Dicke Luft in Krekes Duftimperium: Oetker-Konzern besiegelt Ausstieg bei Douglas

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Dicke Luft in Krekes Duftimperium: Oetker-Konzern besiegelt Ausstieg bei Douglas

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August Oetker, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Dr. Oetker GmbH, vor dem Logo des Unternehmens.

von Henryk Hielscher

Der Bielefelder Oetker-Konzern will seine Sperrminorität am Handelskonzern Douglas einem Bericht der "Lebensmittel Zeitung" zufolge an den Finanzinvestor Advent verkaufen. Die Hagener Familie Kreke bestimmt seit Dekaden die Geschicke des Duftimperiums – zuletzt mit reichlich Gegenwind.

Die Veräußerung des Oetker-Pakets von 25,81 Prozent der Douglas-Anteile an Advent stehe fest, berichtete das Blatt am Freitag. Oetker-Finanzchef Ernst Schröder hatte zuletzt nur gesagt, der Konzern wolle bei seinem Douglas-Anteil abwarten, wie sich die Dinge bei dem Handelskonzern entwickeln. Der Oetker-Konzern kämpft mit Problemen bei seiner Reederei Hamburg Süd, der größten deutschen Reederei in Privatbesitz.

Derweil dauern die Gespräche über eine Übernahme des Handelskonzerns Douglas durch einen Finanzinvestor an. Ob sie zu einem Ergebnis führen, ist aber noch offen, wie das Unternehmen ebenfalls am Freitag mitteilte. Douglas-Aktien legten kurzzeitig deutlich zu. Das Duftimperium bestätige, dass "Gespräche zwischen der Gesellschaft, Vertretern verschiedener wesentlich beteiligter Aktionäre und einem Finanzinvestor geführt würden." Dies sei auch Thema bei der Sitzung des Aufsichtsrats am Mittwoch gewesen. "Ob es tatsächlich zu einer Transaktion kommt, ist aber nach wie vor unklar", betonte Douglas erneut.

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Der Finanzinvestor Advent pokert Finanzkreisen zufolge seit Monaten um eine Übernahme des Handelskonzerns mit seinen Parfümerien, Schmuckläden und Buchhandlungen. Es gebe noch keine Einigung Advents mit den Anteilseignern, hatten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Freitag Reuters gesagt. Bei der Aufsichtsratssitzung des Handelskonzerns am Mittwoch hatte sich Finanzkreisen zufolge noch kein Durchbruch abgezeichnet.


Poker um Übernahme

Der Finanzinvestor Advent pokert seit Monaten um eine Übernahme des Handelskonzerns mit seinen Parfümerien, Schmuckläden und Buchhandlungen. Die Oetker-Anteile allein würden dem Finanzinvestor aber nicht reichen, um seine Pläne umzusetzen: Advent wolle sich die Mehrheit an Douglas sichern, eine Übernahme aber nicht gegen die Douglas-Gründerfamilie Kreke durchsetzen, hatten Insider immer wieder betont. Es gebe noch keine Einigung Advents mit den Anteilseignern, sagte eine weitere mit dem Vorgang vertraute Person am Freitag. Bei einer Aufsichtsratssitzung des Handelskonzerns am Mittwoch hatte sich Finanzkreisen zufolge ebenfalls kein Durchbruch abgezeichnet.

Die Krekes kontrollieren nur knapp 13 Prozent der Anteile. Weitere Pakete liegen beim Drogerieunternehmer Erwin Müller sowie bei der Schweizer Bank Sarasin.

Die Familie Kreke

Der Patron hielt ein paar goldene Worte parat. „Du bist jetzt so weit“, ließ der damalige Douglas-Chef Jörn Kreke seinen Sohn Henning Ende des Jahres 2000 wissen, „und bekommst nun die große Chance, zu zeigen, was du kannst.“ Der damals 36-jährige Filius sollte wenig später den Vorstandsvorsitz des Handelsimperiums im westfälischen Hagen übernehmen. „Das Einzige, was dir noch fehlt“, sagte der Senior, „ist eine kritische Situation, wo es mal so richtig gegen dich läuft, wo du kämpfen und strampeln musst.“

Heute, zwölf Jahre später, ist die Situation da. Henning Kreke erlebt seine Feuertaufe: Der US-Finanzinvestor Advent greift nach der Macht in Hagen und verhandelt mit den Großaktionären des Edelkrämers – der Oetker-Gruppe und dem schwäbischen Drogerieunternehmer Erwin Müller – über die Übernahme ihrer Aktienpakete.

Come in and find out - Während die Parfümerien laufen, lahmt das Geschäft der Buchtochter Thalia Quelle: REUTERS

Come in and find out - Während die Parfümerien laufen, lahmt das Geschäft der Buchtochter Thalia

Bild: REUTERS

Der Ausgang ist ungewiss, der Frontverlauf unübersichtlich. Je nach Interpretation der Beteiligten agiert Advent in Absprache oder gegen den Widerstand der Krekes. Je nach Aussage soll der Konzern filetiert oder aber nur die taumelnde Buchhandelstochter Thalia saniert werden. Für den Handelsclan entscheidet sich in den nächsten Wochen, ob er auch künftig die Douglas-Holding dominieren wird. Bereits am Mittwoch erhoffen sich die Aufsichtsräte Aufklärung über die Avancen von Advent. Am 14. und 21. September laufen zudem Optionsrechte aus, über die Müller seinen Anteil aufstocken könnte.

Der Handlungsdruck steigt nicht nur im Konzern. Auch private Investments laufen aus dem Ruder. Ende August hat nach Informationen der WirtschaftsWoche der Kreke-Ableger Lobelia Verwaltung Insolvenz angemeldet. Schon 2011 war eine Beteiligung der Familie in die Pleite gerutscht. Und jetzt auch noch Oetker.

Kein Protz, wenig Prunk

12,73 Prozent der Aktien besitzt der Clan und gibt im Konzern den Ton an

„Dr. Jörn Kreke – bitte schellen“ steht am Klingelschild. Eine schmale Straße, gesäumt von Ahornbäumen, führt hinauf zum Anwesen des Douglas-Patriarchen. Ein Zaun versperrt die Zufahrt. Doch auf einem Luftbild lassen sich die Ausmaße des abgeschotteten Areals am Stadtrand von Hagen erahnen. Die Gegend ist kein typisches Reichen-Idyll. Triste Mehrfamilienhäuser wechseln sich mit schmuckeren Eigenheimen ab. Die Gaststätte in der Nachbarschaft tischt „200 verschiedene Gerichte“ der internationalen Küche und „Steaks aus aller Welt“ auf. Krekes Tochter Nathalie wohnt mit ihrem Mann neben dem Anwesen der Eltern in einem unauffälligen Bau samt Rosen vor der Einfahrt. Henning Kreke lebt ebenfalls in Hagen.

Kein Protz, wenig Prunk – das gilt vor allem für Jörn Kreke. Er spielte im Hagener Tennisclub Rot-Weiß, feilt nun beim Seniorengolf am Handicap (22). Auch die Politik gehört zu seinen Hobbys. Ende der Sechzigerjahre war er Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes in Hagen. 1999 spendierte er der örtlichen Fernuni einen Lehrstuhl für Dienstleistungsmanagement. „Sie leben sehr zurückgezogen“, sagt ein Ratsmitglied der Stadt über die Familie. „Wenn ich es nicht wüsste, würde ich nicht merken, dass sie hier wohnen.“ Umso präsenter sind die Krekes im Konzern – zumindest bisher.

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