BrandIndex: Etappensieger nach Pleite zweier Konkurrenten

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kolumneBrandIndex: Etappensieger nach Pleite zweier Konkurrenten

Kolumne von Holger Geißler

Es gibt einen unangefochtenen Spitzenreiter unter den deutschen Baumärkten: Obi. Doch die Branche ist in Bewegung. Wer profitiert von den Praktiker- und Max-Bahr-Pleiten?

Über Obi muss man gar nicht mehr viele Worte verlieren: Der Biber-Baumarkt ist der beliebteste und bekannteste, bietet die beste Qualität und hat die größte Kundenbasis. Das zeigen Langfrist-Daten aus dem YouGov-Markenmonitor BrandIndex. Wie gut aber schaffen es die anderen Marken, Obi Konkurrenz zu machen?

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Als Praktiker im vergangenen Sommer Insolvenz anmeldete, erschütterte das die Baumarkt-Branche. Kurze Zeit später folgte der zweite Paukenschlag: Auch die Praktiker-Tochtermarke Max Bahr ist zahlungsunfähig. Das Rennen auf die Standorte war eröffnet – zu den Gewinnern gehört Bauhaus. Das Unternehmen ist gerade dabei, einen großen Teil der Max-Bahr-Filialen umzuflaggen. Das Rennen um die Max-Bahr-Kunden indes ist noch offen. Der BrandIndex gibt aber schon erste Hinweise, wer in Max Bahrs Fußstapfen tritt.

 

Wo Max-Bahr-Kunden jetzt einkaufen

Es geht um nicht wenige Kunden. Unter denjenigen Verbrauchern, die Max Bahr kennen, bezeichnen sich immerhin gut 30 Prozent als ehemalige Max-Bahr-Kunden. Dies sind Menschen, die in der Vergangenheit recht zufrieden mit ihrem Baumarkt waren, wie wir kurz vor dem Aus für die Marke dargelegt hatten. Mit welcher Marke sie in Zukunft glücklich werden, davon dürfte in der Branche einiges abhängen. Eine schlechte Nachricht gibt es für Bauhaus: Obwohl das Unternehmen zurzeit durch die übernommenen Standorte schneller wächst als in der Vergangenheit, stagnieren die Werte im BrandIndex. Weder gelang es Bauhaus im vergangenen halben Jahr seine Bekanntheit noch weiter zu steigern, noch bezeichnen sich heute mehr Verbraucher als Bauhaus-Kunden.

Baumarktkette Hornbach und Kingfisher gehen getrennte Wege

Die Baumarktkette Hornbach und der britische Großaktionär Kingfisher gehen getrennte Wege. Kingfisher will im Sommer in Deutschland vier eigene kleine Baumärkte unter der Marke "Screwfix" eröffnen.

"Jetzt gibt es klare Verhältnisse ohne Interessenkonflikte", sagte der Geschäftsführer der Familien-Treuhand, Albrecht Hornbach. Quelle: dpa

Eine andere Marke kann hingegen in vielerlei Hinsicht Gewinne verbuchen: Hagebaumarkt. Das Unternehmen expandiert und hat ebenfalls Praktiker-Standorte übernommen. Zehn Prozent derjenigen, die die Marke Hagebaumarkt kennen, kaufen inzwischen dort ein. Der Wert ist innerhalb eines halben Jahres um die Hälfte gestiegen. Die neuen Kunden kommen vermutlich nicht nur von Max Bahr und Praktiker: Denn auch die toom Baumärkte können deutlich weniger Kunden von sich überzeugen und haben in den vergangen sechs Monaten fast ein Viertel verloren.

 

Hagebaumarkt: Anhaltender Aufwärtstrend 

Während auch Hornbach eher stagniert – auf einem mit Bauhaus vergleichbaren Niveau – lässt sich für Hagebaumarkt ein anhaltender Aufwärtstrend prognostizieren. Kunden ziehen die Marke nicht nur häufiger in Betracht als vor einigen Monaten, sie sind auch eher bereit Hagebaumarkt weiter zu empfehlen. Sie haben einen immer besseren allgemeinen Gesamteindruck des Branchenriesen.

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Die Entwicklungen im BrandIndex zeigen, dass die Spitzenposition von Obi zwar in Stein gemeißelt zu sein scheint, bei den anderen Marken durch den Wegfall von Praktiker und Max Bahr aber manches in Bewegung geraten ist. Wo deren ehemalige Kunden in dieser Saison Gartengeräte und Pflanzen kaufen werden, bleibt spannend.

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