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Best Brands Awards: Amazon ist die beste Unternehmensmarke

07. Februar 2013
von Matthias Hohensee

Amazon-Gründer Jeff Bezos drückt die Preise. Die Kunden schätzen das. Doch interner Kostendruck könnte die Marke schädigen.

Eine für den Erfolg eines Unternehmens entscheidende Frage wird Jeff Bezos nach eigenem Bekunden fast nie gestellt. „Die Leute wollen immer wissen, was für Trends es in den kommenden zehn Jahren geben wird“, sagt der Gründer und Vorstandschef des amerikanischen Online-Konzerns Amazon.com. „Aber fast wichtiger ist die Frage, welche Dinge von heute auch künftig Bestand haben werden.“ Eine Antwort liefert Bezos gleich mit: „Beispielsweise der Preis – auch in zehn Jahren werden die Kunden beim Einkauf nicht mehr bezahlen wollen als nötig.“

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Immer der beste Preis – oder zumindest der Eindruck davon: Mit diesem internen Kompass hat der Ex-Wall-Street-Analyst, der mit seinem asketischen Äußeren und missionarischen Eifer wie ein Mönch wirkt, in den vergangenen 19 Jahren ein Internet-Imperium hochgezogen. Was in einer umgebauten Garage in der Westküstenmetropole Seattle als Online-Buchversand startete, ist heute einer der einflussreichsten und innovativsten Konzerne der Welt.

Globales Netz

Längst lässt sich Amazon.com nicht mehr in die Kategorie Online-Handel pressen. Das Unternehmen ist nicht nur Händler, sondern mittels seines globalen Netzes von Datencentern auch ein Web-Dienstleister und eine Medienplattform, gleichermaßen wie mit seinen Kindle FireTablets und wahrscheinlich künftig auch Smartphones ein Designer und Anbieter von Unterhaltungselektronik. Zugleich ist es ein Logistikgigant, der in Nordamerika und Westeuropa Waren nicht nur über Nacht ausliefern kann, sondern in etlichen Großstädten sogar am gleichen Tag. Sprechen Analysten von den vier Mächten des Internets ist Amazon.com immer mit dabei neben Apple, Google und Facebook.

Mit diesem Einfluss ist die Marke munter gediehen. Das Beratungsunternehmen Interbrand führt sie auf seiner jährlichen Liste der wertvollsten Marken der Welt auf Rang 20 mit einem Wert von 18,6 Milliarden Dollar. 2010 war sie laut Interbrand erst knapp die Hälfte wert.

Die besten Zitate von Amazon-Gründer Jeff Bezos

  • Die Legende

    Jeff Bezos ist eine der spektakulärsten Manager-Persönlichkeiten der Welt. Die Lebensgeschichte des Amazon-Gründers bietet eine unglaubliche Vielfalt und zahlreiche interessante Erzählungen. Der Top-Journalist und Bestsellerautor Richard L. Brand hat die Biografie in seinem Buch „Mr. Amazon“ (Ambition Verlag) aufgeschrieben. Die besten Zitate von Bezos finden sich auch darin und folgen nun.

  • Über das Landleben

    „Wenn man eines beim Landleben lernt, dann ist es, sich auf sich selbst zu verlassen. Die Leute dort machen alles selbst. Und diese Eigenständigkeit kann man lernen.“

  • Über seine Beziehung zu Frauen

    „Ich bin nicht der Typ, bei dem Frauen eine halbe Stunde nach dem Kennenlernen sagen: 'Wow, der ist klasse.' Ich bin eher albern und nicht ... also jedenfalls nicht so, dass irgendeine Frau über mich sagen würde: 'Oh mein Gott, genau so einen habe ich gesucht.'"

  • Über seinen ersten Job bei McDonalds

    „Heute heben sich die Pommes selbst aus der Friteuse – und das, glauben Sie mir, ist ein echter technischer Fortschritt.“

    (Bezos jobbte mit 13 Jahren in den Sommerferien für die Fast-Food-Kette und machte umgehend Vorschläge zur Optimierung der Abläufe)

  • Über seinen leiblichen Vater, den er nicht kannte

    „Die einzigen Male, die er überhaupt Thema wird, sind die, wenn ich beim Arzt nach meiner Krankengeschichte gefragt werde. Dann kreuze ich eben 'unbekannt' an.“

  • Über Sturheit

    „Wenn etwas kaputt ist, machen wir es heil. Um etwas Neues durchzusetzen, muss man stur und zielstrebig sein, auch wenn es andere vielleicht unvernünftig finden.“

  • Zur Begeisterung für den Weltraum

    „Der einzige Grund, aus dem ich mich für das All interessierte, besteht darin, dass mich die NASA inspirierte, als ich fünf Jahre alt war.“

  • Zur Wende im Lebenslauf

    „Zu den wichtigsten Dingen, die mich Princeton lehrte, zählt die Einsicht, dass ich nicht klug genug bin, ein Physiker zu sein.“

    (Auf der Universität änderte Bezos seine Fachrichtung und machte den Abschluss in Elektrotechnik und Informatik)

Amazon.com ist inzwischen das Barometer für den Preis. Bezos’ Innovationsmaschine ist darauf getrimmt, dafür zu sorgen, dass der Kunde stets den Eindruck hat, beim Online-Imperium den besten Deal zu bekommen. Einer der jüngsten Einfälle ist, Kunden, die seit 1998 über Amazon.com Musik-CDs erworben haben, deren Digitalversion gratis online bereitzustellen. Als gewitzter Geschäftsmann weiß Bezos, dass nicht nur der Preis, sondern auch Marketing entscheidend ist. So bietet Apple, Amazons größter Konkurrent beim Online-Medienvertrieb, schon seit Längerem einen Service an, der für alle auf dem Computer eines Käufers vorhandenen Musikstücke eine professionell aufbereitete, digitale Kopie online vorhält. Aber das ist schwieriger zu erklären und nicht gratis, sondern kostet knapp 25 Dollar pro Jahr.

Leicht vermittelbar ist auch Amazons Lieferaboservice. Gegen einen Obolus werden fast alle von Amazon offerierten Waren innerhalb von zwei Tagen ohne zusätzliche Lieferkosten zugestellt. Oder der Warenabodienst, den Bezos in der Online-Welt wiederbelebte: Wer in einem festen Turnus bei Amazon Artikel wie Kaffee, Seife oder Rasierklingen bestellt, erhält einen Rabatt von 15 Prozent eingeräumt.

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