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kolumne BrandIndex: Pferdefleisch-Skandal belastet Image der Supermärkte

Kolumne von Holger Geißler

Es ist einer der größten Lebensmittelskandale, die es je in Deutschland und Europa gegeben hat: Nicht deklariertes Pferdefleisch wird Verbrauchern als Rindfleisch verkauft. Die Konsumenten sind verunsichert. Der Handel reagiert offensiv und muss dennoch erst einmal Imageverluste hinnehmen.

Die einen finden es lecker, die anderen ekelt schon der Gedanke an den Verzehr – seitdem auch in deutschen Supermärkten in Tiefkühl-Lasagne Pferdefleisch entdeckt wurde, diskutieren die Menschen wieder über den Verzehr dieser Tiere. Ein Überblick über das Konsum und Angebot von Pferdefleisch in Deutschland.

Bild: dpa

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Als die Presse ab Mitte Januar über Spuren von Pferdefleisch in Tiefkühllasagnen berichtete, gefunden bei Lebensmittelkontrollen in Irland, war noch nicht abzusehen, dass sich die Geschichte bald zu einem der größten Lebensmittelskandale in der Geschichte Europas und Deutschlands auswachsen würde. Mittlerweile entdecken die deutschen Behörden hierzulande immer mehr undeklariertes Pferdefleisch in Lebensmitteln. Umweltministerin Ilse Aigner zufolge sei man bisher in 40 von 533 amtlichen Proben fündig geworden.

Aufgelistet werden die betroffenen Produkte unter www.pferdefleisch-rueckrufe.de. Die Liste liest sich wie das „Who is Who“ des deutschen Lebensmittelhandels: Mogelpackungen fanden sich demnach im Sortiment von Rewe, Real, Edeka, Eismann, Aldi und anderen.

Lebensmittelskandal Pferdefleisch in Fertiggerichten von Aldi und Co.

Die Gerichte werden aus den Regalen genommen, Geld zurückerstattet.

Lebensmittelskandal:  Pferdefleisch in Fertiggerichten von Aldi und Co.

Handel geht in die Offensive

Man sei selbst Opfer der betrügerischen Fleisch-Produzenten und die Kritik, etwa in Bezug auf mangelnde Kontrollen, voreilig und nicht gerechtfertigt, heißt es seitens der Unternehmen. Mit Rückrufaktionen und öffentlichen Erklärungen versucht der Handel, den Imageschaden in Grenzen zu halten. Ein Blick in den YouGov-Markenmonitors BrandIndex zeigt, dass dies auch zum Teil gelingt. Obwohl der Skandal in Deutschland seit rund zwei Wochen Top-Thema in der öffentlichen Diskussion ist, zeigen die Imagewerte betroffener Handelsketten nur verhältnismäßig geringe Einbußen.

Pferd

Ein traditionelles Pferdefleischgericht ist der Rheinische Sauerbraten. Da der deutsche Pferdefleischkonsum rückläufig ist, greifen Köche dabei als Ersatz oft auch zu Rindfleisch.

Bild: dpa

Imageverluste halten sich noch in Grenzen

Mit einer Ausnahme: Unter den Vertretern des klassischen Lebensmitteleinzelhandels sackt Metro-Tochter Real – dort gab es einen der ersten Pferdefleischfunde – besonders stark ab, von rund +56 Punkten auf +39 Punkte. Somit dürfte der Skandal insbesondere die Verantwortlichen bei Real noch einige Zeit beschäftigen. Die Konkurrenzmarken Kaiser’s und Tengelmann verlieren kaum, bewegen sich aber ohnehin bereits auf vergleichsweise schwachem Niveau. Rewe und Edeka, zwei besonders starke Player im Lebensmitteleinzelhandel, müssen bislang auch eher kleine Einbußen verkraften.

Auch Aldi kann sich glücklich schätzen: Das Ansehen des Discounters hat noch keinen sichtbaren Schaden erlitten, der Indexwert pendelt wie gewohnt unauffällig um die +60 Punkte-Marke.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 25.02.2013, 11:14 Uhrgesen

    Pferdefleisch ist kein Ekelfleisch, sondern ist sehr lecker. In vielen Gegenden, wie z.B. im Tessin, wird es sehr viel angeboten. Dass es von den Unternehmen missbraucht wird, um die engen Margen etwas zu weiten, kommt neben dem "falschen Käse und Schinken" sowie anderen Betrügereien nicht von ungefähr. Wenn metro einkauft, werden den Erzeugern, Lieferanten die Preise diktiert. So oder so, wenn Du nicht zu dem Preis lieferst, dann bist du raus. Das ist ja bekannt. Und nicht nur bei metro. Und das hat auch nichts damit zu tun, dass geiz geil ist. Wir finden auch in hochpreisigem Segment diesen Zustand. Der Verbraucher wird über den tisch gezogen, wo es nur geht. die Bestrafungen müssen sehr viel höher sein bei Ertappen, als bisher, es muss richtig wehtun. Meinetwegen bis zur Schließung des Unternehmens. Und dieser / diese dürfe nie wieder die Lizenz für Lebensmittel erhalten. Jetzt haben wir noch die bio-Eier geschichte. Wir haben es erahnt. Wie können Millionen von Eiern Bio sein? Einfach anders etikettieren. Alle gehört ein Berufsverbot. Ich kaufe meine Eier beim Bauern um die Ecke, da seh ich die Hühner noch scharren. Aber die Möglichkeit hat leider nicht jeder. Also wird hemmungslos gelogen und betrogen...

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