Baumarktkette: Österreicher entern Praktiker

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Baumarktkette: Österreicher entern Praktiker

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Der Vorstandsvorsitzende der Praktiker AG, Kay Hafner, nimmt seinen Hut.

von Henryk Hielscher

Monatelang bekriegten sich der Großaktionär und die Führungsspitze der Baumarktkette Praktiker. Jetzt ist der Machtkampf entschieden: Ein Sanierer und ein früherer Aldi-Manager steuern fortan die Geschicke des Konzerns.

Wahlweise in der Öffentlichkeit oder vor Gericht beharkten sich die Kontrahenten: auf der einen Seite Praktiker-Vorstandschef Kay Hafner und Aufsichtsratsvorsitzender Kersten von Schenck, auf der anderen die größte Aktionärin, die österreichische Fondsmanagerin Isabella de Krassny von der Semper-Constantia Bank, die insgesamt rund 15 Prozent der Heimwerker-Papiere kontrolliert. Monatelang lieferten sich die Parteien einen spielfilmreifen Kampf um die Macht im Hause Praktiker.

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Kersten von Schenck Quelle: dapd

Kersten von Schenck hat sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender von Praktiker niedergelegt.

Bild: dapd

Nun ist die Dauerfehde entschieden: De Krassny und ihre Verbündeten haben sich durchgesetzt, Hafner und von Schenck treten den Rückzug an. Stattdessen übernimmt der Praktiker-Aufsichtsrat und ehemalige Aldi-Manager Armin Burger den Vorstandsvorsitz. Der österreichische Sanierer und Semper-Miteigentümer Erhard Grossnigg wird neuer Aufsichtsratschef. 

Damit kann sich das Unternehmen nun voll auf die Sanierungsarbeit konzentrieren. Zeit wird es. Über Monate hielt der Stellungskrieg der Praktiker-Granden Mitarbeiter und Öffentlichkeit in Atem. Erst als eine alternative Finanzierung für ein Sanierungskonzept scheiterte, bewegten sich die Parteien aufeinander zu und handelten einen Kompromiss aus, dem nun offenbar auch personelle Konsequenzen folgten. 

Schon im Februar hatte de Krassny dem Aufsichtsrat um den Frankfurter Juristen von Schenck eine Mitschuld an der dramatischen Lage des Konzerns zugesprochen. „Wenn der einen Funken Anstand hat, sollte er zurücktreten", polterte de Krassny damals in Richtung von Schenck. Später plante de Krassny die Abwahl der Aufsichtsräte, scheiterte aber an Formalien. Auf einer denkwürdigen Hauptversammlung in Hamburg machte sie Front gegen das Management, stellte ein eigenes Finanzierungskonzept vor und drohte damit, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen. Von Schenck und Hafner schalteten anfangs auf stur, ließen die Österreicher auflaufen und verweigerten über Monate ernsthafte Verhandlungen über ein Finanz- und Sanierungskonzept.

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