Basler Fashion: Vom Bügel gerutscht

Basler Fashion: Vom Bügel gerutscht

, aktualisiert 10. Juni 2017, 10:41 Uhr
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Während der Modeveranstaltung im Jahr 2013 hatte das Unternehmen Basler Fashion noch seine eigene Show.

von Gertrud Hussla und Georg WeishauptQuelle:Handelsblatt Online

Mit dem Konzern Basler Fashion gleitet erneut ein mittelständisches Unternehmen aus der Modebranche in die Pleite. Für die Holding hat das Amtsgericht Aschaffenburg ein Regelinsolvenzverfahren angeordnet.

DüsseldorfDezente Blazer, zarte Blumenmuster, Kostüme. Die Modemarke Basler steht für elegante Outfits der Frau ab 40. Nun musste auch die Balser Fashion GmbH Insolvenz beantragen. Für die Holding hat das Amtsgericht Aschaffenburg am Freitag sogar die bereits angeordnete Insolvenz in Eigenverwaltung aufgehoben und eine vorläufige Regelinsolvenz angeordnet. Diese gibt dem vorläufigen Insolvenzverwalter Lucas Flöther eine deutlich stärkere Position als die Ende Mai angeordnete Insolvenz in Eigenverwaltung. Zu der Gruppe gehört neben Basler Fashion auch die kürzlich erst übernommene Marke St. Emile.

Die Balser-Gruppe aus dem fränkischen Goldbach hatte im Geschäftsjahr 2014/15 noch einen Umsatz von 137 Millionen Euro erreicht und 50 eigene Läden gemeldet. Die Zahl der Mitarbeiter bezifferte sie mit knapp 1100. Schon 2015 war das Eigenkapital vollständig verzehrt und mit minus 6,1 Millionen Euro sogar negativ. Das „schwierige Marktumfeld“ hinterließ damals einen Verlust von 1,7 Millionen Euro. Neuere Zahlen sind nicht veröffentlicht.

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Basler hat wie viele deutsche Modefirmen ein Problem: Die Marke ist mit ihren Kunden gealtert. Wenn das Unternehmen so weiter macht, laufen und sterben ihm die Kunden weg. Deshalb muss sich die Marke – wie auch Gerry Weber oder Brax – verjüngen, um nicht noch mehr Kunden an Marken wie Orsay oder auch die spanische Kette Zara zu verlieren.

Hinzu kommt, dass Basler, einem Trend in der Modebranche folgend, ein Netz mit eigenen Filialen aufgebaut hat. Manche Filiale ist nicht so profitabel, wie sie sein sollte. So wird das Unternehmen wohl, wie viele andere in der Branche, Läden schließen müssen.

Außerdem müssen die Modefirmen in die Digitalisierung investieren. Nur so können sie heute selbstverständliche Dienstleistungen wie „click and collect“ anbieten – also das Bestellen per Mausklick und das spätere Abholen der Ware im Laden. Außerdem steigen die Ansprüche der Kunden an den Online-Auftritt.


Outlets werden immer beliebter

Gleichzeitig gibt es immer mehr Rabattaktionen im Modemarkt. So gewinnen Outlets an Bedeutung. Seit vergangener Woche gibt es das erste Outlet für Premium- und Luxusmode von Saks Off 5th in Deutschland in Düsseldorf. Weitere Läden in Frankfurt und Stuttgart wird der Kaufhof-Eigentümer Hudson’s Bay Company (HBC) schon bald eröffnen.

Als ein Problem nannte die Basler-Gruppe auch die Abwertung des russischen Rubels, die russische Kunden vergraulte.

Die Basler-Gruppe hat seit 1992 mehrmals den Besitzer gewechselt. Damals verkaufte die Gründerfamilie die Gruppe an Finanz-Investoren. Die Eigentümer wechselten, die Schuldenbelastung stieg. Zwischendurch kam es auch schon einmal zu einem Schuldenschnitt, Manager kauften das Unternehmen auf. Im Mai 2015 erwarb der Investor Tempus Capital die Anteile und löste Bankschulden ab.

Die vorläufige Regelinsolvenz für die Konzernmutter löst das am 31. Mai beschlossene Insolvenzverfahren in Eigenregie ab. Damit können die Eigentümer keinen direkten Einfluss mehr nehmen. Laut Verwalter Flöther soll der Betrieb vorerst weiterlaufen wie bislang. Die Tochtergesellschaften werden zunächst in Eigenregie fortgeführt. Nach der Sanierung strebt Flöther einen Verkauf der Gruppe an. Potenzielle Käufer mit Wirtschaftskraft sind in der kränkelnden Branche allerdings rar gesät. 

Quelle:  Handelsblatt Online
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