Bilanz 2012: Metro muss drastischen Gewinneinbruch verkraften

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Bilanz 2012: Metro muss drastischen Gewinneinbruch verkraften

Gesunkene Kauflaune in den Krisenländern, Preisdruck durch das Internet und ein teurer Konzernumbau: Der Handelsriese Metro hat im Jahr 2012 nur noch einen Bruchteil des üblichen verdient.

Der Handelskonzern Metro rechnet nach zahlreichen Rückschlägen und einem historischen Gewinneinbruch 2012 in den ersten neun Monaten 2013 mit weniger operativem Ertrag. "Die Ergebnisentwicklung wird im Rumpfgeschäftsjahr 2013 von einer unsicheren wirtschaftlichen Lage geprägt sein", erklärte der Konzern am Mittwoch in Düsseldorf. Die anhaltende Konsumflaute in Südeuropa und der Konzernumbau machen Metro zu schaffen.

Für das Rumpfgeschäftsjahr 2013 und das darauffolgende Jahr 2013/14 erwarte der Konzern aber ein "moderates Umsatzwachstum". Zudem will sich der Konzern 2013 von Immobilien trennen, um dem Gewinn auf die Sprünge zu helfen. Im dann folgenden vollen Geschäftsjahr 2013/14 mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft, in dem der Handel den Löwenanteil seiner Gewinne einfährt, werde das Ergebnis vor Zinsen und Steuern vor Sonderfaktoren zulegen - wenn die Wirtschaft nicht einbreche.

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Die Metro-Gruppe

  • Gesamtumsatz

    Gesamtumsatz: 66,7 Mrd. Euro

    Stand: 09.2013; Zahlen für 2012

  • Cash & Carry

    Umsatzanteil: 47 Prozent

  • Kaufhof

    Umsatzanteil: 5 Prozent

  • MediaSaturn

    Umsatzanteil: 31 Prozent

  • Real

    Umsatzanteil: 17 Prozent

Der Konzern hatte 2012, dem ersten Amtsjahr des neuen Chefs Olaf Koch, unter anderem den Rauswurf aus dem Dax, das Ende der Expansionspläne der Tochter Media-Saturn in China und einen heftigen Gewinneinbruch verkraften müssen. Das Periodenergebnis nach Minderheiten brach auf drei Millionen Euro ein - vor Jahresfrist hatte es noch bei 631 Millionen Euro gelegen. Metro-Chef Koch hatte erstmals in der Geschichte des Handelsriesen die Dividende gekürzt, der Vorstand schlug für 2012 eine Ausschüttung von 1,00 Euro je Stammaktie vor. Die Ausschüttung muss er angesichts des Gewinneinbruchs aus den laufenden Einnahmen bestreiten. Im Vorjahr hatte Metro den Aktionären noch 1,35 Euro je Stammaktie gezahlt. Beim unter Milliarden-Schulden ächzenden Großaktionär Haniel dürfte die Kürzung zudem wenig Freude ausgelöst haben.

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Dax-Rauswurf, Spardiktat, Dividendenkürzung: Der Düsseldorfer Handelskonzern taumelt in die Depression. Ausgerechnet der deutsche Ableger der Großmarktsparte gilt als größte Baustelle des Metro-Reichs.

Quelle: dpa/Montage

"2012 war für die Metro ein Jahr der Neuausrichtung", betonte Koch. Der Vorstand habe "elementare Veränderungen" umgesetzt, doch habe dies "Geld gekostet". Er hatte angekündigt, in seinem ersten Amtsjahr vor allem den Umsatz ankurbeln zu wollen. Koch hatte dazu eine Preisoffensive eingeleitet, den Verkauf über das Internet angekurbelt und den Kundenservice, etwa bei den Großmärkten des Konzerns, verstärkt. Zudem trennte sich Metro von Randgeschäften wie dem Osteuropa-Geschäft der Supermarktkette Real. Koch will sich auf die Kerngeschäftsfelder konzentrieren. Doch der Konzernumbau kostet Geld - 2012 drückten Aufwendungen für die neue Strategie in einer Höhe von 585 Millionen Euro auf die Gewinne. Koch selbst hatte bereits angekündigt, der Umbau sei ein langfristiges Projekt: "Wir laufen keinen Sprint, wir laufen vermutlich einen Marathon."

Wettbewerber wie Carrefour oder Ahold hatten anders als Metro die Dividende für das vergangene Jahr angehoben. Bei der belgischen Supermarkt-Kette Delhaize fällt die Ausschüttung aber ebenfalls magerer aus. Sie sinkt auf 1,40 Euro von 1,76 Euro je Aktie, um mehr Geld für die Renovierung der Läden und Preis-Offensiven zur Verfügung zu haben.

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