Brew it yourself: Amerikaner entdecken das Brauen für sich

Brew it yourself: Amerikaner entdecken das Brauen für sich

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In den USA etabliert sich zunehmend eine Do It Yourself-Kultur des Bierbrauens. Die Beercraft-Bewegung setzt die großen Hersteller unter Druck.

In den USA trifft gerade die Do It Yourself-Kultur auf das Brauerei-Handwerk. Die Beercraft-Bewegung revolutioniert den Bierkonsum und setzt die großen Hersteller unter Druck.

Wenn man den Bottle Craft Beershop im italienischen Viertel in San Diego betritt, wird man fast von der Auswahl erschlagen. An der Rückwand des rund 40 Quadratmeter großen Ladens mit breiter Fensterfront stehen Regale mit rund 700 Biersorten aus aller Welt. Für den direkten Konsum stehen rechts vom Eingang drei große Kühlschränke - ebenfalls mit Bieren aus aller Welt befüllt. Wenn man sich endlich entschieden hat und sich an die Theke in der Mitte des Raumes setzt, dann bekommt man zusätzlich vier Bierproben, die im Laden selbst hergestellt werden, auf dem Beer Sampler Paddle serviert.

An rustikalen Holztischen sitzen Gruppen junger Erwachsener, die sich Ein-Liter-Flasche für rund 12 Euro teilen. Man zeigt seinen Freunden, welches Bier man in der Heimat trinkt oder was man im Urlaub probiert hat. Es geht um die Geschichten um das Bier herum, mehr als um den Alkohol. Das sieht man schon an den Etiketten. Sie zeigen 50er-Jahre-Bilder von Surfern wie auf dem Big Wave Golden Ale der Kona Brewing Company oder Arbeiterportraits im Comic-Stil der Rogue-Brauerei. Die Atmosphäre hier gleicht mehr einem Kochkurs als einer Kneipe.

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In den USA ist das Brau-Handwerk – das so genannte Beercraft - groß im Kommen. Micro-, Nano- und Home Breweries bieten handgemachtes Bier klassisch oder für spezielle Geschmäcker in kleinen Chargen an.

Bierexperte Sauer "Wir wollen zeigen, wie wunderbar Bier ist"

Sebastian Sauer von der Freigeist-Brauerei der Kölner Braustelle reist durch die USA und bringt den Amerikanern die deutsche Bierkultur nahe. Über die Philosphie der Beecraft-Bewegung und die Beliebtheit deutscher Biere.

Gläser mit verschiedenen Bierarten stehen auf einem Tisch Quelle: Pia Simonsen

Mike Frohlich, ein Brauer aus Bismarck, North Dakota, erklärt, dass die meisten Menschen überzeugt sind, dass es "da draußen bessere Produkte geben muss und man nicht mehr das trinken muss, was der Vater getrunken hat". Sebastian Sauer von der Kölner Braustelle, der in den USA Seminare über die deutsche Brauerei-Kultur hält, ist sicher, "dass eine beachtliche Zahl von US-Amerikanern keine Lust mehr auf den Einheitsbrei der Großbrauereien hat und individuelle, handwerklich hergestellte Bierspezialitäten von kleinen Brauereien bevorzugt".

2012 Small and Independent U.S. Craft Brewers Growth (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Presse

2012 Small and Independent U.S. Craft Brewers Growth

(zum Vergrößern bitte anklicken)

Bild: Presse

Das Bier-Handwerk ist schon lange kein Hobby Einzelner mehr. 2.360 Brauereien gibt es in den USA mittlerweile. In 2012 sind insgesamt 377 Brauereien hinzugekommen – ein Zuwachs von 19 Prozent. Und das Bier-Handwerk ist vor allem auch kein Männerding: Holly DeShaw führt die Blackbird Bar in Milwaukee mit 80 verschiedenen Bieren, Devon Randall führt die Pizza Port Brewing Company in Solana Beach, Kalifornien.

Während Staaten wie Kalifornien und Massachusetts immer schon vorne mit dabei waren, greift der Trend jetzt auch auf Staaten im Mittelteil der USA über. Dort wachsen die Brauereien mit Traumraten: So zum Beispiel die Tennessee ‚sBlackstone Brewery (um 1.190 Prozent), Texas' Karbach Brewing (1.112 Prozent) oder Beerworks aus Austin (um 394 Prozent).

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