Deutsche Börse/Nyse: EU prüft Zugeständnisse bei Börsenfusion

Deutsche Börse/Nyse: EU prüft Zugeständnisse bei Börsenfusion

, aktualisiert 22. November 2011, 16:21 Uhr
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Die EU prüft Zugeständnisse bei der Börsenfusion.

Quelle:Handelsblatt Online

Die EU prüft Zugeständnisse an die Fusionspartner Deutsche Börse und Nyse. Die beiden Börsenbetreiber hatte ihrerseits schon Kompromisse angeboten, um die Genehmigung für den Zusammenschluss zu bekommen.

BrüsselDie EU-Wettbewerbsaufsicht prüft die Zugeständnisse von Deutscher Börse und Nyse Euronext im Bemühen der beiden Börsenbetreiber um die Genehmigung ihres Zusammenschlusses. Bislang habe sich die EU-Kommission noch kein Urteil in der Sache gebildet, sagte Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia am Dienstag in Brüssel. Man werde wie üblich zunächst die Meinung anderer Marktteilnehmer zu den Kompromiss-Angeboten einholen. Neben der fusionsrechtlichen Genehmigung brauchen die Börsen auch grünes Licht von der hessischen Börsenaufsicht. Ministerpräsident Volker Bouffier sagte nach einem Treffen mit EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, die Landesbehörde werde mit ihrer Entscheidung abwarten, bis die Kommission den Fall abgeschlossen habe.

Die EU will vor allem die Marktmacht des geplanten Börsengiganten im Handel mit Optionen und anderen Derivate-Papieren beschneiden. Deutsche Börse und Nyse Euronext hatten Almunia daher in der vergangenen Woche Zugeständnisse in dieser Sparte angeboten, um die transatlantische Börsenallianz mit einem Volumen von neun Milliarden Dollar erlaubt zu bekommen. Sie schlugen unter anderem vor, sich von einem Teil des Europa-Geschäfts mit Aktienderivaten zu trennen und das Clearing der Deutsche-Börse-Tochter Eurex für andere Börsenbetreiber zu öffnen.

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Der Widerstand der EU gilt als größte Hürde auf dem Weg zu der vor neun Monaten angekündigten Börsenfusion. Almunia hatte schwere Bedenken geäußert, die die Fusionspartner auszuräumen versuchen. Dem Kommissar stößt vor allem die dominierende Rolle der Eurex und der zur Nyse gehörenden Londoner Derivatebörse Liffe im europäischen Derivatehandel auf. Die EU will bis zum 23. Januar eine Entscheidung treffen.

Das Land Hessen muss als Aufsicht dafür Sorge tragen, dass der Bestand und die Weiterentwicklung der Deutschen Börse gesichert ist. Dies könne erst beurteilt werden, wenn die Struktur der fusionierten Börse feststehe, erklärte Bouffier. „Wenn die Europäer sagen, ihr müsst euer Derivategeschäft vollkommen öffnen oder abgeben, dann stellt sich die Frage für die beiden Unternehmen völlig anders, als wenn sie es behalten würden“, sagte er. Es komme darauf an, in welchem Umfang die Börsen ihre Fusion gestalten könnten.

Gegner des Fusionsvorhabens und einige Analysten gehen davon aus, dass die Zugeständnisse der EU nicht ausreichen werden. Die Fusionspartner könnten daher gezwungen sein, noch weiter auf die EU zuzugehen, schrieben etwa die Analysten von Barclays Capital am Dienstag. Dann würde die Kommission noch länger prüfen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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