Deutsche Unternehmen in China: Langsames Internet und Zensur erschweren das Geschäft

Deutsche Unternehmen in China: Langsames Internet und Zensur erschweren das Geschäft

China will mit Deutschland bei der Innovation und Digitalisierung zur „Industrie 4.0“ zusammenarbeiten. Wie passt das mit dem langsamen Internet, seinen Sperren und Schnüffeleien im Datenverkehr zusammen?

Deutsche Unternehmen haben es in China nicht einfach - zumindest wenn es um das Internet geht. Langsame Verbindungen, Zensur und Blockaden erschweren das Geschäft. Mehr als die Hälfte beklagen diese Probleme, wie aus der jährlichen Umfrage der deutschen Handelskammer zum Geschäftsklima in China hervorgeht. Kammerpräsident Lothar Herrmann sagte am Dienstag bei der Vorstellung der Ergebnisse, die Internet-Probleme lösten gerade angesichts der wachsenden Digitalisierung der Industrie besonders große Besorgnisse aus.

Personalprobleme stehen unverändert auf den ersten drei Plätzen der Sorgen der in China tätigen Unternehmer: 82,4 Prozent nannten die Suche nach geeignetem Personal die größte Herausforderung. Auch steigende Lohnkosten (75,8 Prozent) sowie Mitarbeiterbindung (62,2 Prozent) sind Probleme. Angesichts der Abwertung des Euro beklagen auch mehr Unternehmen als bisher die Währungsrisiken (59,1 Prozent).

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Die Internetprobleme beschrieb Kammerpräsident Herrmann als potenzielles Investitionshindernis: „Ich kann mir vorstellen, dass sich Unternehmen das sehr genau ansehen, bevor sie hierherkommen.“ 56,6 Prozent der Firmen beklagten in der Umfrage die langsame Geschwindigkeit sowie 51,6 Prozent die Zensur.

Der deutsche Botschafter Michael Clauß hob hervor, dass China gerade mit Deutschland die „Industrie 4.0“ - also die Vernetzung von Geräten in der Produktion - durch Innovationen voranbringen wolle. Dafür sei aber „ein schnelles, funktionierendes und grenzüberschreitendes Internet“ eine wichtige Voraussetzung. Auch erfordere es „ein hohes Maß an Datenschutz“.

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Chinesische Arbeiter in einem Werk des deutschen Technologieunternehmens Bosch Quelle: dpa

Chinas Pläne für neue Sicherheitsgesetze, die laut Experten eine bessere Überwachung des Datenverkehrs ermöglichen, lösten aber Sorgen aus und „könnten zu Verunsicherung von Unternehmen führen“, warnte Clauß. Die Kontroverse wird beim Besuch des obersten chinesischen Internetkontrolleurs Lu Wei am Donnerstag und Freitag in Berlin eine Rolle spielen.

Im Frühjahr hatte China dazu gefordert, dass ausländische Firmen im Finanzsektor Hintertüren in Software einbauen und Programmcodes herausrücken, damit der Datenverkehr besser überwacht werden kann. Die Pläne hatten international Proteste ausgelöst und sind zumindest vorerst zurückgezogen worden. Chinas Internet ist zudem weitreichend zensiert. Geblockt sind unter anderem Google-Dienste und soziale Netzwerke.

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