Börsengang einer Legende: Kaum Rendite mit Fender-Gitarren

Börsengang einer Legende: Kaum Rendite mit Fender-Gitarren

von Rüdiger Kiani-Kreß

Der Börsengang des US-Gitarrenherstellers Fender krönt die bewegte Geschichte der Musiklegende. Doch er zielt wohl zumindest ebenso auf begeisterte Fans wie auf kühl kalkulierende Investoren.

Fender geht an die Börse – eigentlich muss bei der Nachricht allen Rockfans das Herz aufgehen. Denn egal ob Buddy Holly mit seinem Schluckaufpop der Spätfünfziger, der unkaputtbare Rolling Stone Keith Richards, Superrocker wie Jimi Hendrix, die Siebziger-Softies von Supertramp oder Alternative—Rock Ikonen wie Nirvana oder Coldplay: sie alle zimmerten ihren unverwechselbaren Sound mit Fender-Instrumenten. Das Spektrum reicht von der ersten echten E-Gitarre Telecaster, mit der auch Bruce Springsteen gerade die Station rockt, über die Stratocaster und den Precision Bass der siebziger Jahre Pink Floyd bis zum Rhodes-Piano von Soullegende Stevie Wonder oder Jazzrocker Chick Corea. Und alles möglichst noch durch einen Fender-Verstärker wie den Bassman oder den Twin-Reverb gejagt.

Und für jeden Musiker war es ein Kultfrage größter Bedeutung, ob er nun Fender mit dem etwas anspruchsvolleren klareren Sound spielte oder das derb verzerrte Brett des US-Konkurrenten Gibson. In der Regel musste man sich für eine Seite entscheiden wie bei der Frage Beatles gegen Rolling Stones in den sechziger Jahren oder Blur gegen Oasis in den neunziger Jahren.

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Die gute alte Zeit handgemachter Musik

Doch auch wenn das heute in Scottsdale im US-Bundesstaat Arizona ansässige Unternehmen im Internet vor allem mit allem rund um Stromgitarre und E-Piano wirbt: mit der 1946 vom Radiotechniker Leo Fender gegründeten Ikone der guten alten Zeit handgemachter Musik hat es heute nur wenig gemein. Seit Fender sein Unternehmen 1965 für damals beeindruckende 13 Millionen Dollar an die als Radiokette gegründete Schallplattenfirma CBS verkauft hat, ist Fender kein Enthusiastenladen mehr, sondern ein kühl rechnender Betrieb mit einem breiten Portfolio neben den Gitarren und Verstärkern.

Das begann bei Dingen, die für Gitarrenfans noch in Ordnung waren Rodgers Schlagzeugen und Leslie Lautsprechern, die etwa ab 1969 bei John Lord von der Hardrock-Legende Deep Purple für den verzerrten Orgelsound sorgten. Aber zum Portfolio zählten auch Steinway Flügel für klassische Musiker und der Erzfeind eines Rockers: Gulbransen Heimorgeln. Weil CBS gleichzeitig noch ein Sparprogramm startete, sank auch allmählich der Stern der Gitarren, so dass Sammler heute um Modelle aus dieser Ära einen großen Bogen machen.

Die dürren Jahre endeten als Mitte der achtziger die Mitarbeiter Fender im Rahmen eines Belegschafts-Buyout übernahmen. Sie warfen fast alles aus dem Katalog was nichts mit Saiteninstrumenten oder Verstärkern zu tun hatte und schoben einen Teil der Produktion nach Japan. Diese Fender Japan Instrumente hatten lange einen besseren Ruf als die aus amerikanischer oder mexikanischer Produktion. Dazu startete das neue Management Squire als Einstiegsmarke und kaufte den Musikalienhändler Kaman, Hersteller der Ovation-Gitarren, die erste akustische Gitarre die Musiker ohne große Rückkopplungen laut spielen konnten. Ebenfalls zu Fender gehören Gretsch-Gitarren mit ihrem nostalgischen halbverzerrten Sound oder den oft bizarr gezackten Jackson-Bretter für Axt-Männer des Heavy Metal.

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