Drogeriemarktdrama: Das Ende von Schlecker ist besiegelt

Drogeriemarktdrama: Das Ende von Schlecker ist besiegelt

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Es ist vorbei. Schlecker wird zerschlagen.

von Rebecca Eisert

Jetzt hat das Drama um Schlecker ein Ende. Für das Geschäftsmodell des Drogeriediscounters gibt es keine Perspektive. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hat die Zerschlagung verkündet.

"Die Angebote waren nicht akzeptabel, weil sie deutlich unter einer Zerschlagung lagen“, erläutert der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. Für die Mitarbeiterinnen des Drogeriemarkts ist es ein Ende mit Schrecken. 13.200 Mitarbeiter werden im Herbst auf der Straße stehen. Nun wird Geiwitz die Verhandlungen mit dem Betriebsrat um den Abschluss eines Interessenausgleichs und Sozialplans kurzfristig aufnehmen und die Kündigungen voraussichtlich bis Ende Juni 2012 versenden. Gewerkschaftsvertreter hatten bis zuletzt auf ein Wunder gehofft. In den vergangenen Wochen hatte sich die Investorensuche zäh dahingeschleppt, immer mehr potenzielle Neubesitzer waren abgesprungen. Zuletzt blieben noch Cerberus und - kurz vor Schluss überraschend eingestiegen - Karstadt-Retter Nicolas Berggruen.

Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz kommentierte das endgültige Aus mit den Worten: „Ich bedaure diese Entscheidung im Hinblick auf die vielen, zum Teil langjährigen Schlecker-Mitarbeiter sehr, die jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren“. Glücklich kann Geiwitz über das Ergebnis seiner Bemühungen tatsächlich nicht sein. Die hauptsächlich weiblichen Schlecker-Angestellten werden es schwer haben, einen neue Arbeitsstelle zu finden.

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Was passiert jetzt mit Schlecker?

  • Entlassungen

    Die restlichen Schlecker-Mitarbeiter werden im Juli entlassen. Nach der dreimonatigen Kündigungsfrist werden im Herbst rund 13.000 Menschen im Einzelhandel einen neuen Job suchen. Ein paar hundert könnten beim Drogeriekonkurrenten Rossmann unterkommen. Er hatte bereits kurz nach Bekanntwerden der Schlecker-Pleite davon gesprochen neue Märkte eröffnen zu wollen, dafür brauche er Personal.

  • Gläubiger

    Der größte Gläubiger, der Versicherer Euler Hermes, erhält die Erlöse aus dem Verkauf der Waren. Alles, was zu Geld gemacht werden kann - Ladeninventar etwa - wird verkauft und unter den Gläubigern verteilt.

  • Ladenflächen

    Nur wenige Läden werden direkt einen neuen Mieter finden und an Konkurrenten wie Rossmann, DM oder auch an Kleidungsdiscouter wie Takko oder Kik abgegeben werden. Viele der Schlecker-Filialen in ländlichen Gegenden litten unter ihrem wenig attraktiven Standort.

  • Rabattschlacht

    Die verbliebenen Schlecker-Läden müssen nun möglichst rasch ihre Regale leeren. Die Kunden dürfen sich auf kräftige Rabatte freuen.

Doch Geiwitz hatte von Anfang an deutlich gemacht, dass eine Sanierung von Schlecker nur gelingen könne, wenn alle Maßnahmen voll wirksam ineinandergreifen. „Wir haben es geschafft, den Verlust des Unternehmens von über 200 Millionen Euro auf circa 25 Millionen Euro Verlust zu reduzieren. Das ist einerseits zwar ein großer Erfolg, andererseits aber immer noch ein Verlust - und den darf ein Insolvenzverwalter auf Dauer nicht machen.“ Zudem habe die mit über 4.400 unerwartet hohe Zahl an Kündigungsschutzklagen den Investorenprozess enorm erschwert und im Endergebnis den Verkauf des Unternehmens als Ganzes unmöglich gemacht, erklärte Geiwitz.

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Schlecker-Mitarbeiter nach dem Scheitern der Transferunion dazu aufgefordert, gegen ihre Entlassung mit Kündigungsschutzklagen vorzugehen. Obwohl die Aussichten auf einen Erfolg der Klagen von vornherein als gering eingestuft wurden, waren sehr viele ehemalige Angestellte dem Aufruf gefolgt - wohl in der Hoffnung zumindest noch eine kleine Abfindung zu bekommen. Auch auf die Forderung von Geiwitz, die Schlecker-Mitarbeiter sollten für einen begrenzten Zeitraum auf 15 Prozent des Lohns sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichten, um Schlecker für Investoren attraktiver zu machen, reagierten die Gewerkschaften ablehnend. Erst vor zwei Tagen gingen die Arbeitnehmer-Vertreter auf den Insolvenzverwalter zu, boten an auf 10,5 Prozent Lohn zu verzichten. Zu spät.

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