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Deutschlands teuerste Werbefläche: Das Trikot-Sponsoring als Millionengeschäft

von Markus Fasse und Axel Höpner Quelle: Handelsblatt Online

Der Werbeplatz auf dem Bundesliga-Trikot ist beliebt - und kostspielig. Und die Preise dürften weiter steigen. Derzeit ist bei Werder Bremen wieder ein Fleckchen zu haben. Interessenten gibt es genug.

Mittelfeldspieler Paul Breitner von Eintracht Braunschweig im Jägermeister-Trikot. Quelle: picture-alliance / dpa
Mittelfeldspieler Paul Breitner von Eintracht Braunschweig im Jägermeister-Trikot. Quelle: picture-alliance / dpa

MünchenSie ist schnell verschwitzt und gerade einmal 200 Quadratzentimeter groß: Deutschlands teuerste Werbefläche. Mehr als 120 Millionen Euro lässt sich die Wirtschaft das Trikotsponsoring in der Fußball-Bundesliga pro Jahr kosten. Nach dem jüngsten Fernsehrechte-Deal, der die Präsenz der Spiele im frei empfangbaren Fernsehen sichert, dürften die Preise weiter nach oben gehen. „Wir haben ein hochattraktives Produkt zu vermarkten“, sagt Ralf Koslowski, Geschäftsführer des führenden Sportrechtevermarkters Infront. Jedes Jahr seien Steigerungen von fünf bis acht Prozent drin.

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Als vor 40 Jahren Günter Mast auf die Idee kam, sein Jägermeister-Logo auf den Leibchen von Eintracht Braunschweig zu platzieren, war die Aufregung groß. Heute sind die 18 Trikotplätze heißbegehrt. So spricht Koslowski im Club Wirtschaftspresse München gern von „Slots“, die in der Branche verteilt werden. Während Bayern (Telekom), Dortmund (Evonik) und Schalke (Gazprom) langfristig gebunden sind, wird jetzt ein „Slot“ bei Bremen frei, ein neuer Hauptsponsor wird gesucht.

Von Nachteil ist, dass die abgelaufene Saison bei den Hanseaten nicht so berauschend verlief. „Wenn man mit einem Titel in solche Gespräche geht, hat man natürlich einen besseren Startplatz“, sagt Werder-Manager Klaus Allofs. Doch die Bremer gehören seit Jahren zu den international erfolgreichsten deutschen Mannschaften, haben ein sympathisches Image und ein nachhaltiges Management. Kein Wunder, dass sich etliche Unternehmen aus aller Welt bereits bei Infront gemeldet haben.

Acht bis zehn Millionen Euro erhielt Werder zuletzt pro Saison. Durch die Presse geistern bereits Namen von Interessenten. Die Fluglinie Turkish Airlines wird genannt, eröffnete die doch neulich eine Strecke nach Bremen. Chancenreicher dürfte der Netzausrüster Huawei sein. Das wäre ein spektakulärer Deal: für Infront, für Werder und für die Chinesen, die einen Fuß in den europäischen Markt bekommen wollen.

So dürfte Bremen bald Vollzug melden. Viele attraktive Plätze gibt es nicht mehr. Jedoch: Bei der deutschen Nationalmannschaft ist das Trikot noch werbefrei. Das allerdings wird auch so bleiben, ist Fußball-Ikone und Infront-Manager Günther Netzer überzeugt: „Das ist die letzte Bastion. Die wird nicht fallen.“

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