BER: Flughafen-Chef Mühlenfeld muss um seinen Posten bangen

BER: Flughafen-Chef Mühlenfeld muss um seinen Posten bangen

, aktualisiert 26. Februar 2017, 14:36 Uhr
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Karsten Mühlenfeld: Der Chef des Berliner Flughafens muss um seinen Posten bangen.

Quelle:Handelsblatt Online

Eine umstrittene Personalie sorgt für Ärger beim Berliner Flughafen. Der Druck auf Airport-Chef Karsten Mühlenfeld steigt. Laut einem Medienbericht soll ihm der Rauswurf drohen.

BerlinNach der Entlassung des Technik-Chefs am neuen Hauptstadtflughafen BER wächst der Druck auf Airport-Chef Karsten Mühlenfeld. Ihm drohe der Rauswurf, in Gesellschafterkreisen werde bereits „intensiv über einen Nachfolger gesprochen“, schreibt der Berliner „Tagesspiegel“ (Sonntag). Auf Mühlenfeld werde jetzt „mit aller Härte und Konsequenz geschaut“, weil die Entlassung von Technik-Chef Jörg Marks als unabgestimmter Alleingang angesehen werde. Reaktionen am Wochenende stärkten dem Flughafenchef kaum den Rücken - im Gegenteil.

Nachfolger des Bauleiters ist auf Betreiben Mühlenfelds der frühere Bahn-Manager Christoph Bretschneider. Der Flughafen-Chef hatte den Personalwechsel am Donnerstag bekanntgegeben. In einem „Tagesspiegel“-Interview (Samstag) sagte Mühlenfeld jetzt, dass er „schon seit ein paar Wochen“ Ersatz für Marks gesucht habe. „Und das war mindestens dem Anteilseigner Berlin bekannt.“ Senatssprecherin Claudia Sünder wies dies auf dpa-Nachfrage zurück: „Dem widersprechen wir. Die Anteilseigner sind von der Personalentscheidung Mühlenfelds in dieser Woche völlig überrascht worden.“

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Berlins CDU-Generalsekretär Stefan Evers verlangte daraufhin, den „offenen Widerspruch“ lückenlos aufzuklären. „Wir wollen wissen, wer die Wahrheit zum unnötigen Rauswurf des BER-Technik-Chefs sagt: die Flughafengesellschaft oder die Senatskanzlei“, hieß es in einer Stellungnahme am Sonntag.

Der Bund als dritter BER-Gesellschafter neben den Ländern Berlin und Brandenburg hat wegen der Personalentscheidung eine Sondersitzung des Aufsichtsrats beantragt, deren Termin noch nicht bekannt ist. An ihr sei auch das Land Berlin interessiert, sagte Sünder. Die nächste reguläre Sitzung des Kontrollgremiums steht am 17. März an. Die für dieses Jahr geplante Eröffnung des Flughafens war schon vor längerem wegen Technikproblemen erneut geplatzt.


„Die Chaostage am Berliner Flughafen gehen offenbar weiter“

Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg wollte sich am Sonntag nicht zu der Diskussion äußern. Ihr Pressesprecher Lars Wagner verwies auf Mühlenfelds zitiertes Zeitungsinterview, das weiterhin gelte. Darin verteidigt der Geschäftsführer noch einmal Marks' Entlassung. Dies sei nötig gewesen, um den Airport zügig fertigzubauen.

Für das Land Brandenburg sprach sich dessen Flughafen Koordinator Rainer Bretschneider gegen überhastete Reaktionen aus. „Ich plädiere stattdessen für eine sachliche Aufarbeitung der aktuellen und strategischen Probleme. Von einer hektischen medialen Kontroverse halte ich nichts“, sagte Bretschneider der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag.

Brandenburgs Grüne teilten unterdessen die Kritik am Flughafenchef. „Es ist klar, dass der Aufsichtsrat jetzt nach Mühlenfelds Alleingang über seine Zukunft befinden wird“, meinte der Landtagsfraktionsvorsitzende Axel Vogel. „Auch er scheint aus der Vergangenheit nichts gelernt zu haben, dass man während eines laufenden Rennens nicht die Pferde austauscht.“

Vogel sprach sich dafür aus, Mühlenfelds „fatalen Fehler“ zu korrigieren und Marks zurückzuholen. Die „unzähligen Entlassungen - angefangen beim Architekturbüro von Gerkan“ - hätten unter anderem dazu geführt, dass der neue Hauptstadtflughafen BER bislang nicht eröffnet worden sei.

Der FDP-Fraktionsvorsitzende im Abgeordnetenhaus, Sebastian Czaja, kommentierte: „Die Chaostage am BER gehen offenbar weiter und erreichen mit personalpolitischem Aktionismus voraussichtlich eine neuen Höhepunkt.“ Er warnte davor, Mühlenfeld „tatsächlich in die Wüste“ zu schicken und dann durch einen Politiker aus dem Aufsichtsrat zu ersetzen. „Da würde der Bock zum Gärtner gemacht“ - das habe die Erfahrung gelehrt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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