Buchverlag: Suhrkamp: Auch Verlagstöchtern droht Insolvenz

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Schwierige Zeiten für den Suhrkamp Verlag

von Henryk Hielscher und Peter Steinkirchner

Nach der Insolvenz des Suhrkamp-Verlages sind auch die Verlagstöchter von Insolvenzverfahren bedroht.

„Ich kann mir vorstellen, dass wir noch das ein oder andere zusätzliche Insolvenzverfahren einleiten müssen“, sagt Frank Kebekus, der als Suhrkamp-Generalbevollmächtigter die Sanierung steuert, der WirtschaftsWoche. Zur Verlagsgruppe gehören neben dem Flaggschiff Suhrkamp der Insel-Verlag, der Deutsche Klassiker Verlag, der Jüdische Verlag und der von der Suhrkamp-Gesellschafterin Ulla Unseld-Berkéwicz gegründete Verlag der Weltreligionen.

Zwischen den Unternehmen gebe es enge wirtschaftliche Verflechtungen. Daher würden entsprechende Insolvenzanträge „ebenso geprüft, wie die Frage, ob für die Gesellschaften Schutzschirmverfahren die richtigen Instrumente“ seien, so Kebekus. „Aber die Suhrkamp-Beiboote werden sicherlich nicht untergehen.“

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Mit dem bisherigen Verlauf des Insolvenzverfahrens unter einem gesetzlichen Schutzschirm zeigte sich Kebekus zufrieden: „Bisher lief das Verfahren sehr positiv an. Die Druckereien und der Buchhandel sind uns treu geblieben. Bei vielen Autoren hat sich fast schon eine gewisse Aufbruchsstimmung eingestellt.“ Aus dem Verlagsumfeld erfuhr die WirtschaftsWoche, dass derzeit ein Gläubigerausschuss installiert wird, der die Interessen der Beteiligten wahrnehmen soll. Dem Vernehmen nach werden dem Gremium neben einem Vertreter des Betriebsrats und eines Dienstleisters auch der bekannte Lyriker Durs Grünbein angehören. Zudem wird der Verlag Insolvenzausfallgeld in Höhe von rund 200.000 Euro pro Monat in Anspruch nehmen.

Kebekus äußerte im Gespräch mit der WirtschaftsWoche die Hoffnung, dass sich der Verlag vom Marktkampf der Anteilseigner unabhängig machen kann. Ziel sei „ein finanziell restrukturierter Verlag, der durch die Auseinandersetzung auf Gesellschafterebene nicht mehr paralysiert wird“. Kebekus muss den Gläubigern bis Ende August einen Insolvenzplan präsentieren. „Ich bin aber zuversichtlich, dass wir unser Sanierungskonzept schneller vorlegen können“, sagt Kebekus. Er hofft, dass sich die verfeindeten Parteien zusammenraufen. Für kommende Woche sind Gespräche mit den Anwälten des Minderheitsgesellschafters Hans Barlach geplant. Auch der Einstieg eines neuen Gesellschafters sei „absolut denkbar“. Namen, die in der Öffentlichkeit kolportiert werden, weist Kebekus als Spekulation zurück. „Jeder, der nicht bei drei auf dem Baum ist, wird jetzt als möglicher Investor genannt“, sagt Kebekus, „aber es gibt noch gar keine Gespräche.“

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