DIHK-Einschätzung: Jeder vierte deutsche Exporteur von Russland-Sanktionen betroffen

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DIHK-Einschätzung: Jeder vierte deutsche Exporteur von Russland-Sanktionen betroffen

Die Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland treffen auch deutsche Unternehmen. Firmen, die zugleich auch Geschäftsbeziehungen zu den USA pflegen, sind laut DIHK besonders betroffen.

Die EU-Sanktionen gegen Russland treffen nach Einschätzung der deutschen Wirtschaft rund jeden vierten Exporteur. „Betroffen davon ist etwa jedes vierte deutsche Unternehmen, das im Ausland aktiv ist“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. „Damit fallen vier Milliarden Euro weg. Dieser Verlust trifft uns schon“, ergänzte er. „Etwa 300 000 Arbeitsplätze in Deutschland hängen am Russland-Geschäft.“

Wegen der Ukraine-Krise senkte der DIHK die Export-Wachstumsprognose für 2014 insgesamt von 4,5 auf 4,0 Prozent. Eine nochmalige Korrektur sei nicht ausgeschlossen. Zu den Unternehmen mit umfangreicheren Geschäftsbeziehungen nach Russland gehören große deutsche Energiekonzerne wie Eon und Wintershall, aber auch Mittelständler aus dem Maschinenbau und der Elektrotechnik. Besonders problematisch sei die Lage für Firmen, die gleichzeitig Geschäftsbeziehungen zu Russland und zu den USA pflegten. Wegen der unterschiedlichen Sanktionen der USA und der EU müssten diese nun fast alle ihre laufenden Geschäfte überprüfen, sagte Treier.

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Gut 50 Prozent der deutschen Exportfirmen haben nach Angaben Treiers geschäftliche Kontakte mit Russland. Mit den USA seien es mehr als 70 Prozent. In beide Staaten exportierten etwa 25 Prozent der deutschen Firmen mit Außenhandel. Diese Gruppe von Unternehmen müsse jetzt genau prüfen, ob die Sanktionen der USA weitergehen als die der Europäischen Union. Bei Missachtung der US-Vorschriften drohten ihnen sonst möglicherweise Geldbußen aus den Vereinigten Staaten, warnte der Ökonom.

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Unabhängig davon sei die Wirkung der Sanktionen schon jetzt spürbar. „Manche Kritiker halten sie für zu locker. Doch selbst wenn sie zu locker sind - sie wirken“, sagte Treier. Im ersten Quartal seien 60 Milliarden Dollar Kapital aus Russland abgeflossen. „Die russische Wirtschaft leidet“, stellte der DIHK-Außenhandelsexperte fest.

Die USA und EU hatten ihre Sanktionen gegen Russland vor wenigen Tagen verschärft. Die USA schränkten die Geschäfte mit russischen Banken sowie Energie- und Rüstungsfirmen ein. Unter den betroffenen Unternehmen sind unter anderem der Ölgigant Rosneft und die Gazprombank des gleichnamigen Gas-Monopolisten.

Noch unklar ist, welche Unternehmen sich auf EU-Strafmaßnahmen einzustellen haben. Die Sanktionen sollen laut EU-Beschluss gegen jene Firmen verhängt werden, „die materiell oder finanziell“ Aktionen gegen die Einheit und Unabhängigkeit der Ukraine unterstützen. Treier sagte, die Unsicherheit bei den Exporteuren sei groß, „solange noch nicht klar ist, welche Firmen auf der schwarzen Liste stehen“.

Die deutschen Exporten nach Russland beliefen sich laut Statistischem Bundesamt 2013 auf 36 Milliarden Euro. In den ersten vier Monaten gingen die Ausfuhren im Vergleich zur Vorjahresperiode um 14 Prozent zurück. In die Ukraine exportierten deutsche Unternehmen 2013 Waren im Wert von 5,4 Milliarden Euro. Bis April brachen die Ausfuhren um 30 Prozent ein.

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