E-Bike-Hype: Vom Seniorenrad zum Lifestyle-Produkt

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E-Bike-Hype: Vom Seniorenrad zum Lifestyle-Produkt

von Stephan Happel

1,6 Millionen E-Bikes und Pedelecs rollen durch Deutschland. Häufig sind ihre Fahrer über 50. Jetzt wollen die Elektro-Radhersteller auch jüngere Radler auf den Geschmack bringen.

Die letzten Meter bis zur Bergspitze: Der Schweiß läuft, die Kraft geht. Doch der Mountainbiker hat Glück, in seinem Rad ist die Unterstützung gleich eingebaut. Gut versteckt im breiten Rahmen surrt ein kleiner Elektroantrieb. Er hilft bei jedem Pedaltritt des Sportlers mit, macht den Weg nach ganz Oben einfacher.

Was früher als undenkbar galt, ist keine Zukunftsmusik mehr. E-Bikes und Pedelecs entwickeln sich von der Fahrhilfe für Seniorenradler zum Produkt für Jedermann. Für 2014 haben die Fahrradhersteller die neuen Zielgruppen noch mehr ins Visier genommen. Die E-Biker der Zukunft sind jung und sportlich. Sie fahren zum Supermarkt, ins Büro oder einfach querfeldein.

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“Es gibt einen Wandel in der Gesellschaft”, sagt Karen Greiderer. Sie ist Sprecherin der Fahrradmesse VeloBerlin, auf der am 29. und 30. März die Trends für die kommende Rad-Saison präsentiert werden. Einer der großen ist für Greiderer bereits im Vorfeld klar: “Die Tendenz bei unseren Ausstellern geht klar in Richtung Elektro-Rad. Viele Fahrradhersteller haben sie im Angebot.”

Schnelles Vergnügen mit hoher Unfallgefahr Das brummende Geschäft mit dem E-Bike-Hype

Das E-Bike setzt seinen Siegeszug fort, die Absatzzahlen hierzulande steigen beständig. Doch eine Untersuchung zeigt: Jene, die ein E-Bike fahren, können oftmals mit dem schnellen Untersatz nicht richtig umgehen.

Quelle: dpa/Montage

Das Geschäft mit E-Bikes und Pedelecs läuft seit Jahren hervorragend. Während die Gesamtzahl der 2013 verkauften Fahrräder im Vorjahresvergleich um vier Prozent auf insgesamt 3,8 Millionen sank, stieg die der E-Bikes: Mehr als jeder zehnte Fahrradkäufer entschied sich für einen Drahtesel mit Zusatzpower. 410.000 Räder mit Elektroantrieb wurden insgesamt verkauft - ein Plus von acht Prozent. Allerdings ist das Wachstum nicht mehr so rasant wie in den vergangenen Jahren. “Wir haben sehr gute Zuwachsraten”, sagt Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV), “aber die Boom-Zeiten sind erstmal vorbei.”

Die neuen Zielgruppen

Das liegt auch daran, dass die ursprüngliche Zielgruppe der über 50-Jährigen begrenzt ist. “Das ist aber nach wie vor unsere Kerngruppe”, sagt Neuberger. “Sie wird auch in Zukunft von großer Bedeutung sein.” Der demografische Wandel spielt den Fahrradbauern in die Hände. Doch die Grenzen sind schon jetzt absehbar. “Natürlich findet im Bereich der Best-Ager eine gewisse Marktsättigung statt”, sagt Susanne Puello. Die 53-Jährige muss es wissen. Puello ist Geschäftsführerin der deutschen Winora Group.

Seit 100 Jahren stellt das familiengeführte Unternehmen Fahrräder her. 2008 stieg es in den Markt für Räder mit Elektroantrieb ein. Fünf Jahre später macht die Gruppe mit Pedelecs und E-Bikes bereits mehr 60 Prozent des Umsatzes. Das Geschäft mit den Seniorenradlern läuft gut, aber Puello will mehr. “Wir müssen Zielgruppen machen”, sagt sie energisch. Ihr Plan: Neue Kunden gewinnen, selbst wenn die noch gar wissen, dass sie ein E-Bike brauchen.

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