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Bestechung von Media-Markt-Managern: Unlautere Geschäfte mit DSL-Anschlüssen

von Jürgen Berke, Christian Schlesiger und Henryk Hielscher

Wie zwei dubiose Media Markt Vertriebspartner ins Visier der Staatsanwälte gerieten.

Gute Nachbarn in Wetzlar Neben dem Sitz der MV Group mietete eine Firma Büros an, die in den Datenskandal verwickelt war Quelle: Henryk Hielscher
Gute Nachbarn in Wetzlar Neben dem Sitz der MV Group mietete eine Firma Büros an, die in den Datenskandal verwickelt war Quelle: Henryk Hielscher

Der Name der Straße „Im Amtmann“ erweckt den Anschein, als handele es sich um eine seriöse Adresse. Hier, am Stadtrand von Wetzlar, hatte der zurzeit wegen Bestechung von Media-Markt-Managern in Untersuchungshaft sitzende Peter N. seine Promotion-Agentur MV Group untergebracht. Von dem Bürohaus Nummer 11–15 aus steuerte der ehemalige T-Online-Manager die Promotoren, die den Verkauf von schnellen DSL-Anschlüssen von Telekom, Vodafone und Alice in den Media Märkten ankurbeln sollten.

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Nur aus Gefälligkeit

Wer Gelder in Richtung Media Markt verschiebt, könnte auch auf die Idee kommen, bei den DSL-Anbietern die Hand aufzuhalten. Bisher gibt es bei der Staatsanwaltschaft Augsburg dafür keine Hinweise – bis auf eine Spur, die in die unmittelbare Nachbarschaft führt. Nur zwei Blocks entfernt hatte 2007 und 2008 die inzwischen insolvente Mediola AG ihr Büro, die damals als Vertriebspartner der Telekom ebenfalls um DSL-Kunden warb, allerdings vorwiegend über Shops und Callcenter. Einer der Gründer, der Frankfurter Unternehmer Z., steht bei der Staatsanwaltschaft Augsburg in Verdacht, als guter Bekannter von N. dabei geholfen haben, Schmiergeldzahlungen an Media-Markt-Manager über sein Firmengeflecht zu verschleiern. Denkbar ist, dass Mediola nur aus Gefälligkeit aufgrund dieser Verflechtung den begehrten Partnerstatus von der Telekom und damit eine zusätzliche Einnahmequelle bekam.

Media Markt hat in seinen Geschäften eine ausgeklügelte Vermarktungs- und Produktplatzierungs-Strategie umgesetzt. Kunden werden mit Fußspuren zu Angeboten gelotst und an den Mobilfunkständen prangen die Logos der Anbieter. Media Markt profitiert doppelt von seiner Markt-Verkaufsstrategie: Einerseits sollen die Kunden dadurch zum Kaufen animiert werden, andererseits müssen die Hersteller der Geräte oft ordentliche Summen dafür bezahlen, dass ihr Logo groß an einer Wand in einem Media Markt hängt.

Quelle: Illustration: Torsten Wolber

Spuren verwischen

Mediola legte offenbar Wert darauf, jegliche Verbindung zu N.s MV Group zu vertuschen. Womöglich, damit kein Verdacht gut nachbarschaftlicher Geschäftsbeziehungen aufkam, gaben die Mediola-Gründer Frankfurt am Main als Firmensitz an und trugen die Anschrift eines Büroservices am Westhafen im Handelsregister ein.

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