E-Commerce: Die Schnäppchenfalle der Online-Händler

E-Commerce: Die Schnäppchenfalle der Online-Händler

, aktualisiert 09. April 2017, 12:42 Uhr
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Shoppen im virtuellen Kaufhaus: Kunden droht die Schnäppchenfalle.

Quelle:Handelsblatt Online

Nicht immer sind Schnäppchen im virtuellen Kaufhaus tatsächlich günstig. Das hat ein Test eines Preisvergleichsportals aufgedeckt. Was Verbraucherschützer Kunden raten, um preiswerte Angebote im Netz zu ergattern.

Wer kennt das nicht. Das Herz schlägt schneller, wenn das Wunschprodukt im Schlussverkauf erhältlich ist. Doch nicht immer sind die vermeintlichen Schnäppchen tatsächlich günstig. Das bestätigt jetzt ein Test des Portals „guenstiger.de“. Verglichen wurden dabei 127 Rabattaktionen von acht verschiedenen Online-Shops mit den Preisen anderer Anbieter in den Bereichen Unterhaltungs- und Haushaltselektronik. Das Ergebnis ist ernüchternd: Bei knapp einem Drittel der untersuchten Angebote wurde im Internet ein günstigerer Preis bei Wettbewerbern gefunden.

Preisfallen im Onlinehandel sind für Verbraucherzentralen nichts Neues. Ein Sonderangebot müsse nicht zwangsläufig das preiswerteste sein, hat auch Georg Tryba, Sprecher bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen beobachtet. Sein Rat: Kunden sollten beim Kauf von Sonderangeboten stets misstrauisch sein.

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Ein Beispiel aus dem Test des Preisvergleichsportals „günstiger.de“: Der Online-Shop „redcoon“ aus dem Hause Media-Markt-Saturn hat eine Kaffeemaschine von DeLonghi für 115 Euro angeboten, während das gleiche Gerät bei der Konkurrenz für 60 Euro erhältlich war. Im Schnitt zahlten Kunden bei Sonderangeboten von „redcoon“ acht Prozent mehr als bei anderen Onlineanbietern, so das Ergebnis des Tests.

Das ist erstaunlich: Hatte doch noch 2014 eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Service-Qualität ergeben, dass „redcoon“ die attraktivsten Preise habe. Auf Handelsblatt-Nachfrage erklärte ein Sprecher des Unternehmens: „Bei dem Preis der Kaffeemaschine handelte es sich um einen Aktualisierungsfehler. Das Produkt wurde – nachdem es kein Sonderangebot war – fälschlicherweise weiterhin in der Rubrik Schnäppchen angezeigt. Wir arbeiten an technischen Lösungen, um solche Fälle zukünftig noch besser ausschließen zu können.“

Doch auch andere Anbieter fielen im Test mit unattraktiven Angeboten auf. So wurde ein Standmixer von WMF im „%Sale%“ bei „otto.de“ für 43,45 Euro angeboten, während er bei der Konkurrenz 28 Prozent günstiger zu haben war. „Computeruniverse“ bot bei seinem „Technik-WSV“ im Schnitt sechs Prozent höhere Preise an.

Bei welchem Anbieter kann man denn tatsächlich noch ein Schnäppchen machen? Bei Angeboten im „Wahnsinns Schnell Verkauf“ von Media Markt konnte „guenstiger.de“ bei den Stichproben im Schnitt rund 16 Prozent gegenüber anderen Anbietern einsparen. Auch die „Blitzangebote“ von Amazon sind mehrheitlich preiswerter. Dennoch gab es sowohl bei Media Markt als auch bei Amazon vereinzelte Angebote, die sich nicht ausgezahlt haben.

Doch blindes Vertrauen ist bei keinem Händler ratsam. Verbraucherschützer Tryba rät im Gespräch mit dem Handelsblatt, sich vor dem Kauf mit unabhängigen Tests, beispielsweise von der Stiftung Warentest, über das Produkt zu informieren. Anschließend können Preissuchmaschinen wie „guenstiger.de“, „check24.de“ oder „preisvergleich.de“, hilfreich sein, um den günstigsten Preis zu ermitteln.

Wichtig sei es, immer mehr als eine Suchmaschine zu verwenden. Bei Stichproben kam die Verbraucherzentrale zu dem Ergebnis, dass der niedrigste Preis auch bei Preissuchmaschinen nicht immer an erster Stelle gelistet wird, weshalb der Vergleich mit mehreren solcher Portale parallel wichtig sei.

Entscheide man sich schließlich für einen Anbieter, sollte der Verbraucher auf eine sichere Bezahlungsmethode achten, sagte Verbraucherschützer Tryba. Das seien unter anderem Lastschrift, PayPal oder der Kauf auf Rechnung.

Quelle:  Handelsblatt Online
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