E-Commerce: Diese Supermärkte bieten online Lebensmittel an

E-Commerce: Diese Supermärkte bieten online Lebensmittel an

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Rewe, Kaiser's Tengelmann und Edeka liefern in einigen Regionen Deutschlands frische Lebensmittel nach Hause.

von Lisa Oenning

Kaufland will seine Lebensmittel künftig auch online verkaufen. Die Supermarktkette ist spät dran: Mitbewerber wie Rewe und Lidl rüsten sich schon seit Jahren gegen den möglichen Start von Amazon Fresh.

Die Supermarktkette Kaufland will ihre Produkte bald auch online an den Mann bringen. "Aktuell arbeiten wir daran, unsere E-Business-Aktivitäten zu entwickeln, zu implementieren und zu betreiben", sagt eine Sprecherin auf Anfrage von WirtschaftsWoche Online. Wann der Online-Shop an den Start geht und in welchen Städten der Service verfügbar sein wird – dazu will sie keine Angaben machen. Nur soviel: "Da im stationären Handel Lebensmittel den Schwerpunkt unseres Angebots bilden, werden diese auch bei unserem zukünftigen Online-Handel eine Rolle spielen."

Mit dem Einstieg in den Online-Handel ist Kaufland spät dran. Mitbewerber wie Rewe, Lidl, Kaiser's Tengelmann und Edeka bieten schon seit Längerem ausgewählte Produkte im Internet an, die sie den Kunden teilweise versandkostenfrei nach Hause liefern.

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Obwohl die Supermärkte in dem Ausbau ihres Online-Geschäfts unterschiedlich weit sind, ist ihnen doch eines gemein: Sie alle fürchten den Start von Amazon Fresh in Deutschland, den Experten bereits für 2015 erwarten.

Zwar äußert sich Amazon bislang nicht dazu, ob der weltweit größte Online-Händler bald auch frische Lebensmittel in Deutschland online verkaufen wird. Experten deuten den Start von Amazon Panty – also den Verkauf haltbarer Lebensmittel – und die Zustellung von Waren am Tag der Bestellung als Vorboten von Amazon Fresh. "Wir müssen jetzt dabei sein, sonst nehmen uns andere das Geschäft ab", sagte Rewe-Chef Alain Caparros im Juli 2015 in einem Interview mit der WirtschaftsWoche.

Die größten Lebensmittelhändler Deutschlands

  • Platz 10

    Globus

    Bruttoumsatz 2015: 4,82 Milliarden Euro

  • Platz 9

    Rossmann

    Bruttoumsatz 2015: 5,75 Milliarden Euro

  • Platz 8

    dm Drogeriemarkt

    Umsatz in Deutschland: 7,03 Milliarden Euro

  • Platz 7

    Tengelmann-Gruppe

    Bruttoumsatz 2015: 7,7 Milliarden Euro ( Außenumsatz aller Vertriebsbereiche (Obi inkl. Franchisenehmer))

  • Platz 6

    Lekkerland

    Bruttoumsatz 2015: 9,08 Milliarden Euro

  • Platz 5

    Metro (Real, Cash & Carry)
    Bruttoumsatz 2015: 26,13 Milliarden Euro (Schätzung)

  • Platz 4

    Aldi (Nord und Süd)
    Bruttoumsatz 2015: 27,8 Milliarden Euro (Schätzung)

  • Platz 3

    Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland)
    Bruttoumsatz 2015: 34,54 Milliarden Euro (Schätzung)

  • Platz 2

    Rewe-Gruppe
    Bruttoumsatz 2015: 39,61 Milliarden Euro

  • Platz 1

    Edeka (inkl. Netto)
    Bruttoumsatz 2015: 53,28 Milliarden Euro

    Quelle: TradeDimensions / Statista

Denn der Online-Lebensmittelhandel wächst rasant. Während 2012 einer von zehn Online-Shoppern Lebensmittel im Internet bestellte, sind es heute fast dreimal so viele, wie aus einer Studie des Digitalverbandes Bitkom hervorgeht. Fast die Hälfte kauft die Produkte in Online-Shops von Supermärkten, die auch stationären Handel betreiben. Neun von zehn Lebensmittel-Shoppern kaufen haltbare Produkte wie Nudeln oder Mehl ein. Jeder Dritte auch frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse. Edeka bietet die leicht verderblichen Lebensmittel nur in Norddeutschland an, Kaiser's Tengelmanns Lieferdienst Bringmeister in München und Berlin. Rewe ist die einzige Supermarkt-Kette aus dem stationären Handel, welche die frischen Waren in allen Ballungszentren online verkauft.

Mit ihrem Start im Jahr 2011 hat sich die Supermarkt-Kette den Vorreiter-Platz im Online-Lebensmittelhandel gesichert. 200 Mitarbeiter kümmern sich mittlerweile um das Digitalgeschäft. In 75 deutschen Städten liefert Rewe Produkte aus. Momentan läuft es gut – doch wie sich das Geschäft in Zukunft entwickeln wird, darüber kann der Rewe-Chef nur eine vage Vorhersage treffen. "Die Prognosen für das Jahr 2020 reichen von 6 bis 20 Milliarden Euro Umsatz", sagt Caparros.

Amazon Fresh Wie Amazon die Online-Supermärkte herausfordert

Mit seinem Dienst „Fresh“ startet Amazon den nächsten Eroberungszug in Europa. Vor allem mit seinem Lebensmitteldienst könnte der Online-Riese die Branche aufmischen. Der Start in Deutschland ist nur eine Frage der Zeit.

In den USA fährt Amazon Fresh mit eigenen Kühltransportern durch die Straßen. Schon bald könnten die grünen Trucks auch in Deutschland zu sehen sein.

Auch wenn Lidl neben Technikgeräten und Kleidung bisher nur haltbare Lebensmittel anbietet, läuft das Geschäft für den Discounter laut eigener Aussage gut. "Wir sind mit der aktuellen Entwicklung unseres Online-Geschäfts sehr zufrieden", sagte ein Sprecher gegenüber WirtschaftsWoche Online. Wie bei Mitbewerber Amazon können Kunden bei Lidl eine Box mit zusammengestellten Produkten bestellen, die der Discounter seinen Kunden ab einem Bestellwert von 30 Euro kostenlos nach Hause liefert.

Real und Aldi zögern

Während Rewe, Kaiser's Tengelmann und Lidl ihr Online-Geschäft ausbauen, zeigen sich Mitbewerber wie Aldi und Real skeptisch gegenüber dem Verkauf im Internet. Im Online-Shop des Discounters Aldi finden die Kunden bisher nur Non-Food-Produkte wie Reisen, Blumen oder Fotos. Das wird vermutlich auch in Zukunft so bleiben: "Wir haben uns konsequent dem Discountprinzip verschrieben", heißt es seitens des Unternehmens. "Wir bieten unseren Kunden Waren zu seinem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis an und sehen derzeit keine Möglichkeit, diesen Anspruch in einem Online-Shop umzusetzen."

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Real schließt im Gegensatz zu Aldi zwar nicht vollkommen den Handel mit Lebensmitteln aus. Aber: "Wir bleiben im Online-Handel mit Lebensmitteln skeptisch", sagte Metro-Chef Olaf Koch vor Analysten. Deshalb könne er sich den Online-Lebensmittelhandel bei Real derzeit nur im kleinen Stil vorstellen. Gründe dafür seien der Preiskampf in Deutschland sowie die Kosten der Auslieferung.

Denn bei der Zustellung von Lebensmitteln ist vor allem die letzte Meile – also die Lieferung aus dem Lager zum Kunden – problematisch und teuer. Beim Einkauf vor Ort sucht sich der Kunde selbst das beste Produkt aus – und wenn er mal daneben greift, ärgert er sich über sich selbst. Wenn ein Supermarkt ihm die Ware aber nach Hause liefert, muss sie einwandfrei sein, weil der Einzelhändler sonst den Kunden verliert.

Hinzu kommt, dass die Unternehmen durch die genaueren Lebensmittelkontrollen höhere Ausschusskosten haben. Und im Gegensatz zu anderen Produkten müssen Lebensmittel viel aufwendiger verpackt werden. Das ist kostspieliger und weniger umweltfreundlich.

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