Clevere Kundenbindung: Wie Amazon bei den Preisen trickst

Clevere Kundenbindung: Wie Amazon bei den Preisen trickst

Die Preise bei Amazon sind besonders günstig? Von wegen. Eine neue Studie entlarvt, wie der Online-Händler seine Kunden austrickst.

Sie haben die Amazon-Seite lange nicht besucht, trotzdem weiß der Handelsriese noch, was Sie zuletzt gesucht haben? Kein Wunder: Jeder Seitenaufruf und jeder Klick verrät unsere Vorlieben.

Eine Studie der Universitäten Cambridge und Stanford hat unlängst sogar herausgefunden, dass uns Facebook besser als unsere Familie und unsere Freunde kennt - und dafür nur zehn Likes braucht. Nach 70 Likes ist der Algorithmus sogar genauer in seiner Beschreibung, als sie unsere Freunde liefern können.

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Ähnlich ist das bei Amazon. Jeder zusätzliche Klick verrät mehr über unsere Vorlieben - und lässt sich nicht nur dazu verwenden, das eigene Angebot zu optimieren. Wer weiß, was der Kunde wann, wo und wie kauft, kann daran auch die eigenen Preise ausrichten.

Was Sie bei der Preisjagd auf Vergleichsportalen beachten sollten

  • Mehrere Suchmaschinen

    Die Stiftung Warentest rät Verbrauchern, immer mehrere Suchmaschinen zu benutzen, um den gesamten Markt abzubilden. Vor der Eingabe persönlicher Daten sollten Kunden sich in den Geschäftsbedingungen vergewissern, dass diese nicht an Dritte weitergegeben werden.

  • Reisen

    Wer günstig fliegen möchte, sollte bei Portalen suchen, die reine Preisvergleiche anbieten. Die Stiftung Warentest empfiehlt die Google-Flugsuche oder Swoodoo im Gegensatz zu den digitalen Reisebüros expedia.de oder opodo.de, die eine Provision für die Vermittlung nehmen. Verbraucher sollten den gefundenen Preis dann mit dem Angebot vergleichen, das der jeweilige Reiseanbieter auf seiner Internet-Seite direkt macht. Zusätzlich sollten Kunden darauf achten, welche Leistungen genau im Preis enthalten sind.

  • Stromanbieter

    Bei der Suche nach dem günstigsten Tarif ist bereits bei den Voreinstellungen der Portale Vorsicht geboten, warnt die Verbraucherzentrale NRW: Die seien oft so gewählt, dass bei den vordersten Suchergebnissen Lockangebote landeten von Anbietern, welche für die Vermittlung eine Provision an das Portal zahlen. Um günstige und faire Angebote zu finden, sollten Verbraucher die Häkchen bei den Einstellungen selbst setzen und etwa „Alle Boni und Rabatte in die Gesamtkosten einrechnen“ anklicken und „Alle Tarife“ anzeigen lassen, um den wahren Endpreis zu sehen. Oft stünden wirklich günstige Tarife erst an vierter bis zehnter Stelle. Bei verivox.de etwa werden bei den Suchergebnissen ganz oben Anzeigen von Unternehmen geschaltet, die oft teurer sind als andere Anbieter. Immerhin bietet Verivox aber bei den Voreinstellungen eine „Stiftung-Warentest-Empfehlung“ an. Bei Vorkasse-Tarifen droht bei einer Anbieterpleite Geldverlust.

  • Finanzen

    Bei der Suche nach Tagesgeldzinsen ist wichtig, sich die Konditionen anzuschauen, rät die Verbraucherzentrale NRW: Wie hoch ist die Einlagensicherung? Wann werden die Zinsen gezahlt? Ist die Service-Hotline auf Deutsch und kostenlos? Dies kann bei den Sucheinstellungen berücksichtigt werden.

Nun genießt Amazon den komfortablen Ruf, besonders niedrige Preise bieten zu können. Wie falsch diese Annahme ist, zeigt jetzt die Untersuchung, über die das US-Technologieportal Re/Code berichtet.

Das Startup "Boomerang Commerce" hat eine Software entwickelt, die die Nachfrage nach Produkten mit den entsprechenden Preisen vergleicht. Und dabei zeigte sich: Amazon bietet längst nicht immer die niedrigsten Preise. Stattdessen analysiert der Handelsriese die beliebtesten Produkte auf seiner Webseite - und unterbietet dann die Konkurrenz.

Manche Kunden zahlen mehr als andere Wie Online-Händler ihre Preise manipulieren

Online-Händler passen sich neu an jeden Kunden an: Sie verändern Werbung, Angebot – und auch den Preis. Eine Studie zeigt, dass das Gefühl, nicht immer den „richtigen“ Preis zu zahlen, nicht täuscht.

huGO-BildID: 37502473 ARCHIV - Auf der Webseite eines Online-Shops ist das Symbol des Warenkorbs abgebildet mit dem Hinweis Einkaufswagen, aufgenommen am 18.11.2011 in Dresden. Neue Regeln beim Kauf im Internet und außerhalb von Ladenräumen sollen Verbraucher besser vor versteckten Kosten schützen. In Deutschland tritt am13.06.2014 ein Gesetzespaket in Kraft, das eine entsprechende EU-Richtlinie umsetzt. Foto: Arno Burgi (zu dpa: " Neue Regeln für mehr Schutz bei Online-Käufen treten in Kraft" vom 13.06.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

In mehreren Fällen konnte "Boomerang" beobachten, wie Amazon bei Preissenkungen vorgeht. Ein Beispiel: Ein Fernseher von Samsung, eines der beliebtesten TV-Produkte auf Amazon, kostet normalerweise 350 Dollar. Kurz vor dem Black Friday, den die Amerikaner traditionell dazu nutzen, um die ersten Weihnachtsgeschenke zu kaufen, sank der Preis für das Gerät auf 250 Dollar. Damit war er deutlich billiger als die Konkurrenz. So weit, so gut.

Im gleichen Zeitraum stiegen allerdings die Kosten für Produkte, die die Kunden als Zubehör zum Fernseher kaufen. Bestimmte Kabel zum Beispiel waren nun um bis zu 33 Prozent teurer - aber nur solche Kabel, die in der Rangliste der beliebtesten Produkte weit unten auftauchten - und die Wahrnehmung vieler Kunden damit gar nicht erst beeinflussten.

Mit anderen Worten: Die vermeintlich ständig niedrigen Preise trüben die Wahrnehmung der Verbraucher. Denn in Wahrheit reduziert Amazon die Preise nur bei jenen Produkten, die gerade ohnehin besonders beliebt sind.

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