Bilanz-Pressekonferenz: Bilfinger kündigt weitere Zukäufe an

Bilanz-Pressekonferenz: Bilfinger kündigt weitere Zukäufe an

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Der Vorstandsvorsitzende des Dienstleistungs- und Baukonzerns Bilfinger, Roland Koch, während der Bilanzpressekonferenz.

Bilfinger will bis Ende nächsten Jahres 800 Millionen Euro für Zukäufe ausgeben, auf eine größere Übernahme ist der Baukonzern angewiesen. Bis 2016 soll die Leistung auf rund zwölf Milliarden Euro steigen.

Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger will sich nach den Worten von Vorstandschef Roland Koch auf der Suche nach Übernahmezielen nicht aus der Ruhe bringen lassen. Bis Ende nächsten Jahres sollten die schon länger verfügbaren 800 Millionen Euro für Zukäufe ausgegeben werden, sagte Koch am Donnerstag in Mannheim. Doch sei Bilfinger bei der Entscheidung für Kandidaten inzwischen wählerischer und sehe sich nicht unter Zeitdruck. Einen "Big Bang" werde es nicht geben, sondern mehrere kleinere Schritte. Maximale Größenordnung wäre ein Preis von 200 bis 300 Millionen Euro, bekräftigte Koch. Regional sei der MDax-Konzern in den USA auf der Suche nach Kandidaten, zumal der Umsatzanteil Europas von 80 Prozent sinken soll.

Auf eine größere Übernahme ist der Konzern angewiesen, wenn er sein mittelfristiges Ziel erreichen will. Bis 2016 soll die Leistung von zuletzt 8,5 Milliarden auf elf bis zwölf Milliarden Euro steigen. Das bereinigte Konzernergebnis wollen die Mannheimer zugleich auf 400 Millionen Euro steigern - im vergangenen Jahr lag es bei knapp 250 Millionen Euro. Dieses Ziel gelte weiter, und müsse zu großen Teilen über Akquisitionen erreicht werden, sagte Koch. Der Markt könne nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre darauf vertrauen, dass der Plan umgesetzt werde. Seit dem Amtsantritt des früheren CDU-Politikers Koch 2011 hat Bilfinger für mehr als zwei Dutzend Zukäufe bereits rund 800 Millionen Euro ausgegeben. Seither ist die Zahl der Beschäftigten um rund 15.000 auf 74.000 gestiegen.

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Im vergangenen Jahr hatte der harte Winter und die schwache Konjunktur dem auf Industrieanlagen- und Kraftwerksbau sowie auf Gebäudemanagement versierten Konzern das Geschäft erschwert. Leistung und Auftragseingang stagnierten, das bereinigte Ergebnis (Ebita) stieg um sechs Prozent auf 409 Millionen Euro. In diesem Jahr hofft Bilfinger, von der Konjunkturerholung in den Industrieländern zu profitieren. Ob Industrieanlagen, Kraftwerksbau oder im Baugeschäft - der Mannheimer Konzern rechnet in all seinen Betätigungsfeldern mit stärkerem Wachstum.

Unter Führung Kochs hat sich der Konzern inzwischen grundlegend umstrukturiert. Die früher weitgehend autonomen Teilkonzerne wurden aufgelöst und durch Divisionen ersetzt, die stärker zentral gesteuert werden. Ziel sei es, den Kunden so größere Angebotspakete machen zu können, bei denen etwa der Industrieanlagenbau mit der Energiesparte zusammenarbeitet. Nach den zahlreichen Akquisitionen straffte Koch zudem die Verwaltung und baute 1250 Arbeitsplätze ab. Darüber hinaus gebe es keine Pläne zum Stellenabbau, sagte Koch.

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Bei der Profitabilität will Bilfinger in diesem Jahr in allen Geschäftsfeldern - bis auf das klassische Baugeschäft, aus dem sich der Konzern schon seit längerem zurückzieht - die selbst gesteckten Ziele erreichen. Im Industriegeschäft soll die Ebita-Marge auf sechs Prozent steigen (Vorjahr: 5,7 Prozent). Im Kraftwerksbau, der renditestärksten Sparte, werde das außerordentlich gute Ergebnis von über neun Prozent 2013 nicht mehr erreicht und eine Spanne von acht bis 8,5 Prozent angepeilt. Die Gebäude-Dienstleistungen sollen so wie im Vorjahr ungefähr fünf Prozent von der Leistung als Gewinn abwerfen. Das klassische Baugeschäft werde weiter unter der Zielmarke von vier Prozent (Vorjahr: 0,1 Prozent) bleiben, gleichwohl werde sich das Ergebnis nach dem Verkauf des verlustreichen Straßenbaus in Deutschland stark verbessern.

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