Berliner Fashion Week: Kleider zwischen Kirche und Kaufhaus

Berliner Fashion Week: Kleider zwischen Kirche und Kaufhaus

, aktualisiert 06. Juli 2017, 10:47 Uhr
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Models mit Mode von Rianna + Nina: Statt auf klassischer Modeschauen setzten viele Designer bei der Berliner Fashion Week auf Events an exklusiven Orten.

von Georg WeishauptQuelle:Handelsblatt Online

Auffallen um jeden Preis: Bei der Berliner Fashion Week lassen die Modemarken ihre Models an möglichst exotischen Orten auflaufen. Ein Überblick über die beliebtesten Locations.

BerlinSelbst das deutsche Supermodell Eva Padberg ist beeindruckt: Im Park des Kronprinzenpalais Unter den Linden in der Nähe der Berliner Museumsinsel flanieren Modells. Sie tragen bunte lange Kleider aus italienischen Stoffen, die aus farbigen Drucken entstanden sind. Die Modells mit kunstvoll, zum Teil zu kleinen Kränzen geflochtenen Haaren wandeln an den Gästen vorbei die in kleinen Gruppen im Park stehen, sich unterhalten und Cocktails trinken.

Die beiden Designerinnen Rianna aus Athen und Nina aus Berlin nutzen das historische Ambiente des 1663 entstandenen, spätklassizistischen Kronprinzenpalais`, um dort ihre Mode zu inszenieren. Die erinnert an die Extravaganz der 70er Jahre in Griechenland. Das Kronprinzenpalais gehört zu den vielen verschiedenen Schauplätzen in Berlin, an denen Präsentationen und klassische Modenschauen stattfinden. Dort zeigen sich junge Designer wie Nina, die international immer gefragter werden. „Wir verkaufen inzwischen in viele Länder auf dem internationalen Markt“, sagt Nina.

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Das Kronprinzenpalais wird für die aufstrebenden deutschen Stars immer mehr zum Hotspot während der Fashion Week. Inzwischen präsentiert dort der von Vogue-Chefredakteurin Christiane Arp initiierte Berliner Modesalon junge Designer in einem dreitägigen Programm mit Modenschauen und Talkrunden.

Viele Schauen finden aber weit weg in dem ehemaligen Kaufhaus Jandorf in Berlin-Mitte statt. Das hat Mercedes-Benz zusammen mit der US-Modelagentur IMG gemietet – statt der berühmten weißen Zelte am Brandenburger Tor. Dort lässt auch die Düsseldorfer Textilkette Peek & Cloppenburg die Gewinner ihres Wettbewerbs Designer for Tomorrow auftreten. Dazu passen die etwas abgerissen wirkenden Räume des alten Kaufhauses.

Hugo Boss hingegen hat sich eine ehemalige Kirche mit Gemeindezentrum in Berlin-Kreuzberg ausgesucht. In dem Betongebäude, das heute zum Teil als Kunstgalerie genutzt wird, will der neue Kreativchef Ingo Wilts eine spezielle, kleine Damenkollektion zeigen. „Wir veranstalten keine klassische Modenschau in Berlin“, sagt er. Vielmehr wolle er den Rahmen des Berliner Modesalons nutzen, um seine Mini-Kollektion vorzustellen.

Ob sich die aufwendigen Shows auf der Fashion Week lohnen, wird sich zeigen, wenn die Mode im nächsten Frühjahr in die Läden kommen. Dann muss die Kleidung auch in der profanen Umgebung eines Modeladens oder Kaufhauses wirken.

Quelle:  Handelsblatt Online
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