E-Commerce: "90 Prozent aller reinen Online-Shops werden nicht überleben"

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exklusivE-Commerce: "90 Prozent aller reinen Online-Shops werden nicht überleben"

von Henryk Hielscher

Im boomenden Online-Handel gibt es nur wenige Gewinner. Die große Mehrheit der Anbieter wird in den nächsten sieben Jahren eingehen, sagt Experte Nikolaus Mohr. Im Exklusiv-Interview mit der WirtschaftsWoche erklärt er, warum.

Herr Mohr, das Wachstum im E-Commerce ist ungebrochen und macht dem stationären Handel zu schaffen. Goldene Zeiten also für Online-Händler?

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Nicht unbedingt. Dass der traditionelle Handel in seiner derzeitigen Form massiv unter Druck geraten ist und wir in den kommenden Jahren mit Marktaustritten rechnen müssen, ist bekannt. Die entscheidenden Fragen lauten, zu welchen Online-Wettbewerbern die Umsätze abfließen werden und wie viele Shops im Netz davon letztlich profitieren werden. Gemeinsam mit dem E-Commerce-Experten Kai Hudetz vom Electronic Commerce Center Köln (ECC Köln) haben wir das Thema analysiert und eine Vielzahl von Studien, die am Institut für Handelsforschung  entstanden sind, ausgewertet.

Was kam dabei heraus?

Die Erosion im Handel ist gewaltig – Online wie Offline. Bis zu 78.000  - also rund 30 Prozent aller stationären Filialen - werden bis zum Jahr 2020 schließen, so eine Prognose des IFH. Weitere 40 Prozent werden nur überleben, wenn es ihnen gelingt, ihr Geschäftsmodell grundlegend zu verändern. Aber auch ein Großteil der heute existierenden Online-Shops  hat auf Dauer keine Chance, wenn sie sich nicht von ihren bisherigen 08/15-Ansätzen trennen.

Prof. Dr. Nikolaus Mohr im Interview mit WirtschaftsWoche. (zum Vergrößern bitte anklicken) Quelle: Presse

Prof. Dr. Nikolaus Mohr im Interview mit WirtschaftsWoche. (zum Vergrößern bitte anklicken)

Bild: Presse

Wie viele Online-Shops werden nach Ihrer Prognose bis 2020 auf der Strecke bleiben?

90 Prozent aller reinen Online-Shops werden nicht überleben.

Mit Verlaub, das klingt nach Panikmache. Warum sollten so viele Shops in den kommenden Jahren schließen?

Die Preistransparenz im Netz sorgt für einen gnadenlosen Wettbewerb. Die Marketingkosten, um zum Beispiel über Suchmaschinen wie Google potenzielle Kunden auf die Internetseiten eines Shops zu locken, sind immens. Zudem schicken gerade die deutschen Verbraucher viele Waren als Retouren zurück. All das führt dazu, dass viele kleinere Shops Verluste schreiben oder die Gewinnmargen so gering ausfallen, dass am Ende nichts mehr für Investitionen übrig bleibt. Selbst der Online-Modehändler Zalando, das wohl prominenteste deutsche Internetunternehmen, schreibt noch immer Verluste. Das zeigt, wie schwierig die Lage in der Branche ist.

Die Margen der Berliner steigen und in der Kernregion - Deutschland-Österreich und Schweiz – ist das Unternehmen allen Retouren zum Trotz profitabel.

Auf Konzernebene sieht es bei Zalando anders aus. Womöglich schafft es das Unternehmen auch irgendwann in die Gewinnzone. Entscheidend ist aber, wie lange dieser Prozess dauert. Das halten nur sehr wenige Unternehmen durch.

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