Digitalchef Stefan Winners: Wie der Burda-Verlag Saturn angreifen will

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InterviewDigitalchef Stefan Winners: Wie der Burda-Verlag Saturn angreifen will

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Wie viele Verlage, hat sich auch der Burda Verlag gewandelt. Heute liegt ihr Augenmerk nicht mehr auf dem Druck, sondern auf dem Internet.

von Thomas Stölzel

Stefan Winners, der Digitalchef des Burda-Verlags, spricht im Interview über seinen Angriff auf MediaMarkt und Saturn, neue Geschäfte beim Karrierenetzwerk Xing und den Kampf gegen die Macht von Google.

WirtschaftsWoche: Herr Winners, einen Großteil vom Umsatz macht Hubert Burda Media heute nicht mehr im Verlagsgeschäft, sondern im E-Commerce, etwa mit dem Heimelektronikhändler Cyberport oder dem Tierbedarfshandel Zooplus. Passt das in das Profil eines Medienhauses?

Winners: Diese Beteiligungen stammen noch aus der Zeit von 1998 bis 2008, als Burda ein Corporate-Venture-Capital-Geschäft betrieben hat – und wir sind heute sehr glücklich, dass wir diese Unternehmen haben. Cyberport etwa wird 2014 mehr als eine halbe Milliarde Euro Umsatz machen, zweistellig wachsen und dabei trotz hoher Investitionen profitabel sein. Außerdem passen Medien und E-Commerce gut zusammen.

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Zur Person

  • Stefan Winners

    Winners, 47, ist seit Oktober 2012 Digitalvorstand beim Münchner Medienriesen Hubert Burda Media mit Publikationen wie „Focus“, „Bunte“ und „Chip“. Der Digitalbereich trug 2013 die Hälfte zum Konzernumsatz von 2,6 Milliarden Euro bei. 2005 bis 2012 war Winners Vorstandschef der Digitaltochter Tomorrow Focus. Heute leitet er dort den Aufsichtsrat.

Weil Sie die Burda-Medien nutzen, um den eigenen E-Commerce zu beleben?

Ja. Ein Beispiel: Als unsere Beteiligung Tomorrow Focus 2006 das Hotelbewertungsportal HolidayCheck übernommen hat, gab es auf Focus Online freitags immer eine von HolidayCheck präsentierte Kolumne über die schlechtesten Hotels Deutschlands. Das war eine der am stärksten gelesenen Rubriken. So haben wir HolidayCheck den deutschsprachigen Lesern bekannt gemacht. So haben wir es auch im letzten Jahr für Marken wie Cyberport gemacht, die wir durch Print- und Online-Anzeigen sehr erfolgreich entwickelt haben. Zudem findet man die unabhängigen „Chip“-Testergebnisse auch auf Cyberport-Angebotsseiten. Content und Commerce – das funktioniert.

Sie expandieren mit Cyberport jetzt sogar in den stationären Einzelhandel. Warum?

Wir haben festgestellt, dass das Abholen online bestellter Ware für viele Menschen wichtig ist. Bei Cyberport macht das teilweise 30 Prozent vom Gesamtumsatz eines Stores aus. So gewinnen wir Leute für uns, die E-Commerce eigentlich kritisch sehen.

Werden Sie also weitere Läden eröffnen?

Ja. Cyberport hat bereits 14 Stores – etwa in Berlin, Köln, Dresden, München sowie Wien –, und wir werden in Städten mit mehr als 500 000 Einwohnern in hochfrequentierten Lagen weitere Stores aufmachen. Zunächst steht ein zweiter in Wien auf dem Programm. An weiteren Standorten sind wir auf der Suche nach geeigneten Immobilien. Die werden aber kleiner sein als die unserer Wettbewerber MediaMarkt und Saturn.

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Quelle: AP

Bei Cyberport hat sich Ihr Wagniskapital offenbar ausgezahlt, trotzdem kaufen Sie bei Digitalbeteiligungen heute nur gestandene Unternehmen zu. Warum so konservativ?

Wir waren in der Vergangenheit in vielen Frühphasen-Unternehmen mit Minderheitsbeteiligungen investiert. Heute wollen wir profitable Mehrheiten, um die Unternehmen dann weiter zu entwickeln.

Selbst, wenn bei Frühphasen-Investments höhere Renditen möglich sind?

Unternehmen, die noch kein bewiesenes Geschäftsmodell haben, sind schwieriger zu entwickeln, und die Ausfallquote ist viel höher. Für uns haben sich in den letzten Jahren vor allem die Beteiligungen gelohnt, die ein etabliertes Geschäftsmodell hatten und schon profitabel oder kurz davor waren. Die konnten wir mit unserer Erfahrung, der Reichweite unserer Medien und dem technischen Know-how stark wachsen lassen. Bei Frühphasen-Investments schreibt man in Deutschland mindestens 75 Prozent der Unternehmen ab.

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