Die Kosten des neuen Konzepts: Media-Saturn will künftig weniger Märkte eröffnen

Die Kosten des neuen Konzepts: Media-Saturn will künftig weniger Märkte eröffnen

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Weniger neue Filialen: Media-Saturn drosselt das Tempo.

Media-Saturn legt den Fokus künftig stärker auf den Online-Handel. Der Konzern drosselt zugleich das Tempo beim Neubau von Saturn- und Media-Markt-Filialen.

Mit einem neuen Konzept will Media-Saturn wieder alte Stärke erlangen und die Konkurrenz aus dem Internet zurückdrängen. In Ingolstadt erprobt Europas größte Elektrohandelskette derzeit in einem Musterladen, wie das aussehen könnte.

Die Ideen sind nicht bahnbrechend, aber sinnvoll: Produkte werden im Regal und auch digital präsentiert, Kunden können Waren online bestellen und dann im Markt an einem Drive-in-Schalter abholen oder sich nach Hause liefern lassen.

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Der Fokus verschiebt sich damit Richtung Online-Handel. Zugleich misst Konzern dem klassischen stationären Geschäft weniger Bedeutung bei. Neue Filialen von Media Markt und Saturn wird es Zukunft seltener geben. "Wir drosseln das Tempo, weil wir flächendeckend gut vertreten sind", sagte Pieter Haas, Chef der Media-Saturn-Holding der Süddeutschen Zeitung.

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MediaMarkt und Saturn sind so beliebt wie amazon Quelle: dpa


Chancen für Neueröffnungen gibt es offenbar noch in Russland, in der Türkei und "an ganz ausgewählten Standorten in Deutschland". Etwa 30 neue Märkte pro Jahr sollen noch eröffnet werden, andere dagegen wegfallen. "Sicher werden wir auch den ein oder anderen schließen oder umziehen, aber unterm Strich werden es die nächsten Jahre mehr und nicht weniger Märkte werden", sagt Haas.

Wandel verschlafen

Um Kunden in die Geschäfte zu locken, setzten Media Markt und Saturn lange auf ihr Image als Preisführer. Doch im Angesicht von Preisvergleichsseiten und Billiganbietern im Netz, verabschieden sich die beiden Handelsketten jetzt offenbar endgültig von dem Anspruch. "Der Markt hat sich verändert. Ein stationärer Händler kann heute nicht mehr der billigste sein, weil er ganz andere Kosten hat als ein reiner Online-Anbieter“, so Media-Saturn-Mitgeschäftsführer Klaus-Peter Voigt.

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Media-Saturn hat in den vergangenen Jahren den rasanten Aufstieg des Onlinehandels verpasst. Das gibt Voigt unumwunden zu. Die Quittung bekommt der Konzern mit voller Wucht zu spüren. Im stationären Handel sinken die Umsätze und im E-Commerce-Bereich hinkt der Elektro-Riese hinterher. "In Deutschland werden derzeit insgesamt etwas mehr als 20 Prozent der Elektronikumsätze online erwirtschaftet." Bei Media-Saturn seien es momentan sieben Prozent.

Die langsame Reaktion der mächtigen Handelsketten ist nicht allein auf Versäumnisse zurückzuführen. Seit Jahren lähmt ein Streit zwischen Hauptanteilseigner Metro und Minderheitsaktionär Erich Kellerhals den Konzern. Immer wieder verzögern Querelen und Gerichtsprozesse die konsequente Ausrichtung von Media-Saturn.

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