Drogeriemarktpleite: Schlecker-Kinder brechen ihr Schweigen

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Drogeriemarktpleite: Schlecker-Kinder brechen ihr Schweigen

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Lars und Meike Schlecker vor der Unternehmenszentrale der Schlecker-Drogeriemärkte. Sie haben sich erstmals öffentlich zur Insolvenz des Familienunternehmens geäußert.

von Rebecca Eisert

Das Schlecker-Management fiel in den Monaten der Insolvenz durch anhaltendes Schweigen auf. Jetzt äußern sich Meike und Lars Schlecker erstmals ausführlich.

"Es ist ein Schock, eine Tragödie und ein Desaster", schreiben die Kinder des Drogerie-Discount-Gründers Anton Schlecker. Das Lebenswerk der Eltern sei "komplett zusammengebrochen", aber auch sie - die Kinder - lägen oft wach und grübelten. Die Firma sei der Lebensinhalt gewesen, "und jetzt ist da erstmal ein großes Nichts". Mit diesen Worten leiten Meike und Lars Schlecker ihr erstes umfassendes Statement zum Niedergang des Schlecker-Imperiums ein.

Das Mitleid mit der Eigentümerfamilie hält sich in Grenzen. Auch wenn sie betont, wie sehr sie das Schicksal der Schlecker-Mitarbeiter schmerze und wie positiv sich das Verhältnis zur Gewerkschaft Verdi im Laufe der Jahre entwickelt habe. Fakt ist: Anton Schlecker trägt Schuld an einer der größten Pleiten im deutschen Einzelhandel. Eine Entschuldigung bei den Mitarbeitern wäre längst fällig gewesen. Monatelang mussten diese jedoch auf ein Wort des Bedauerns aus dem Munde des Schlecker-Managements warten.

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Zu harmlos klingt jetzt, wo die Filialen ihre Regale für immer leeren, die Formulierung, die Insolvenz sei sicher "auch" das Ergebnis unternehmerischer Fehlentscheidungen der vergangenen Jahre gewesen. Man habe zu spät begonnen, konsequent gegenzusteuern. Das Wachstumsmodell sei "zum Wackelstein" geworden. Die Sortimente, Preise sowie die Ladengestaltung und das Marketing hätten nicht mehr schnell genug angepasst werden können. Das klingt gerade so, als seien die Kunden bei Schlecker ganz plötzlich ausgeblieben, die finanzielle Situation von heute auf morgen nicht mehr überschaubar gewesen.

Konkurrenz war Schlecker auf den Fersen

Richtig ist jedoch, dass die Konkurrenten dm und Rossmann Schlecker seit Jahren auf den Fersen waren. Vor allem dm positionierte sich als modernes, nachhaltiges Unternehmen. Schuf in den hellen, modern gestalteten Geschäften eine Atmosphäre, in der sich Kunden wohl fühlten und deshalb lieber dort als in den dunklen, engen Geschäften der Schlecker-Kette ihr Geld ließen. Wenn das Schlecker-Management schreibt, Ladengestaltung und Marketing hätten nicht schnell genug angepasst werden können, muss es sich die Frage gefallen lassen: Wann hat ein Mitglied der Familie Schlecker erstmals eine dm- oder Rossmann-Filiale betreten? Die Konkurrenz schlich nicht auf leisen Sohlen im Nebel von hinten heran - sie walzte wie ein Bulldozer mit 180 Stundenkilometern geradewegs auf Schlecker zu. Im Geschäftsjahr 2010 war der europaweite Umsatz von Schlecker bereits um rund 650 Millionen Euro auf 6,55 Milliarden Euro gesunken. Wie erklärte sich das Schlecker-Management diese massiven Rückgänge?

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