Bilanz von Metro: „Wir haben den Schalter auf Wachstum umgestellt“

Bilanz von Metro: „Wir haben den Schalter auf Wachstum umgestellt“

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Der Vorstandsvorsitzende der Metro Group, Olaf Koch.

von Henryk Hielscher

Metro-Chef Olaf Koch erklärt die Krise des Konzerns für beendet und will die Expansion des Handelsriesen vorantreiben.

Die Werbebotschaft hatte sich Metro-Chef Olaf Koch für das Ende seines Vortrags aufgespart: „Falls Sie noch Geschenke suchen -weiter hinten auf dem Gelände gibt es  einen Media Markt“, empfahl Koch den anwesenden Journalisten bei der  Bilanz-Pressekonferenz des Konzerns in Düsseldorf.

Tatsächlich kann der Metro-Ableger Media Markt, aber auch die gesamte Branche derzeit jeden Kaufimpuls gebrauchen.  Laut Handelsverband Deutschland (HDE) lief das Weihnachtsgeschäft in Deutschland bisher durchwachsen an. Auch Koch klang nicht euphorisch. Bislang habe sich das Geschäft im Rahmen der Erwartungen entwickelt. Rund 70 Prozent des Geschäfts liege aber noch vor dem Konzern, zu dem neben  Media-Saturn, die SB-Warenhauskette Real und die Metro-Großmärkte gehören.

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Metro nach dem Kaufhof-Deal „Wir schalten auf Angriff um“

Der Verkauf der Kaufhof-Warenhäuser hat dem Metro-Konzern Milliarden gebracht. Jetzt will Vorstandschef Olaf Koch kräftig investieren – und sparen. Er kündigt die Tarifbindung von Real auf.

Nach dem Kaufhof-Verkauf geht Metro Group in die Offensive. Ein interner Slogan heißt "Back to Attack" - was diese Agenda bedeutet. Quelle: dpa/Montage

Trotz derlei Unwägbarkeiten gab sich Koch zuversichtlich für das neue Geschäftsjahr und kündigte an, mit Metro wieder stärker expandieren zu wollen. „Wir haben den Schalter wieder auf Wachstum umgestellt“, sagte Koch. Rund eine halbe Milliarde Euro steht demnach für Investitionen wie Zukäufe bereit, spätestens 2017 will Koch mit den Großmärkten auch wieder in neue Länder vorstoßen. Dem Vernehmen haben die Konzernstrategen bereits Märkte in Asien ins Visier genommen.

Metros mit fünf Milliarden Euro weniger Schulden als 2012

Möglich macht das ein Gewinnsprung im Geschäftsjahr 2014/15 durch den Verkauf von Kaufhof an den kanadisch-amerikanischen Konzern Hudsons's Bay Company (HBC). Rund 1,75 Milliarden Euro flossen dadurch in die Kassen der Metro. Die einst drückende Nettoverschuldung lag nun Ende September bei 2,5 Milliarden Euro, rund fünf Milliarden Euro weniger als noch 2012. Damals hatte Koch den Chefposten übernommen. Bei den Großmärkten baute er das Belieferungsgeschäft aus, bei der Tochter Media-Saturn forcierte er den Online-Handel. Die Strategie zahlte sich aus.

So fährt das frühere Sorgenkind Media-Saturn inzwischen acht Prozent des Jahresumsatzes von zuletzt 21,7 Milliarden Euro im Online-Handel ein. Dieser Anteil soll im kommenden Jahr weiter steigen, kündigte Koch an.

An der Börse kamen die Metro-Zahlen gut an. Die Aktien des Unternehmens stiegen in einem freundlichen Umfeld um rund vier Prozent. Zugleich ist Analysten wie Investoren klar, dass die Umbauarbeiten bei dem Handelsriesen damit nicht beendet sind. 

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So muss Koch etwa die kriselnde Supermarktkette Real sanieren und steht dabei vor einem Konflikt mit der Gewerkschaft Verdi. Real hatte sich aus der Tarifbindung verabschiedet. „Wir mussten aus dem Tarif aussteigen, weil wir faktisch Kostennachteile von bis zu 30 Prozent zu Konkurrenz haben“, sagte  Koch.

Aber auch im Aktionärskreis gibt es Veränderungen, der langjährige Ankerinvestor Haniel schmilzt seinen Anteil ab. Firmenpatriarch Franz Markus Haniel will nach der Metro-Hauptversammlung im Februar 2016 seinen Posten als Aufsichtsratschef abgeben.

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