Drogerieketten-Pleite: Schlecker-Mitarbeiter wollen kämpfen

Drogerieketten-Pleite: Schlecker-Mitarbeiter wollen kämpfen

Quelle:dpa

Beschäftigte der insolventen Drogeriekette Schlecker wollen am Donnerstag in Bayern, Hessen und Berlin für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze auf die Straße gehen.

12.000 Angestellten von Schleckern droht demnächst die Kündigung - nachdem sowohl die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) als auch der Bund Hilfe verweigert haben. Dagegen wollen die Schleckermitarbeiter protestieren. In Nürnberg ist ein Demonstration geplant, in Schweinfurt soll es eine Protestkundgebung vor einer Filiale in der Innenstadt geben, wie die Gewerkschaft ver.di mitteilte. Im hessischen Rüsselsheim wird es ebenfalls eine Kundgebung geben. Auch in Berlin wollen die Mitarbeiter am Nachmittag auf die Straße gehen, am Nachmittag ist dort eine Kundgebung mit Verdi-Chef Frank Bsirske geplant. Zudem sollen in mehreren Städten nichtöffentliche Betriebsversammlungen statt finden. Mit den Aktionen sollten den „Menschen die Gesichter von Schlecker“ gezeigt werden.

Ob diese Aktionen an den Schließungen etwas ändern werden, ist mehr als fraglich. Zuletzt hatte der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionschef Michael Fuchs Finanzhilfen des Bundes für die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker ausgeschlossen. „Es ist nicht Aufgabe des Bundes, Unternehmen zu retten“, sagte Fuchs am Donnerstag. Mittel des Bundes aus Steuergeldern könnten nicht zur Verfügung gestellt werden. Zugleich sagte der CDU-Politiker, dass der Bund den Beschäftigten aber über die Arbeitsagentur helfen könne, etwa mit dem Insolvenzgeld. Zudem werde die Agentur sicher bei der Schaffung einer Transfergesellschaft mitarbeiten, erklärte Fuchs.

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Diese sind aber umstritten. In solchen TGS werden die Mitarbeiter der Pleite-Unternehmen bis zu einem Jahr lang gecoacht und weitervermittelt. In der Zeit beziehen sie Transfer-Kurzarbeitergeld. Nach einer Erhebung der DGB-eigenen Hans-Böckler-Stiftung finden aber nur rund 44 Prozent der Transfer-Teilnehmer neue Jobs.

Transfergesellschaften Mitarbeiter bequem loswerden

Sie sind ebenso nützlich wie umstritten: Transfergesellschaften sollen in der Schlecker-Pleite den Angestellten die Arbeitslosigkeit ersparen.

Schlecker-Mitarbeiter demonstrieren für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze Quelle: dpa

Auch der Verein zur Rettung Schleckers dürfte wenig Chancen haben, die Mitarbeiter vor der Arbeitslosigkeit zu schützen. Das Angebot der Drogeriekonkurrenz Rossmann, 1000 Mitarbeiter zu übernehmen, ist ebenfalls nur ein Tropfen auf dem heißen Stein - übrig bleiben immer noch 11.000 Angestellte. Deren größtes Problem ist ihre Verteilung über die Republik. So ist es kaum möglich, alle Angestellten unter einen Hut zu bekommen und weiterzuqualifizieren, wie es bei großen Werksschließungen möglich wäre. Und Weiterbildungen und Coachings dürften den Mitarbeitern des Pleite-Unternehmens bei der weiteren Jobsuche sehr nützlich sein.

Quelle:  dpa
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