Baumarktkette: Finanzinvestor mischt Praktiker auf

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Baumarktkette: Finanzinvestor mischt Praktiker auf

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An der Börse sorgte die Meldung über Vedders Praktiker-Rettungspläne trotz aller Unklarheiten für reichlich Euphorie. Die Praktiker-Aktie gewann 18,3 Prozent

von Henryk Hielscher

Liaison im Baumarkt: Fondsmanagerin Isabella de Krassny verbündet sich mit Finanzinvestor Clemens Vedder, um dem Praktiker-Management Paroli zu bieten und einen umstrittenen Hochzinskredit doch noch zu verhindern. Die Details sind offen, doch Anleger feiern schon mal vorab.

Schon Anfang des Monats hatte Finanzinvestor Clemens Vedder gegenüber der WirtschaftsWoche bestätigt, einen Einstieg bei der kriselnden Baumarktkette Praktiker zu prüfen. Jetzt macht Vedder offenbar ernst: Seine Goldsmith Gruppe sei bereit, sich mit „einem zweistelligen Millionenbetrag in dem Unternehmen zu engagieren und die Restrukturierung aktiv zu begleiten“, teilte Goldsmith heute offiziell mit.

Wie und ob das Engagement zustande kommt, ist allerdings offen und könnte durchaus juristische Turbulenzen nach sich ziehen. Dem Vernehmen nach will Vedder gemeinsam mit Praktiker-Großaktionärin Isabella de Krassny einen alternativen Sanierungskredit für Praktiker bereitstellen. Schon in den vergangenen Monaten hatte de Krassny versucht, bei Investoren Geld für ein separates Darlehen aufzutreiben, war damit aber in den Wochen vor der Hauptversammlung gescheitert.

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Bei dem Aktionärstreffen in Hamburg hatte de Krassny, die im Clinch mit dem derzeitigen Vorstand und dem Aufsichtsrat des Baumarktkonzerns liegt, einer Finanzierung durch den Investor Anchorage zugestimmt – damals allerdings nur, um eine mögliche Insolvenz abzuwehren.

Grenze der Belastbarkeit

Denn die Konditionen für das 85 Millionen Darlehen von Anchorage liegen an der Grenze der Belastbarkeit. Für eine Laufzeit von 66 Monaten verlangt der Finanzinvestor mehr Geld als Banken bei Privatleuten an Dispozinsen kassieren. Euribor-Zinssatz plus 15 Prozent ist verabredet. Sollte Praktiker nicht zahlen können, oder auch nur bestimmte Finanzkennzahlen – so genannte Covenants – verletzen, könnte Anchorage auf umfangreiche Sicherheiten zurückgreifen.

Dazu zählt ein erstrangiges Pfandrecht an den Anteilen der werthaltigen Schwestermarke Max Bahr sowie an Praktiker. Und auch wenn ein Aktionär die Mehrheit am Konzern übernimmt, es also zu einem Kontrollwechsel kommt, könnte Anchorage das Darlehen fällig stellen.

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