Bieterkampf: Metro lehnt Berggruens Angebot für Kaufhof ab

Bieterkampf: Metro lehnt Berggruens Angebot für Kaufhof ab

, aktualisiert 14. November 2011, 09:37 Uhr
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Nicolas Berggruen steigt beim Wettbieten um Kaufhof aus.

von Kirsten Ludowig und Oliver StockQuelle:Handelsblatt Online

Metro-Chef Eckhard Cordes setzt trotz eines neuen Interessenten für die Kaufhauskette auf die Immobilienfirma Signa. Zudem lehnte Cordes die Offerte von Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen ab.

DüsseldorfBeim angepeilten Verkauf der 134 Kaufhof-Warenhäuser setzt der scheidende Chef des Mutterkonzerns Metro, Eckhard Cordes, bislang vor allem auf die österreichische Immobilienfirma Signa und deren Chef René Benko. Nach Handelsblatt-Informationen aus Verhandlungskreisen hat Cordes den 34-jährigen Österreicher am vergangenen Mittwoch persönlich in Innsbruck aufgesucht, um mit ihm Details des Verkaufs zu besprechen.

Neben Benko bieten weitere Interessenten für Kaufhof: Der US-Investor Nicolas Berggruen, der im vergangenen Jahr bereits die Karstadt-Warenhäuser erworben hatte, hat sein Angebot Anfang November abgegeben. Bislang stieß er damit aber auf wenig Resonanz.

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In einer E-Mail, die die Experten der Abteilung für Fusionen und Übernahmen der Metro Ende vergangener Woche an den Verhandlungsführer von Berggruen sandten, heißt es, dass Metro das Angebot derzeit nicht weiter verfolgen werde. Als Begründung verwies Metro auf die ihrer Meinung nach unklare Finanzierung der Kaufhof-Immobilien durch Berggruen.

Wie die Metro am Sonntag bestätigte, ist der neue und dritte Bieter Wolfgang Urban. Der 66-Jährige hat laut „Bild am Sonntag“ ein Konsortium deutscher Unternehmerfamilien zusammengestellt, mit dessen Hilfe er das Geld für eine Mehrheit an Kaufhof aufbringen will. Urban war bis 2004 Chef bei Karstadt, wo er als Sanierer jedoch genauso wenig Fortune hatte wie seine Nachfolger Christoph Achenbach und Thomas Middelhoff. Neben Benko, Berggruen und Urban interessiert sich auch die spanische Kaufhauskette El Corte Inglés schon seit Monaten für Kaufhof. Allerdings wurde nie mehr daraus.


Favorit Rene Benko

Signa-Chef Benko soll 2,4 Milliarden Euro für das Gesamtpaket aus Immobilien und operativem Geschäft von Kaufhof geboten haben, heißt es unter den mit der Angelegenheit Vertrauten. Der Österreicher, hinter dem Investoren wie der griechische Reeder und Milliardär George Economou stehen, bemüht sich derzeit um weitere Investoren und hat dazu auch einen Münchener Fondsmanager eingebunden.

Benko hat den Vorteil, dass er bislang als Einziger mit einem 50 Mitarbeiter starken Team Zahlen und Daten von Kaufhof prüfen konnte und seinen Investoren detaillierte Unterlagen vorweisen kann. Dennoch bestehen innerhalb des Metro-Managements Zweifel, ob Benko den Deal stemmen kann. Berggruen dagegen hat zwar eine allgemeine Finanzierungszusage gegeben, kennt aber die Details nicht, weil er bislang als direkter Kaufhof-Konkurrent keinen Einblick in die Bücher nehmen konnte. Auch Urban steht erst am Anfang des Prozesses.

Vor diesem Hintergrund dürfte die Aufsichtsratssitzung der Metro am Freitag spannend werden. Dort könnte bereits eine Vorentscheidung darüber getroffen werden, mit wem Metro in exklusive Verhandlungen einsteigt. Einen Abschluss der Verhandlungen noch in diesem Jahr hält Metro-Chef Eckhard Cordes inzwischen allerdings für unwahrscheinlich.

Quelle:  Handelsblatt Online
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