag berichtet, dass zahlreiche Textilien von Kik in den Trümmern gefunden worden seien.

Der TÜV Rheinland wies Vorwürfe zurück, er habe bei Überprüfungen der Fabrik keine Baumängel festgestellt. Der TÜV erklärte in Köln, Baumängel zu untersuchen sei nicht Gegenstand der Überprüfung gewesen. Die Mitarbeiter hätten nur soziale und ethische Kriterien der Arbeitsgestaltung zu prüfen gehabt.

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In der Mitteilung der Kampagne für Saubere Kleidung hieß es: „Wir sind schockiert - es zeichnet sich ab, dass Kik innerhalb von nur acht Monaten ein drittes Mal in ein schweres Unglück in einer Textilfabrik involviert ist.“ In dem zerstörten Gebäude sei auch für Kunden in Europa und den USA genäht worden, darunter Mango aus Spanien und Primark aus Irland. Der Textildiscounter Primark hatte bereits mitgeteilt, ein Team arbeite vor Ort daran, den Menschen Soforthilfe wie auch längerfristige Unterstützung zukommen zu lassen.

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Ein schöner Schal, ein Mantel, neue Socken: Kleidung ist ein gängiges Weihnachtsgeschenk. Doch vielen Kunden vergeht die besinnliche Stimmung angesichts der jüngsten Brandkatastrophe in einer Textilfabrik in Bangladesch.

In dieser Ruine in Karachi (Pakistan) sind 259 Menschen ums Leben gekommen. Verrammelte Notausgänge und Mängel beim Brandschutz machten die Fabrik zur Todesfalle. Quelle: dpa

Man sei „überrascht, betroffen und erschüttert“, dass neben anderen Marken auch Textilien von Kik in den Trümmern gefunden worden seien, reagierte Kik im westfälischen Bönen. „Wir prüfen deshalb intensiv zusammen mit dem entsprechenden Importeur, wie die gefundenen Label und Textilien zu erklären sind.“ Parallel gehe es darum, Hinterbliebenen und Verletzten schnell zu helfen.
Das Unternehmen NKD bestätigte ebenfalls, dass bis wenige Monate vor dem Unglück Ware für die Kleidungskette in dem Gebäude gefertigt worden sei. Vermittelt durch ein Unternehmen aus dem norddeutschen Ahrensburg seien mehrere Aufträge an die Phantom Apparels Ltd gegangen, teilte das Unternehmen mit Sitz im oberfränkischen Bindlach mit. Die letzte Ware sei im Juni 2012 übergeben worden. Wegen Qualitätsproblemen habe NKD die Zusammenarbeit noch 2012 beendet.

Auch acht Tage nach dem Einsturz bargen Rettungskräfte immer noch Leichen aus den Trümmern. 435 Tote seien inzwischen gefunden worden, sagte der Leiter der Bergungsoperation am Donnerstag in Dhaka. Die Suche werde andauern, bis der letzte Vermisste gefunden sei.
Nach offiziellen Angaben vom Mittwoch ist der Verbleib von rund 150 Menschen aus dem Gebäude weiter ungeklärt. Die Opposition warf der Regierung vor, die Zahl der Toten zu niedrig anzugeben, um das Ausmaß der Katastrophe im Hauptstadt-Vorort Savar zu verschleiern.

Die örtliche Regierung entließ den gewählten Bürgermeister von Savar, Refayet Ullah. Ihm wird vorgeworfen, seine Aufsichtspflicht gegenüber den Arbeitern in dem maroden Gebäude vernachlässigt zu haben.
Mehr als 2400 Menschen wurden verletzt, als das Gebäude, in dem Textilfabriken, Geschäfte und eine Bankfiliale untergebracht waren, in sich zusammenfiel. Die Besitzer des Gebäudes und der Fabriken befinden sich bereits in Haft. Der Gebäudebesitzer soll nach einer Sicherheitsinspektion, die auf die Risse im Mauerwerk hinwies, weiter auf der Standfestigkeit des Gebäudes beharrt haben.

Textilfabrik in Pakistan Brandopfer warten auf Entschädigung von Kik

Wie das Unternehmen bestätigte, hat es noch kein Geld ausgezahlt.

Kik hat noch kein Geld an die Brandopfer in Pakistan gezahlt. Quelle: dpa

Hunderte Angehörige warten vor dem Unglücksort mit Fotos und Ausweisen von Freunden und Verwandten in der Hoffnung, wenigstens deren Leichen in Empfang nehmen zu können. Die Leichen von 33 unbekannten Opfern ließen die Behörden beisetzen, nachdem niemand nach mehr als einer Woche gekommen war, um sie zu identifizieren. Man habe zuvor jedoch DNA-Proben von ihnen gespeichert, so die Behörden.

Bereits im vergangenen Jahr war es in Bangladesch, Indien und Pakistan zu einem ähnlich Unglück gekommen: Bei einem verheerenden Brand in einer Textilfabrik in Pakistan starben damals 259 Menschen - auch in dieser Unglücksfabrik hatte der deutsche Textildiscounter produziert. In einem Bericht des "Spiegels" hieß es damals, dass das Unternehmen insgesamt 500.000 Dollar Entschädigung zahlen möchte.

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