Bild: dpaViel Geld in der Kasse
2012 setzte Amazon gut 61 Milliarden US-Dollar um (Vorjahr: 48 Milliarden), machte aber einen Nettoverlust von rund 30 Millionen US-Dollar (Vorjahr: 631 Millionen Gewinn). Ein Überblick über Teile des Amazon-Imperiums...
Bild: APInvestitionen ins eigene Unternehmen
Mal als Nebengeschäft begonnen, ist der Buchhändler mittlerweile auch ein Riese im Cloud-Computing. Dabei vermietet Amazon Speicherkapazitäten seiner Großrechenanlagen, etwa eine halbe Milliarde Dollar pro Jahr bringt das nach einer Berechnung der Schweizer Investmentbank UBS. Und das Geschäft wächst rasant: Bis 2014 sollen sich die Einnahmen verfünffachen. Auch der hauseigene E-Reader Kindle liegt dem Unternehmen am Herzen. Mittlerweile wurden hier die Preise drastisch reduziert. Im Spätsommer 2011 begann Amazon mit der neuesten Version seines E-Readers einen Angriff auf den Branchenprimus Apple und präsentierte mit seinem Kindle Fire einen würdigen iPad-Herausforderer.
Aber auch größere und kleinere Onlinehandelsplattformen verleibt sich Amazon gerne ein, so gerade aktuell den Filmaboservice Lovefilm…
Bild: ScreenshotLovefilm
DVDs kommen per Post ins Haus, mit dem „Lovefilm“-Player kann der Nutzer aber die aktuellen Hollywood-Streifen auch direkt auf seinem Rechner anschauen. Amazon hält schon länger eine Minderheitsbeteiligung an dem Unternehmen und wickelt seinen eigenen Film-Abo-Service direkt über Lovefilm ab. Simon Calver, Chief Executive von LOVEFiLM International, lobt die Übernahmepläne bei der Bekanntgabe am 20. Januar 2011. "Mit Amazons voller Unterstützung können wir entscheidende Verbesserungen für unsere Mitglieder in Europa umsetzen", hofft er.
Fremd ist Amazon das Geschäft mit Filmen nicht…
Bild: ScreenshotIMDb
… Amazon hatte 2008 sein Filmverleihgeschäft in Deutschland und Großbritannien mit Lovefilm zusammengelegt und war mit 42 Prozent größter Einzelaktionär geworden.
Bereits 1998 verleibte sich Amazon die "Internet Movie Database" (IMDb) ein, die selbst zu diesem Zeitpunkt in ihren Ursprüngen bereits acht Jahre alt war, für das Internet also so etwas wie die Rolle des Urgroßvaters vom Web 2.0 spielt. IMB ist eine der größten Datenbanken über Filme, Fernsehserien, Videoproduktionen und Videospiele sowie über Personen, die daran mitgewirkt haben.
Gerade im Kalenderjahr 2010 investierte Amazon wieder kräftig in Webunternehmen…
Bild: ScreenshotWoot
Einen gewissen Verkaufsdruck erzeugen will die E-Commerce-Plattform Woot. Nutzer bekommen nicht angezeigt, wie viele Bestände des nur einen Tag gültigen Angebots vorhanden sind. Der Preis ist niedrig, die Produkte stehen im Wettbewerb zu den Angeboten von Amazon.Woot verkauft auf dem amerikanischen Markt – und Mitte 2010 langte Amazon für einen unbekannten Preis zu.
Bild: ScreenshotBuyVIP
Nur ein paar Monate später, im Oktober 2010, griff sich Amazon ein weiteres Webunternehmen. BuyVIP ist eine geschlossene Shopping-Community. Die Mitglieder haben die Möglichkeit, auf persönliche Einladung an limitierten Verkaufskampagnen teilzunehmen. In diesen Kampagnen werden ausgewählte Produkte beliebter und bekannter Marken aus dem Lifestyle- und Fashion-Bereich angeboten. Entsprechend leer kommt die Startseite daher; ein bisschen Animation von neuer Mode und ein Anmeldeformular. 70 Millionen Euro blätterte Amazon dafür auf den Tisch – nachdem der Marktführer Vente-Privée mehrfach abgewunken hatte.
Bild: ScreenshotDiapers und Soap
Amazon ist ein riesiger Onlinehändler, doch in bestimmten Nischen hat die Konkurrenz die Nase vorn. So wurde Diapers zum größten Versandhändler von Babywindeln. Ein lukratives Geschäft - Amzon blätterte im November 2010 mehr als eine halbe Milliarde Dollar auf den Tisch um Quidsi zu übernehmen. Das amerikanische Unternehmen Quidsi betreibt diapers.com, sowie den Drogeriespezialisten soap.com.545 Millionen Dollar sind zwar nicht von Pappe, aber einmal bezahlte Amazon sogar noch deutlich mehr für eine Onlinehandelsplattform…
Bild: ScreenshotZappos
…Zappos ist der größte Online-Schuhändler der USA, hat darüber hinaus aber auch Kleidung, Taschen und Sonnenbrillen im Angebot. Und Amazon bezahlte für das Unternehmen schon Mitte 2009 den enormen Betrag von 850 Millionen Dollar.
Bild: ScreenshotEndless.com
Endless.com wurde im Dezember 2006 von Amazon.com eingeführt. Das Portal für Mode, Schuhe und Accessoires bietet einen kostenlosen Versand sowie die kostenlose Rücknahme innerhalb eines Zeitfensters von einem Jahr an. Zunächst bediente endless.com nur den amerikanischen Markt, am 13. Juli 2011 kündigte das Unternehmen an, den Versand auf 50 Länder auszudehnen. Der internationale Versand ist ab einem Bestellwert von 100 Dollar kostenlos.
Bild: ScreenshotSmallparts.com
Ebenfalls zum Amazon-Imperium gehört der Online-Versandhandel SmallParts.com. Das Unternehmen wurde 1963 in den USA gegründet und produziert und vertreibt Schrauben, Werkzeuge und Drähte aller Art. Rund 100.000 Produkte gehören zum Angebot des Online-Shops. Small Parts versendet nur in die USA.
Viel Geld in der Kasse
2012 setzte Amazon gut 61 Milliarden US-Dollar um (Vorjahr: 48 Milliarden), machte aber einen Nettoverlust von rund 30 Millionen US-Dollar (Vorjahr: 631 Millionen Gewinn). Ein Überblick über Teile des Amazon-Imperiums...
Eine für den Erfolg eines Unternehmens entscheidende Frage wird Jeff Bezos nach eigenem Bekunden fast nie gestellt. „Die Leute wollen immer wissen, was für Trends es in den kommenden zehn Jahren geben wird“, sagt der Gründer und Vorstandschef des amerikanischen Online-Konzerns Amazon.com. „Aber fast wichtiger ist die Frage, welche Dinge von heute auch künftig Bestand haben werden.“ Eine Antwort liefert Bezos gleich mit: „Beispielsweise der Preis – auch in zehn Jahren werden die Kunden beim Einkauf nicht mehr bezahlen wollen als nötig.“
Immer der beste Preis – oder zumindest der Eindruck davon: Mit diesem internen Kompass hat der Ex-Wall-Street-Analyst, der mit seinem asketischen Äußeren und missionarischen Eifer wie ein Mönch wirkt, in den vergangenen 19 Jahren ein Internet-Imperium hochgezogen. Was in einer umgebauten Garage in der Westküstenmetropole Seattle als Online-Buchversand startete, ist heute einer der einflussreichsten und innovativsten Konzerne der Welt.
Globales Netz
Längst lässt sich Amazon.com nicht mehr in die Kategorie Online-Handel pressen. Das Unternehmen ist nicht nur Händler, sondern mittels seines globalen Netzes von Datencentern auch ein Web-Dienstleister und eine Medienplattform, gleichermaßen wie mit seinen Kindle FireTablets und wahrscheinlich künftig auch Smartphones ein Designer und Anbieter von Unterhaltungselektronik. Zugleich ist es ein Logistikgigant, der in Nordamerika und Westeuropa Waren nicht nur über Nacht ausliefern kann, sondern in etlichen Großstädten sogar am gleichen Tag. Sprechen Analysten von den vier Mächten des Internets ist Amazon.com immer mit dabei neben Apple, Google und Facebook.
Mit diesem Einfluss ist die Marke munter gediehen. Das Beratungsunternehmen Interbrand führt sie auf seiner jährlichen Liste der wertvollsten Marken der Welt auf Rang 20 mit einem Wert von 18,6 Milliarden Dollar. 2010 war sie laut Interbrand erst knapp die Hälfte wert.
Die besten Zitate von Amazon-Gründer Jeff Bezos
Die Legende
Jeff Bezos ist eine der spektakulärsten Manager-Persönlichkeiten der Welt. Die Lebensgeschichte des Amazon-Gründers bietet eine unglaubliche Vielfalt und zahlreiche interessante Erzählungen. Der Top-Journalist und Bestsellerautor Richard L. Brand hat die Biografie in seinem Buch „Mr. Amazon“ (Ambition Verlag) aufgeschrieben. Die besten Zitate von Bezos finden sich auch darin und folgen nun.
Über das Landleben
„Wenn man eines beim Landleben lernt, dann ist es, sich auf sich selbst zu verlassen. Die Leute dort machen alles selbst. Und diese Eigenständigkeit kann man lernen.“
Über seine Beziehung zu Frauen
„Ich bin nicht der Typ, bei dem Frauen eine halbe Stunde nach dem Kennenlernen sagen: 'Wow, der ist klasse.' Ich bin eher albern und nicht ... also jedenfalls nicht so, dass irgendeine Frau über mich sagen würde: 'Oh mein Gott, genau so einen habe ich gesucht.'"
Über seinen ersten Job bei McDonalds
„Heute heben sich die Pommes selbst aus der Friteuse – und das, glauben Sie mir, ist ein echter technischer Fortschritt.“
(Bezos jobbte mit 13 Jahren in den Sommerferien für die Fast-Food-Kette und machte umgehend Vorschläge zur Optimierung der Abläufe)
Über seinen leiblichen Vater, den er nicht kannte
„Die einzigen Male, die er überhaupt Thema wird, sind die, wenn ich beim Arzt nach meiner Krankengeschichte gefragt werde. Dann kreuze ich eben 'unbekannt' an.“
Über Sturheit
„Wenn etwas kaputt ist, machen wir es heil. Um etwas Neues durchzusetzen, muss man stur und zielstrebig sein, auch wenn es andere vielleicht unvernünftig finden.“
Zur Begeisterung für den Weltraum
„Der einzige Grund, aus dem ich mich für das All interessierte, besteht darin, dass mich die NASA inspirierte, als ich fünf Jahre alt war.“
Zur Wende im Lebenslauf
„Zu den wichtigsten Dingen, die mich Princeton lehrte, zählt die Einsicht, dass ich nicht klug genug bin, ein Physiker zu sein.“
(Auf der Universität änderte Bezos seine Fachrichtung und machte den Abschluss in Elektrotechnik und Informatik)
Amazon.com ist inzwischen das Barometer für den Preis. Bezos’ Innovationsmaschine ist darauf getrimmt, dafür zu sorgen, dass der Kunde stets den Eindruck hat, beim Online-Imperium den besten Deal zu bekommen. Einer der jüngsten Einfälle ist, Kunden, die seit 1998 über Amazon.com Musik-CDs erworben haben, deren Digitalversion gratis online bereitzustellen. Als gewitzter Geschäftsmann weiß Bezos, dass nicht nur der Preis, sondern auch Marketing entscheidend ist. So bietet Apple, Amazons größter Konkurrent beim Online-Medienvertrieb, schon seit Längerem einen Service an, der für alle auf dem Computer eines Käufers vorhandenen Musikstücke eine professionell aufbereitete, digitale Kopie online vorhält. Aber das ist schwieriger zu erklären und nicht gratis, sondern kostet knapp 25 Dollar pro Jahr.
Leicht vermittelbar ist auch Amazons Lieferaboservice. Gegen einen Obolus werden fast alle von Amazon offerierten Waren innerhalb von zwei Tagen ohne zusätzliche Lieferkosten zugestellt. Oder der Warenabodienst, den Bezos in der Online-Welt wiederbelebte: Wer in einem festen Turnus bei Amazon Artikel wie Kaffee, Seife oder Rasierklingen bestellt, erhält einen Rabatt von 15 Prozent eingeräumt.
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