BrandIndex: Wie gut passen Apple und Aldi zusammen?

kolumneBrandIndex: Wie gut passen Apple und Aldi zusammen?

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Apple testet in Österreich den Verkauf des iPhone 5C beim Discounter Aldi.

Kolumne von Holger Geißler

In Österreich gab es erstmals iPhones bei Aldi. Auch für deutsche Verbraucher ein Gesprächsthema. iPhones und Aldi – eine Kombination, die ungewöhnlicher klingt als sie ist.

Am Donnerstag gab es zum ersten Mal ein Apple-Smartphone bei Aldi zu kaufen. Bei der österreichischen Aldi-Süd-Tochter Hofer zwar, aber Kunden in Deutschland zeigen sich durchaus beeindruckt von dem Angebot. Nachdem die ersten Medienberichte erschienen waren, zeichnete sich im YouGov-Markenmonitor-BrandIndex etwa eine steigende Aufmerksamkeit vor allem für den Mobilfunk-Ableger Aldi Talk ab.

Ungewöhnlich viele Verbraucher gaben an, mit Freunden, Verwandten oder Bekannten online oder offline über Aldi Talk gesprochen zu haben. Besonders stark war der Effekt in den südlichen Bundesländern, von wo aus sich eine Fahrt über die Grenze nach Österreich für ein Schnäppchen eventuell lohnen könnte.

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Chronologie: Der Aufstieg von Aldi

  • 1913

    Der Bäcker Karl Albrecht startet am 10. April 1913 den Verkauf von Backwaren im heutigen Essener Stadtteil Schonnebeck.

    Quelle: dpa

  • 1914

    Karl Albrecht und seine Frau Anna eröffnen im Essener Stadtteil Schonnebeck ein „Kaufhaus für Lebensmittel“.

  • 1945

    Nachdem Eltern das Geschäft um weitere Filialen erweitert haben, übernehmen die Söhne Karl und Theo Albrecht 1945 den Betrieb.

  • 1954

    Die Brüder entwickeln das Geschäftsmodell weiter. Das Stammgeschäft in Essen-Schonnebeck wird zum Selbstbedienungsladen. Die Kette wächst zudem weiter. 1960 hat das Unternehmen mehr als 300 Filialen.

  • 1960

    Das Unternehmen hat mehr als 300 Filialen.

  • 1961

    Die Brüder teilen das Filialnetz auf. Karl konzentriert sich auf den südlichen Teil (Aldi Süd) und Theo auf den nördlichen, Aldi Nord. Sie arbeiten aber weiter eng zusammen.

  • 1962

    Die erste Aldi-Filiale im Discount-Prinzip wird eröffnet.

  • 1967

    1967 folgt der erste Schritt ins Ausland. Aldi Süd übernimmt das österreichische Handelsunternehmen Hofer. 1976 startet Aldi Süd in den USA. Wenige Jahre später steigt auch Aldi Nord mit der Übernahme von Trader Joe's in den US-Markt ein.

  • 1980er Jahre

    Einführung der Aktionstage. Aldi Süd führt Kühltheken für den Verkauf von Frischprodukten ein.

  • 1998

    Aldi Süd nimmt u.a. Tiefkühlprodukte ins Sortiment auf.

  • 2009

    Aldi Süd beginnt mit der Aufstellung von Backstationen.

  • 2010

    Aldi-Mitbegründer Theo Albrecht (Aldi Nord) stirbt im Alter von 88 Jahren.

  • 2011

    Aldi Nord führt ein neues Laden-Konzept mit Backstationen ein. Beginn der europaweiten Modernisierung des Filialnetzes.

  • 2014

    Aldi-Mitbegründer Karl Albrecht stirbt mit 94 Jahren.

  • So mächtig ist Aldi heute

    Mit ihrem Discount-Prinzip haben die Gebrüder Albrecht den Lebensmittehandel revolutioniert und ihre Unternehmen einen enormen Erfolg beschert. Das Forschungsinstitut EHI schätzt den Nettoumsatz von Aldi Süd im Jahr 2013 auf 13, 8 Milliarden Euro, den von Aldi Nord auf 10 Milliarden. Aldi Süd verfügt allein in Deutschland über rund 1830 Filialen, Aldi Nord über mehr als 2400. Weltweit kommen Aldi Nord und Aldi Süd zusammen auf insgesamt über 10.000 Filialen und rund 66,8 Milliarden Euro Jahresumsatz.

Es wird spekuliert, ob der Verkauf des iPhone 5C im Discounter ein Testlauf für Aldi und Apple ist und vergleichbare Angebote vielleicht in Zukunft auch in Deutschland verfügbar sein werden. Das ist weniger abwegig als es zunächst klingt, denn Apple und Aldi weisen im BrandIndex überraschende Gemeinsamkeiten auf.

So sind es sowohl beim iPhone als auch bei Aldis Mobilfunkangebot Aldi Talk vor allem Verbraucher bis 30 Jahre, die diese Produkte bei der Wahl von Handy und Tarif in die engere Wahl nehmen würden. Dass das iPhone 5C in Kombination mit einem Tarif des österreichischen Aldi-Talk-Pendants angeboten wurde, ist also passend. Das sieht etwa bei Tchibo mobil ganz anders aus – dessen Tarife stehen vor allem bei 31- bis 50-Jährigen hoch im Kurs.

iPhone 5C Warum Apple das Billig-Handy so teuer macht

Eigentlich wollte das Unternehmen aus Cupertino mit einem günstigeren Smartphone den Schwellenmarkt angreifen. Doch nun bleibt das iPhone 5C relativ teuer. Warum sich Apple für diese Strategie entschieden hat.

Quelle: REUTERS

Gegensätze ziehen sich an

Unternehmerisch interessant wird die Kombination Apple/Aldi natürlich auch durch die vorhandenen Unterschiede – etwa im verfügbaren Haushalts-Nettoeinkommen der Kunden. Über alle Einkommensschichten hinweg sind 55 Prozent der deutschen Verbraucher Aldi-Kunden. Unter denjenigen mit mehr als 3000 Euro Nettoeinkommen ist der Anteil geringfügig höher als unter denjenigen mit weniger Einkommen.

Die iPhone-Kundschaft ist hingegen viel stärker gespalten. Ein Fünftel der Gutverdiener hat eines, aber nur jeder Sechzehnte mit niedrigen Einkommen. Das Interesse dieser Verbraucher könnte geweckt werden, wenn iPhones plötzlich im Discounter auftauchen. Selbst wenn sie sich wegen des nicht überragenden Preises (knapp 300 Euro verlangte Hofer für das iPhone 5C mit 8GB) dann doch gegen den Kauf entscheiden, hat ein Apple-Produkt auf dem Grabbeltisch ihre Aufmerksamkeit gewonnen.

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Apple und dem iPhone wird von deutschen Verbrauchern ein negatives Preis-Leistungs-Verhältnis bescheinigt – auch dieser Eindruck könnte sich durch iPhones im Discounter ändern. Aldi bietet laut BrandIndex das mit Abstand beste Preis-Leistungs-Verhältnis im gesamten Einzelhandel.

Für Apple dürfte die Aktion bei Hofer also mehr sein als nur eine Gelegenheit, ein Auslaufmodell zu verramschen. Die Idee hinter dem iPhone 5C war es, damit neue Zielgruppen zu erschließen. Große Veränderungen beim Kaufinteresse für iPhones zeigten sich bei Verbrauchern mit niedrigem und mittlerem Einkommen in den vergangenen zwei Jahren aber nicht. Der Schritt aus den Apple Stores heraus auf die Verbraucher zu könnte das ändern.

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