Deutsche Bahn: Züge sollen bald ohne Lokführer fahren

Deutsche Bahn: Züge sollen bald ohne Lokführer fahren

, aktualisiert 10. Juni 2016, 14:00 Uhr
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Ein Nahverkehrszug der Deutschen-Bahn fährt am 29.04.2016 in Stuttgart (Baden-Württemberg) über eine Neckarbrücke. Die Deutsche Bahn hat den Wettbewerb um das Stuttgarter Nahverkehrsnetz gegen die Betreiber Go-Ahead und Abellio endgültig verloren. Der Vergabesenat des Oberlandesgerichts (OLG) Karlsruhe entschied am 29.04.2016, dass der Ausschluss der DB Regio AG vom Vergabeverfahren durch das Land rechtmäßig war. Foto: Philip Schwarz/dpa (zu dpa: "Deutsche Bahn unterliegt im Streit um Stuttgarter Nahverkehrsnetz" vom 29.04.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Quelle:Handelsblatt Online

Autonomes Fahren ist nicht nur für die Autobranche interessant. Bahnchef Grube will schon in wenigen Jahren vollautomatische Züge einsetzen. Auf einer Strecke beginnen demnächst die ersten Testfahrten.

BerlinDie Deutsche Bahn will in wenigen Jahren Züge ohne Lokführer einsetzen. „Ich rechne damit, dass wir 2021, 2022 oder 2023 so weit sind, dass wir in Teilen unseres Netzes vollautomatisch fahren können“, sagte Vorstandschef Rüdiger Grube der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). „Das autonome Fahren ist in einem komplexen Schienensystem, in dem schnelle und langsame Personenzüge sowie Güterzüge fahren, schwieriger als bei einer U-Bahn - aber es ist möglich.“

Grube sagte, die ersten Pilotprojekte liefen bereits, so sei ein Testfeld bei der Erzgebirgsbahn aufgebaut. Ein Bahnsprecher erläuterte dazu, auf einer rund 30 Kilometer Strecke seien ab Frühherbst die ersten Testfahrten geplant. Eine Diesellok werde umgerüstet und unter anderem mit Kameras und Sensortechnik ausgestattet. Das System solle Hindernisse zuverlässig erkennen und den Zug in solchen Fällen rechtzeitig stoppen.

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Anders als bei geschlossenen Systemen wie U-Bahnen in Tunneln sei das Schienennetz der Eisenbahn viel komplexer, sagte der Sprecher. Außer der Sicherheit müssten auch rechtliche Fragen geklärt werden. „Wir glauben aber, dass wir die Probleme lösen können“, fügte er hinzu.

Bahnchef Grube sagte in dem Interview, angesichts der Digitalisierung müsse die Bahn wettbewerbsfähig bleiben. Zudem wolle das Staatsunternehmen die Daten, die sie gewinnt, besser nutzen. Dazu seien der Aufbau einer eigenen Gesellschaft und eine weitreichende Zusammenarbeit mit Start-ups geplant.

Die geplanten Einstellung der klassischen Nachtzüge mit Liege- und Schlafplätzen im kommenden Dezember begründete Grube mit „tiefroten Zahlen“ dieses Angebots. „Wir bemühen uns aber, noch in diesem Jahr ein Konzept vorzulegen, mit dem es auch künftig in Deutschland Nachtzugverkehr geben wird“, sagte Grube.

Nach Bahn-Angaben ist geplant, die Zahl der nachts verkehrenden Intercity-Züge zu erhöhen, vor allem in den Urlaubsmonaten im Sommer. Derzeit liefen „die betrieblichen Prüfungen dieses Konzeptes“. Zugleich spreche der Konzern mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) darüber, ob und wie der Partner des Nachbarlandes auch Verbindungen in und aus Deutschland betreiben kann. Die ÖBB hätten dazu den modernen Wagenpark, der der Deutschen Bahn fehle.

Quelle:  Handelsblatt Online
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