Biermarkt: Deutsche Brauereien befürchten Durststrecke

Biermarkt: Deutsche Brauereien befürchten Durststrecke

von Rebecca Eisert

Nirgendwo sonst ist der Biermarkt so hart umkämpft wie in Deutschland. Der Preisdruck ist massiv, gleichzeitig schätzen Kunden immer mehr regionale Marken. Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Wie kann das sein? Bier gilt den Deutschen als Kulturgut - den Bayern sagt man sogar nach, sie zögen ihre Kinder statt mit Muttermilch mit Hopfen und Malz auf - den größten Durst auf den Gerstensaft haben aber andere. Mit 154 Litern pro Jahr belegen die Tschechen den Spitzenplatz, Deutschland liegt mit einem Bierkonsum von 107 Litern pro Kopf und Jahr nur auf Platz drei, hinter Österreich.

Unbestritten sind es auch die Deutschen, die weltweit das größte Know-how über das Bierbrauen besitzen, doch wenn es darum geht, das Wissen zu barer Münze zu machen, haben wieder andere die Nase vorn. Der niederländische Braukonzern Heineken, die britische SAB-Miller, die belgische Gruppe Anheuser-Busch InBev und die dänische Carlsberg-Brauerei machen in den meisten Ländern der Welt den Markt unter sich aus. Der deutsche Marktführer Radeberger folgt mit einem Anteil von nur 0,7 Prozent an der weltweiten Bierproduktion erst auf Rang 23.

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BrandIndex Deutsche mögen ihre Biere

Der Bierkonsum geht seit Jahren zurück. Doch am Image der Biermarken kann es nicht liegen: Die meisten Marken genießen ein hohes Ansehen. Und eine Brauerei zeigt: Man kann auch ohne Top-Image viel Bier verkaufen.

huGO-BildID: 30086408 Ein Mann trinkt am 02.03.2013 auf dem Osterfelderkopf bei Garmisch-Partenkirchen (Bayern) einen Schluck Bier im Sonnenschein. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Die meisten deutschen Brauereien haben die Expansion nach Osteuropa, Asien und Südamerika verschlafen und schmoren jetzt in ihrem eigenen Saft, genau genommen ist der deutsche Biermarkt eine Pampe, dick wie Maische. Nirgends ist die Konkurrenz so groß wie hier. Mehr als 1300 Brauereien wetteifern um den Durst der Kunden. Schätzungen gehen von rund 5000 verschiedenen Biermarken und rund 30 verschiedenen Biersorten aus. Der Verbraucher hat also nicht nur eine riesige Auswahl, er bekommt das Bier auch zu einem immer günstigeren Preis.

Für die Supermärkte ist Bier eine klassische Lockware - die Fachleute sprechen von "Frequenzbringern". Im Winter ist es die Schokolade, im Sommer das Bier, das die Kunden in die Filialen locken soll. Dazu subventioniert der Handel die Ware sogar teilweise, in der Hoffnung, dass die Schnäppchenjäger gleich noch den Rest des Einkaufs dort erledigen. "72 Prozent der Biere im deutschen Lebensmitteleinzelhandel werden inzwischen in Aktionen verkauft", beklagt Jürgen Keipp, Sprecher der Freien Brauer. Vor vier Jahren war es nur ein Drittel. Kürzlich sei ein Kasten Jever bei Kaufland in NRW für acht Euro zu haben gewesen. "Das ist für uns nicht machbar und auch nicht erstrebenswert", sagt Keipp.

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