Dr. Oetker: Wie die Schokopizza ein Social-Media-Hit wurde

Dr. Oetker: Wie die Schokopizza ein Social-Media-Hit wurde

, aktualisiert 23. März 2017, 10:52 Uhr
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von Christoph KapalschinskiQuelle:Handelsblatt Online

Eigentlich wollte Dr. Oetker seine Schokopizza zunächst ohne großes Aufsehen in die Supermärkte bringen. Doch die Kuriosität aus dem Tiefkühlregal wird über Nacht zum Social-Media-Hit – dank einer Stewardess aus Hamburg.

HamburgHinter einem viralen Hit auf Facebook oder Youtube steckt oft harte Arbeit. Der Einzelhändler Edeka gibt zum Beispiel stattliche Summen dafür aus, um seine rührseligen oder lustigen Videos in die sozialen Medien zum Millionenklick zu machen. Kosmetikhersteller wie Nivea und L'Oréal schicken Hunderte Proben an Blogger - nur damit diese die Produkte positiv erwähnen. Dagegen ist der Nahrungsmittelhersteller Dr. Oetker in Sachen Social Media eher konservativ. Und trotzdem fällt den Bielefeldern der Social-Media-Erfolg einfach so in den Schoß.

Das neuste Produkt des Unternehmens scheint dabei wie gemacht für die sozialen Medien, könnte es doch von einer Bande bekiffter Teenager erfunden worden sein. Nach dem Pizza-Burger, einer tiefkulinarischen Fusion von italienischer und amerikanischer Fastfood-Küche, kommt jetzt die mit Schokolade belegte Pizza. Seit Tagen laufen die Bilder der absurd anmutenden Tiefkühlpizza mit Schokoladensoße und Schoko-Würfeln im Netz rauf und runter.

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Wie kam es dazu? Die Antwort hat Suzan Meise: „Ich habe am Samstagabend durch die Werbeprospekte geblättert und im Famila-Blatt ein Produkt gesehen, das ich nicht kannte: eben die Schoko-Pizza", berichtet die Flugbegleiterin aus Hamburg. Sie stellt bei Instagram und auf ihrer Website „Food News Germany“ schon seit längerem neue Produkte vor, die sie im Supermarkt findet. „Die Unternehmen haben so viele tolle Ideen, und wir Verbraucher erfahren davon kaum etwas", schwärmt sie. Also zieht sie in ihrer Freizeit auf Fotosafari.

Als Meise die Schoko-Pizza nicht im Netz finden konnte, witterte sie einen Scoop. Doch bei der Oetker-Pressestelle habe sie telefonisch nur die Antwort bekommen: „Rufen sie den Verbraucherservice an“.

Gleich am Montagmorgen rief sie bei im Famila-Supermarkt im Hamburger Stadtteil Steilshoop an, um sich eine Pizza zu reservieren. „Mir wurde gesagt: Davon haben wir genug“, berichtet sie. Und tatsächlich. Um 11 Uhr konnte Meise die Beute erst ablichten und dann - auf Instagram dokumentiert - kaufen.

Was beim Famila-Abteilungsleiter in der Filiale für Gelächter sorgte, wird im Netz zum Hit: Denn Meise fuhr weiter zu einem befreundeten Youtuber. „JunkFoodGuru“, mit heute weniger als rund 2500 Abonnenten keine große Nummer bei dem Videodienst, filmte denn Test in der eigenen Küche. Fazit: 99 Punkte auf einer Skala von 1 bis 10. „Ich raste komplett aus!“, jubelt der Youtuber im Clip.

Weil Meise auf Twitter Redakteure von „Chip“, Pro Sieben und dem „Müttermagazin“ folgen, kam die Schokopizza auch in klassische Medien. „Ich habe die Twix- und Bounty-Brotaufstriche als erste gezeigt. Seitdem folgen mir die Redakteure“, erklärt Meise.

Die bis dahin weitgehend tatenlose Oetker-Pressestelle wurde von dem Ansturm überrascht – und schickte erst am Dienstagmorgen eine eigene Pressemitteilung über den zum 1. April offiziell bevorstehenden Produktstart raus. „Der Test hat sich online sehr schnell verbreitet und zahlreiche weitere Artikel und Nennungen sowie Anfragen von Journalisten, Influencern und Verbrauchern nach sich gezogen, die wir seitdem gern beantworten“, sagt Sprecherin Katharina Ahnepohl.

Zahlreiche Twitter-Kommentare habe ihr Team seitdem beantwortet. „Ab April wird es überdies einen TV-Spot auf allen reichweitenstarken Sendern sowie eine Digitalkampagne geben“, sagt Ahnepohl. TV-Spot und Digitalkampagne stammten von der Agentur BBDO.

Dabei, so zeigt der Fall, geht es mit begeisterten Multiplikatoren auch kostenlos. „Ich liebe es einfach, neue Produkte zu entdecken“, sagt Foodbloggerin Meise. Die Hamburgerin hat selbst auch etwas davon: Vor der Aktion hatte sie 14.000 Follower bei Twitter, danach 21.000. Bei Facebook stieg die Zahl sogar von 100 auf 1700.

Quelle:  Handelsblatt Online
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