BrandIndex: Welcher stationäre Händler kann Onlineportalen Paroli bieten?

ThemaOnlinehandel

kolumneBrandIndex: Welcher stationäre Händler kann Onlineportalen Paroli bieten?

Bild vergrößern

Nach Amazon wurde nun die Arbeitssituation der Zalando-Angestellten untersucht

Kolumne von Holger Geißler

Wer heute etwas kaufen will, guckt meist zuerst bei Amazon und Zalando. Kritik und Shitstorms können diesen Marken zwar vorübergehend schaden, ihrem Siegeszug hingegen nicht.

Nach Amazon nun also Zalando. Die Aufregung ist groß, weil eine RTL-Journalistin undercover recherchiert hat, wie schlecht die Arbeitsbedingungen im Lager des Modeversenders sind. Die so genannten Picker müssen dort jeden Tag viele Kilometer zu Fuß zurücklegen, um Waren aus den Regalen zu holen. Sie laufen dabei immer gegen die Uhr an, die in ihrem Scanner genau vorgibt, wie viel Zeit pro Artikel aufgewendet werden darf. Alles wird protokolliert. Es wurde als Aufreger inszeniert und ein Shitstorm im Netz war praktisch unausweichlich. Hashtag: #Sklavando.

Die erste Reaktion des Unternehmens: gelassen. „Puh, die Emotionen kochen ziemlich hoch, aber da müssen wir wohl durch“ war nach der Sendung bei Facebook zu lesen. Das nehmen die ohnehin schon aufgebrachten Anpranger dem Unternehmen zusätzlich übel, doch bleibt Zalando zurecht entspannt. Obgleich der tägliche YouGov-Markenmonitor BrandIndex seit Ausstrahlung der RTL-Dokumentation auf mehreren Dimensionen merkliche Verluste für Zalando ausweist, wird die geschürte Aufregung unserer Einschätzung nach schnell wieder vergessen sein. Unsere Erfahrung belegt: solche Kritik hagelt es vorrangig von Personen, die einer Marke gegenüber negativ eingestellt sind.

Anzeige

Argumente für Online überwiegen das mediale Strohfeuer

Das zeigt zum einen das Beispiel Amazon. Die Kritik an den Arbeitsbedingungen beim Alles-Versender Anfang 2013 liefert sehr gute Anhaltspunkte. Der Shitstorm samt Absacken der Amazon-Werte auf BrandIndex-Dimensionen war deutlich heftiger als bei Zalando –  dennoch ist das Unternehmen in Deutschland erfolgreich wie nie zuvor. Darüber hinaus liefert der BrandIndex inzwischen sofort wertvolle Hinweise, ob Kunden Zalando die Treue halten. Derzeit würden genau so viele Verbraucher wie vor der RTL-Sendung eine Bestellung bei dem Versandhändler in Betracht ziehen. Und genauso viele Konsumenten wie vor dem Shitstorm planen ganz konkret, demnächst bei Zalando einzukaufen.

Dass die Verbraucher ihr Kaufverhalten wegen solchen Ereignissen nicht grundsätzlich ändern, dürfte weiterhin daran liegen, dass es in vielen Sortimentsbereichen weiterhin an überzeugenden Strategien der Wettbewerber mit stationärem Kerngeschäft mangelt. Wer gerne online einkauft und es schätzen gelernt hat, Produkte zu attraktiven Preisen nach Hause geliefert zu bekommen oder bei Nicht-Gefallen problemlos zu retournieren, der geht eben nicht in die Fußgängerzone, nur weil die Angestellten bei Expert, Görtz oder Peek & Cloppenburg vielleicht besser behandelt werden. Online einkaufen bleibt weiterhin schlicht zu bequem, macht Spaß und wenig Ärger.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%