Boykott-Aufrufe: Barilla-Chef löst Shitstorm mit Bemerkung über Homosexuelle aus

Boykott-Aufrufe: Barilla-Chef löst Shitstorm mit Bemerkung über Homosexuelle aus

, aktualisiert 27. September 2013, 14:13 Uhr
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Der italienische Nudel-Hersteller Barilla sieht sich mit Boykott-Aufrufen im Internet konfrontiert.

Guido Barilla, Chef des gleichnamigen italienischen Nudelkonzerns, erklärte in einem Interview, dass sein Unternehmen keinen Wert auf homosexuelle Kunden lege. Im Netz schlägt ihm eine Welle der Wut entgegen.

Einen Sturm der Entrüstung und Boykott-Aufrufe gegen Barilla hat Nudelkonzern-Chef Guido Barilla ausgelöst. In einem Interview mit dem italienischen Sender Radio24 sagte er: "Wir werden niemals Werbung mit einer homosexuellen Familie machen, denn wir unterstützen die traditionelle Familie. Wenn Homosexuellen das nicht gefällt, können sie gern die Nudeln eines anderen Herstellers essen." Zusätzlich warnte der Barilla-Chef vor der rechtlichen Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare bei der Adoption von Kindern. Kinder homosexueller Paare hätten "zusätzliche Schwierigkeiten". Für die Paare sei es "kompliziert", Kinder großzuziehen.

Nachdem diese Äußerungen bekannt wurden, brach in den sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook international ein Shitstorm über Barilla herein. Auch auf der deutschen Barilla-Facebookseite reihen sich zahllose empörte Kommentare (Stand Freitagmorgen: mehr als 300) aneinander, teils mit heftigen Beschimpfungen. Ein User schreibt etwa: "Echt peinlich. Im 21. Jahrhundert solltet auch ihr das Wort Toleranz kennen. Ich hoffe, dass Millionen Schwule und Lesben nie wieder was von Euch kaufen. Eure Nudeln und Wasa braucht keiner!" Ein anderer wünscht dem Konzern finanzielle Konsequenzen durch die Äußerungen Guido Barillas: "Ich hoffe, dass der Shitstorm, der gerade über Barilla hereinbricht, wirkt und signifikante Umsatzeinbußen die Folge sind. Was aber wohl schwul-lesbische Mitarbeiter dieses Konzerns bei derartigen Worten fühlen?"

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Erboste Kunden stellen Bilder ins Netz, die zeigen, wie sie Barilla-Produkte in den Mülleimer werfen:

Unter dem Hashtag #boycottbarilla laufen bei Twitter zahllose wütende Kommentare, Boykott-Aufrufe und auch kreative Bilder zum Thema ein. "206 Sorten Pasta - und doch noch nie etwas von Diversität gehört", heißt es da etwa:

Inzwischen hat sich Guido Barilla für seine Äußerungen entschuldigt. Es gehe nicht darum, dass er Homosexuelle und Schwulen-Ehen nicht respektiere, erklärte der Chef des größten Nudelherstellers in Italien mit Sitz in Parma. Er denke aber jedenfalls nicht wie sie, und die Barilla-Werbung ziele auf die traditionelle Familie. „Man kann nicht immer allen gefallen“, fügte Barilla an. Er leitet das 1877 gegründete Familienunternehmen, das auch andere Lebensmittel herstellt und ein Milliarden-Umsatz erzielt. In seiner „Klarstellung“ nach dem medialen Sturm der Entrüstung entschuldigte sich Barilla, „sollten meine Worte Missverständnisse oder Kontroversen ausgelöst haben“. Er habe nur die zentrale Rolle der Frau in der Familie betonen, dabei aber keine Empfindlichkeiten verletzen wollen. Schwule hätten seinen höchsten Respekt, so Barilla.

Auf Verständnis braucht er allerdings wohl kaum zu hoffen - seine entschuldigenden Worte werden bei Facebook bereits als "nicht ansatzweise glaubhaft" und "fadenscheinige Ausrede" auseinander genommen.

Der italienische Literaturnobelpreisträger Dario Fo, der früher selbst einmal in einem Barilla-Werbespot auftrat, hat sich derweil in einer Petition an das Unternehmen gewandt. Darin bittet Fo, Barilla solle mit verschiedenen Familienmodellen für seine Pasta werben: „Barilla-Pasta steht für Italien, für ein zu Hause und für Familie. Unser Land besteht aus vielen Familien, die eines vereint: Liebe. (...) Diese Liebe gibt es auf der ganzen Welt - sie kann zwischen einem Mann und einer Frau, zwei Frauen oder zwei Männer entstehen.“

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