Bangladesch: Mehr als 100 Tote nach Brand

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Bangladesch: Mehr als 100 Tote nach Brand

In einer Textilfabrik in Bangladesch sind mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Sie produzierte auch für deutsche Firmen wie C&A.

Weitere 200 Menschen erlitten Verbrennungen, wie ein Einsatzleiter am Sonntag mitteilte. Zum Unglückszeitpunkt waren etwa 1.000 Arbeiterinnen und Arbeiter in der Fabrik. Immer wieder kommt es in Bangladesch, Indien und Pakistan zu ähnlichen Unglücken. Erst im September gab es einen verheerenden Brand mit 259 Toten in einer Textilfabrik in Pakistan. Die pakistanische Unglücksfabrik belieferte auch den deutschen Textildiscounter KiK. 500.000 US-Dollar Nothilfe wurden für die Angehörigen der Toten bereitgestellt. Das teilte das Unternehmen am Sonntag mit. In der nun abgebrannten Fabrik in Bangladesch, das bis 1971 ein Teil Pakistans war, habe KiK allerdings nicht herstellen lassen.

Das Feuer war im Erdgeschoss ausgebrochen. Die Tragik: Obwohl es mehrere Treppenhäuser gab, führten diese alle ins Erdgeschoss und damit direkt in die Flammen. Andere Notausgänge gab es nicht. Die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) prangerte die schlechten Arbeits- und Sicherheitsbedingungen in vielen Fabriken des Billiglohnlandes an. Zwar kenne er die konkreten Umstände in der nun abgebrannten Fabrik nicht, sagte CCC-Eilaktionskoordinator Lars Stubbe am Sonntag auf Anfrage in Düsseldorf. Sehr häufig gebe es aber keine vernünftigen Notausgänge. Oder diese Ausgänge seien in völlig überfüllten und mit Waren vollgestellten Fabrikhallen versperrt. Auch bei dem Unglück in Bangladesch gebe es hierfür Anzeichen.

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Das Feuer breitete sich rasch aus und schloss die Näherinnen und andere Arbeiter im Gebäude ein. Viele Menschen sprangen in ihrer Verzweiflung aus den Fenstern des neunstöckigen Gebäudes in der Nähe der Hauptstadt Dhaka. Verkohlte Nähspindeln, ausgebrannte Säle und Trümmer sind alles, was von der Fabrik übrig blieb.

Einer der Überlebenden sagte dem privaten Fernsehsender Channel I, das Feuer sei dem elektrischen Hauptschalter entsprungen: „Ein Kurzschluss könnte das Feuer verursacht haben.“

Am Morgen sprach der Einsatzleiter zunächst von 115 Toten, später am Tag zählte die Feuerwehr 109 Leichen. Die meisten der Opfer waren Frauen. Die Rettungsarbeiten wurden inzwischen eingestellt. Angehörige schritten die Reihen mit Leichensäcken vor der ausgebrannten Fabrik ab, um die Toten zu identifizieren. Sie hielten sich Tücher vor Mund und Nase, so durchdringend war der Geruch verbrannten Fleisches. Der Verband der Textilhersteller und -exporteure in Bangladesch versprach eine Entschädigung: Jede Familie, die einen Toten zu beklagen habe, solle 948 Euro erhalten.

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