Baumarktkette: Praktiker stellt Insolvenzantrag

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Baumarktkette: Praktiker stellt Insolvenzantrag

, aktualisiert 11. Juli 2013, 13:55 Uhr

Der Vorstand hat die Reißleine gezogen und am Donnerstag die Eröffnung eines Insolvenzverfahren beantragt. Die geplante Sanierung der Baumarktkette Praktiker ist somit vorläufig gescheitert.

Praktiker hat beim Amtsgericht Hamburg die Eröffnung von Insolvenzverfahren wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit beantragt. Das teilte Praktiker am Donnerstag mit. Am Mittwochabend hatte das Unternehmen verkündet, dass die Verhandlungen über weitere Finanzierungen der Sanierung gescheitert seien, da einzelne Gläubigergruppen nicht zugestimmt hätten.

Der Praktiker-Konzern ist eine der größten deutschen Baumarktketten, hat rund 18.000 Mitarbeiter und betreibt nach Firmenangaben fast 430 Bau- und Heimwerkermärkte in neun Ländern, davon über 300 in Deutschland.

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Vor dem Insolvenzantrag hatte der Marktführer Obi wissen lassen, den kriselnden Konkurrenten Praktiker nicht übernehmen zu wollen. „Wir werden mit Sicherheit keine Kette übernehmen“, sagte der Chef des Obi-Mutterkonzerns, Karl- Erivan Haub, bei seiner Bilanzvorlage in Mülheim an der Ruhr. Das Exposé zu Praktiker habe man vier Mal auf dem Tisch gehabt. „Es wurde zwar immer preiswerter, aber nicht besser“, betonte er. Obi könnte möglicherweise an einigen guten Standorten interessiert sein. Wieviele Praktiker-Filialen infrage kämen, sagte er jedoch nicht.

Die beliebtesten Baumärkte

  • Ruinöser Preiskampf

    Experten sind sich weitgehend einig: In Deutschland gibt es schlichtweg zu viele Baumärkte. Unter diesen Bedingungen ist der Preiskampf hoch und die Margen gering. Es folgt eine Übersicht über die beliebtesten Baumärkte.

  • Platz 10

    Auf Rang zehn liegt Marktkauf. 3,2 Prozent der befragten Deutschen gaben an, 2010 dort eingekauft zu haben. 32,7 Prozent der 23.000 Befragten gaben übrigens an, gar keinen Baumarkt besucht zu haben.

  • Platz 9

    Auf Platz 9 landet Hellweg Baumarkt mit 3,7 Prozent.

  • Platz 8

    Die Globus-Kette steht auf Rang acht: 4,6 Prozent der Befragten gaben an, hier eingekauft zu haben.

  • Platz 7

    Max Bahr rangiert auf dem sechsten Platz mit einem Anteil von 5,5 Prozent.

  • Platz 6

    Nicht unter den Top-Five steht Bauhaus, nämlich nur auf Rang sechs. Mit 9,3 Prozent liegt die Kette nur knapp hinter ...

  • Platz 5

    ... Hornbach. Die auch durch intensive TV-Werbung recht bekannte Kette kommt auf zehn Prozent.

  • Platz 4

    Knapp davor rangiert mit 10,4 Prozent Hagebaumarkt.

  • Platz 3

    Etwas überraschend liegen die Baumärkte von Toom vor der Konkurrenz von Hagebaumarkt und Hornbach. Allerdings nur knapp: 10,6 Prozent der Befragten gehen hier gern shoppen.

  • Platz 2

    Mit deutlichem Abstand liegen die beiden Dickschiffe der Branche vorne. Die Silbermedaille geht an Praktiker. Die Kette befindet sich in einem umfangreichen Umbauprozess und musste dabei so manchen Rückschlag einstecken. 20,8 Prozent der Deutschen waren 2010 in einem der blau-gelben Märkte.

  • Platz 1

    Branchenführer im Hinblick auf die Beliebtheit ist Obi. Der Wert liegt bei 26,3 Prozent.

Unter der Holding Praktiker AG sind einzelne Firmen wie Praktiker Deutschland, eine Servicefirma aber auch die Markenperle Max Bahr zusammengeführt. Max Bahr sowie das Auslandsgeschäft sind von der Insolvenz nicht betroffen. Ziel der Sanierung war der Umbau etlicher Praktiker-Filialen auf diese ertragsstärkere Tochter Max Bahr. Praktiker sollte als Discount-Schiene mit verkleinertem Angebot dienen.

Der mühevolle Weg der Sanierung für den Baumarkt-Konzern ist nun vorerst gescheitert. Praktiker schreibt seit Jahren rote Zahlen. Der Konzern war durch eine fehlgeschlagene Rabattstrategie ("20 Prozent auf alles") in eine schwere Krise geraten und hatte erst im vergangenen Jahr seine Finanzierung für die nächsten Jahre sichern können.

Mit einem Bündel von Maßnahmen bemühten sich wechselnde Vorstandschefs um eine Stabilisierung des Unternehmens, das zudem noch durch strategische Differenzen zwischen Aktionärsgruppen und Vorstand belastet wurde. Zuletzt wurden der Einkauf gestrafft, die Konzernzentrale aus dem Saarland nach Hamburg verlegt, ein Sanierungsbeitrag der Mitarbeiter erwirkt und Mietverträge nachverhandelt.

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