Drogeriepleite: Schlecker-Insolvenzverwalter schlägt Alarm

Drogeriepleite: Schlecker-Insolvenzverwalter schlägt Alarm

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Bayern bürgt mit 11 Millionen Euro für den Schlecker-Kredit der KfW.

Noch immer sind die Transfergesellschaften für die 11.000 Schlecker-Mitarbeiter nicht gesichert. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz watrnt, dass ohne sie der Verkauf der Drogeriekette scheitern könnte.

„Wenn es keine Transfergesellschaften gibt, kommen laut Fachleuten Tausende von Kündigungsschutzklagen auf Schlecker zu. Wenn das so ist, wäre der Investorenprozess massiv gestört“, sagte Geiwitz.

Um 7000 bis 10.000 der zumeist weiblichen Schlecker-Mitarbeiter nach der Schließung von 2200 Filialen für mindestens sechs Monate weiter zu beschäftigen, ist ein Überbrückungskredit von 71 Millionen Euro nötig, für den alle 16 Bundesländer bürgen sollen. Geiwitz hatte verbindliche Zusagen bis Mittwoch gefordert - sonst müsse den betroffenen Schlecker-Frauen noch in dieser Woche gekündigt werden.

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Die bayerische Landesregierung sagte ihren Anteil von 10,7 Millionen Euro an der Bürgschaft zu. Baden-Württemberg, das als Land mit dem Schlecker-Firmensitz die Federführung hat, will am Mittwoch entscheiden. Legt sich nur eines der 16 Länder quer, ist der Massekredit gescheitert. Finanzminister Nils Schmid bekräftigte, sein Land werde nur bei Unterstützung aller in Vorleistung gehen. Hessen signalisierte schon Zustimmung.

Transfergesellschaften Keine Staatshilfe für Schlecker

Warum die Politik von einer Transfergesellschaft für die 11.000 Schlecker-Mitarbeiter die Finger lassen sollte.

Demonstration von Schlecker-Mitarbeiterinnen Quelle: dpa

Geiwitz gab sich nach einer Telefon-Konferenz mit den Ministern zuversichtlich: „Es gab noch keine Zustimmung, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass man den Kredit besonders kritisch sieht“, sagte er. Auch ein Gutachten der Wirtschaftsprüfer von PwC war zu dem Schluss gekommen, dass die Bürgschaft für das KfW-Darlehen trotz schlechter Aussichten für Schlecker noch vertretbar sei. Tilgen will Geiwitz den Kredit mit dem Erlös aus dem Verkauf etwa von Auslandstöchtern von Schlecker. „Klar ist, dass wir das nicht aus der Betriebsfortführung zurückzahlen können“, betonte er. Schlecker werde in diesem Jahr nur eine schwarze Null schreiben.

"Haar in der Suppe"

Der Insolvenzverwalter fürchtet, dass die politische Debatte bei vielen Mitarbeitern für so viel Verunsicherung gesorgt hat, dass sie gar nicht erst in die Beschäftigungsgesellschaft wechseln wollen. Vor allem die FDP hatte sich gegen staatliche Hilfen gewandt, das von Parteichef Philipp Rösler geleitete Bundeswirtschaftsministerium hatte eine Beteiligung abgelehnt.

„Da sucht man immer das Haar in der Suppe“, ärgert sich Geiwitz. Der Vorsitzende der Monopolkommission der Bundesregierung, Justus Haucap, sprach sich gegen Transfergesellschaften aus. „In der Tat könnten hier die Marktwirtschaftler in allen Parteien mehr Flagge zeigen“, sagte er „Handelsblatt Online“. Die Vermittlung der Schlecker-Angestellten sei Aufgabe der Bundesagentur für Arbeit. „Gerade im Fall Schlecker wird die das auch viel besser können als eine Transfergesellschaft, weil die Angestellten ja durch ganz Deutschland verteilt sind und nicht regional konzentriert.“

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