BrandIndex: Welches Bier die Weihnachtsfeier gesellig macht

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kolumneBrandIndex: Welches Bier die Weihnachtsfeier gesellig macht

Kolumne von Holger Geißler

Bier hat Persönlichkeit: Manche Sorte gilt als progressiver, manche als geselliger. Das Marktforschungsinstitut YouGov hat Verbraucher über Monate zu ihrem Image von Biermarken befragt.

Auch wenn es am besten in die Weihnachtszeit passen würde: Es muss ja nicht nur Glühwein sein. Bier gehört zu Weihnachtsfeiern genauso dazu – und nicht wenige Feiern finden in Brauhäusern statt. In unseren repräsentativen Umfragen für den YouGov-Markenmonitor BrandIndex haben wir in den vergangenen Monaten spezifische Fragen zum Image von Biermarken gestellt. Manches Bier, so zeigen die Ergebnisse, scheint besser in den Biergarten zu passen, andere Sorten eher auf die Weihnachtsfeier und wieder andere trinkt man wohl eher allein.

Mit welchen Marken verbinden Sie das Gefühl von entspannter Geselligkeit?“ lautet eine unserer Fragen. Beck's und Krombacher teilen sich den Spitzenplatz bei ca. +15 Punkten – auf einer Skala von -100 bis +100. Knapp dahinter liegen drei Weizensorten: Erdinger, Franziskaner und Paulaner. Bei diesen zeigt sich jedoch viel deutlicher als bei den Pilsmarken eine Saison-Abhängigkeit. Während Weizenbier Ende August, Anfang September als besonders gesellig bewertet wird, erreichen Beck's und Krombacher im Frühsommer ihre Höchstwerte, fallen aber bis Dezember insgesamt nur wenig, während die Weizen-Saison vergleichsweise harsch endet.

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Gesellig nur im Sommer?

Die bayrische Biergarten-Saison ist auch bei einer anderen Fragestellung deutlich zu erkennen: „Wenn Sie sich Biermarken als Personen vorstellen würden, welche davon wären dann für Sie Freunde, mit denen man gemeinsam Dinge erleben möchte?“ Wieder bekommen Beck's und Krombacher dauerhaft die größte Zustimmung, Weizenbier hat hingegen vor allem im Hochsommer ein Kumpel-Image. An der Werbung scheint es nicht zu liegen. Zwar wirbt Beck's zurzeit auch mit weihnachtlichen Motiven, etwa auf Facebook, doch wie bei den anderen Marken auch, geben Verbraucher vor allem im Sommer an, dass sie Werbung für das Bier aus Bremen wahrgenommen haben. Dass sie sich im Winter weniger an aktuelle Bierwerbung erinnern können, ändert aber nichts an der guten Einschätzung der Marke Beck's.

Das deutsche Reinheitsgebot

  • Ab 1516: Die bayrische Landesverordnung

    Die bayrischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. erließen am 23. April 1416 in Ingolstadt die neue Landesverordnung. Darin hieß es: „Wir wöllen auch sonderlichen / das füran allenthalben in unsern Stetten / Märckthen / unn auf dem Lannde / zu kainem Pier / merer stückh / dann allain Gersten / Hopfen / unn wasser / genommen unn gepraucht sölle werdn.“

    Die Landesverordnung schrieb damit fest, dass für Bier nur Gersten, Hopfen und Wasser verwendet werden darf. Das erste Reinheitsgebot diente vor allem dem Verbraucherschutzes. Denn die Landesverordnung erschwerte es den Brauern, die auch ohne Rücksicht auf die gesundheitliche Wirkung Ochsengalle, Fliegenpilze oder psychodelische Kräuter in den Kassel warfen. Wertvolles Getreide wie Weizen oder Roggen hingegen blieb durch die Verordnung allein den Bäckern vorbehalten.

  • Ab 1871: Das Reinheitsgebot erobert das deutsche Reich

    Bis die bayrische Regelung auch von anderen Ländern übernommen wird, dauert es über 350 Jahre: Erst mit der Reichsgründung 1871 führen auch andere Gebiete in Deutschland das Gebot ein. Wahrscheinlich auch unter dem Druck der Bayern, die ihren Zutritt zum Reich an diese Voraussetzung geknüpft haben sollen. Ab 1906 gilt das Gebot reichsweit.

  • Ab 1923: Das Reinheitsgebot in Krise und Krieg

    Auch im Biersteuergesetz von 1923 ist das Reinheitsgebot enthalten. Doch eingehalten wird es in Krisen- und Kriegszeiten nur bedingt: So wurde zwischenzeitlich der Vertrieb von verfälschten Bieren nicht geahndet, und nach dem Krieg waren Ersatzzutaten wie Zucker, Hirse oder Kartoffeln sogar ausdrücklich erlaubt – außer in Bayern. Das Land versuchte daher mit einer Reihe von Gerichtsprozessen, das Reinheitsgebotes wieder bundesweit durchzusetzen.

  • Ab 1987: Die EU lockert das Reinheitsgebot

    Bis 1987 schützte das Reinheitsgebot nicht nur die Verbraucher, sondern vor allem auch die deutschen Brauer: Alle in Deutschland verkauften Biere mussten dem Reinheitsgebot entsprechen. Ausländische Brauer, deren Produkte das nicht taten, durften diese in Deutschland auch nicht als Bier vertreiben. Entsprechend gab es in Deutschland nur wenige ausländische Marken. Der Europäische Gerichtshof kippte das Gesetz 1987: Das Importverbot beschränke den Handel zwischen den Partnerländern.

  • Das Reinheitsgebot heute

    Heute findet sich das Reinheitsgebot im Gesetz in der Bierverordnung und dem Vorläufigen Biersteuergesetz wieder. Dort heißt es: „Farbebier muss aus Gerstenmalz, Hopfen, untergäriger Hefe und Wasser hergestellt werden, es muss vergoren sein.“ Für obergärige Biere sind die Bestimmungen weniger streng. Daran halten müssen sich aber mittlerweile nur noch deutsche Brauereien, die auch für den deutschen Markt produzieren.

  • Auf dem Weg zum Kulturerbe?

    Bis zum Jahr 2016 soll das Reinheitsgebot Weltkulturerbe gehen - zumindest, wenn es nach dem deutschen Brauerei-Bund geht. Doch zwischen dem Plan und der Umsetzung liegen einige Hürden: Der Brauerei-Bund hat den Antrag bereits beim Land Bayern eingereicht. Doch die Bayern müssen den Vorschlag noch in die Vorauswahl für ein mögliche immatrielles Kulturerbe aufnehmen. Diese Liste wird dann an die Kultusministerkonferenz weitergeleitet, die aus den Vorschlägen der Länder noch mal eine Liste erarbeitet. Erst diese Vorschläge werden dann an die UNESCO weitergeleitet, die den Antrag von einem unabhängigen Experten-Komitee prüfen lässt. Der Evaluierungsprozess dauert in der Regel zwei Jahre.

Generell beeinflusst die Werbung durchaus das Image einer Marke. So wirbt Krombacher etwa mit dem Slogan „Eine Perle der Natur“ und vermittelt damit Naturverbundenheit, Natürlichkeit und Echtheit. Gleichzeitig ist Krombacher die Marke, an deren Werbung sich die meisten Verbraucher erinnern können. Dementsprechend halten die Verbraucher Krombacher auch für die authentischste unter den Pilsmarken. Bei den Weizenbieren liegt in dieser Frage Erdinger vorn.

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