BrandIndex: Pferdefleisch-Skandal belastet Image der Supermärkte

kolumneBrandIndex: Pferdefleisch-Skandal belastet Image der Supermärkte

Kolumne von Holger Geißler

Es ist einer der größten Lebensmittelskandale, die es je in Deutschland und Europa gegeben hat: Nicht deklariertes Pferdefleisch wird Verbrauchern als Rindfleisch verkauft. Die Konsumenten sind verunsichert. Der Handel reagiert offensiv und muss dennoch erst einmal Imageverluste hinnehmen.

Als die Presse ab Mitte Januar über Spuren von Pferdefleisch in Tiefkühllasagnen berichtete, gefunden bei Lebensmittelkontrollen in Irland, war noch nicht abzusehen, dass sich die Geschichte bald zu einem der größten Lebensmittelskandale in der Geschichte Europas und Deutschlands auswachsen würde. Mittlerweile entdecken die deutschen Behörden hierzulande immer mehr undeklariertes Pferdefleisch in Lebensmitteln. Umweltministerin Ilse Aigner zufolge sei man bisher in 40 von 533 amtlichen Proben fündig geworden.

Aufgelistet werden die betroffenen Produkte unter www.pferdefleisch-rueckrufe.de. Die Liste liest sich wie das „Who is Who“ des deutschen Lebensmittelhandels: Mogelpackungen fanden sich demnach im Sortiment von Rewe, Real, Edeka, Eismann, Aldi und anderen.

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Lebensmittelskandal Pferdefleisch in Fertiggerichten von Aldi und Co.

Die Gerichte werden aus den Regalen genommen, Geld zurückerstattet.

huGO-BildID: 29861535 ILLUSTRATION - Rindfleisch wird am 14.02.2013 in Frankfurt (Oder) (Brandenburg) durch einen Fleischwolf gedreht. In den vergangenen Wochen waren in mehreren Ländern der EU Fertiggerichte entdeckt worden, in denen statt des angegebenen Rindfleischs auch Pferdefleisch verarbeitet worden war. Foto: Patrick Pleul/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Handel geht in die Offensive

Man sei selbst Opfer der betrügerischen Fleisch-Produzenten und die Kritik, etwa in Bezug auf mangelnde Kontrollen, voreilig und nicht gerechtfertigt, heißt es seitens der Unternehmen. Mit Rückrufaktionen und öffentlichen Erklärungen versucht der Handel, den Imageschaden in Grenzen zu halten. Ein Blick in den YouGov-Markenmonitors BrandIndex zeigt, dass dies auch zum Teil gelingt. Obwohl der Skandal in Deutschland seit rund zwei Wochen Top-Thema in der öffentlichen Diskussion ist, zeigen die Imagewerte betroffener Handelsketten nur verhältnismäßig geringe Einbußen.

Imageverluste halten sich noch in Grenzen

Mit einer Ausnahme: Unter den Vertretern des klassischen Lebensmitteleinzelhandels sackt Metro-Tochter Real – dort gab es einen der ersten Pferdefleischfunde – besonders stark ab, von rund +56 Punkten auf +39 Punkte. Somit dürfte der Skandal insbesondere die Verantwortlichen bei Real noch einige Zeit beschäftigen. Die Konkurrenzmarken Kaiser’s und Tengelmann verlieren kaum, bewegen sich aber ohnehin bereits auf vergleichsweise schwachem Niveau. Rewe und Edeka, zwei besonders starke Player im Lebensmitteleinzelhandel, müssen bislang auch eher kleine Einbußen verkraften.

Auch Aldi kann sich glücklich schätzen: Das Ansehen des Discounters hat noch keinen sichtbaren Schaden erlitten, der Indexwert pendelt wie gewohnt unauffällig um die +60 Punkte-Marke.

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