Deutsche Post mit Rekordergebnis: Die „Vereinigten Paketnationen von Europa“ rücken näher

Deutsche Post mit Rekordergebnis: Die „Vereinigten Paketnationen von Europa“ rücken näher

, aktualisiert 08. März 2017, 08:54 Uhr
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Die Bonner blicken auf ein Rekordjahr zurück.

Quelle:Handelsblatt Online

Post-Chef Frank Appel überweist den Aktionären nach einem Rekordjahr eine deutlich höhere Dividende als im Vorjahr. Wachstumstreiber sind der Boom des Expressgeschäfts und eine Paketflut. Ein Ziel steht aber noch aus.

BonnDie Aktionäre der Deutschen Post profitieren von einer Paketflut und dem boomenden Expressgeschäft. Vor allem der Online- und Versandhandel spülte dem Bonner Konzern so viel Cash in die Kassen, dass der Vorstand eine Dividende von 1,05 Euro zahlen will. Die Ausschüttung liegt damit 24 Prozent über dem Vorjahr und höher als von den meisten Analysten erwartet.

Postchef  Frank Appel präsentierte am Mittwoch ein Rekordergebnis für das Geschäftsjahr 2016 und versprach „weiter profitabel zu wachsen“. Der operative Gewinn (Ebit) kletterte 2016 auf 3,491 (Vorjahr: 2,4) Milliarden Euro, wie der Konzern am Mittwoch in Bonn mitteilte. Unter dem Strich und nach Anteilen Dritter blieb ein Gewinn von 2,6 (1,5) Milliarden Euro.

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In diesem Jahr will Appel 3,75 Milliarden Euro erreichen. Zugleich bekräftigte er das Ziel, in den kommenden Jahren beim Gewinn um mehr als acht Prozent jährlich zulegen zu wollen. 2020 will die Post dann fünf Milliarden Euro Ebit schaffen.

Das Jahr 2016 überschreibt die Post selbst als Rekordjahr. „2016 war für uns ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr“, betonte Appel. „Nie zuvor hat der Konzern in seiner jetzigen Struktur ein besseres Ergebnis erzielt.“

Im vierten Quartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft steigerte die Post ihren operativen Gewinn auf 1,111 Milliarden Euro, im Vorjahr waren es 957 Millionen Euro. Analysten hatten mit einem Ebit von 1,134 Milliarden Euro gerechnet. Mit der höheren Dividende wolle man die Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg beteiligen, sagte Appel.

Der Post spielt zudem der ungebrochene Boom im Online-Handel in die Hände. Die Kunden bestellen bei Internet-Händlern von Amazon bis Zalando, Zusteller bringen die Pakete dann zum Verbraucher. Der Konzern knüpft ein immer engeres Zustellnetz in Europa. „Unsere Vision der 'Vereinigten Paketnationen von Europa' ist inzwischen weitgehend Realität“, sagte Appel. Die Post decke 21 europäische Länder ab und wachse in allen Ländern schnell. Auch ein protektionistischer Kurs der neuen US-Regierung unter Präsident Donald Trump schreckt Appel nicht. „Wir beobachten das natürlich aufmerksam, sind aber nicht alarmiert“, sagte Appel. „Unsere Experten wissen genau, wie man mit Handelsbarrieren umgeht.“

Bei 2,6 Milliarden Euro Konzerngewinn, nach 1,5 Milliarden Euro keine Überraschung. Allerdings verhagelte 2015 auch eine milliardenschwere Abschreibung auf nicht-funktionsfähige Software in der Frachtsparte das Ergebnis gewaltig. Außerdem gab es im vergangenen Jahr keine Streiks. Für Rückenwind sorgte auch eine Portoerhöhung in Deutschland.

Dafür schlugen sich die weltwirtschaftlichen Turbulenzen beim Umsatz nieder. Der Konzernumsatz fiel um 3,2 Prozent auf 57,3 Milliarden Euro. Die Post begründet das unter anderem mit negativen Währungseffekten, niedrigen Ölpreisen und bilanzieller Neubewertungen. Bereinigt sei der Umsatz um 2,8 Prozent gestiegen. 

Quelle:  Handelsblatt Online
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