E-Commerce: Warren Buffetts Eisenbahn wird zum Drohnenpionier

E-Commerce: Warren Buffetts Eisenbahn wird zum Drohnenpionier

, aktualisiert 04. September 2016, 09:05 Uhr
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Das Unternehmen betreibt ein Schienennetz in einem dünn besiedelten Raum – ideales Territorium für die Drohnenüberwachung.

Quelle:Handelsblatt Online

Das Eisenbahnunternehmen BNSF gehört zu Warren Buffetts Lieblingen in seinem Portfolio. Das 167 Jahre alte Firma setzt jetzt verstärkt Drohnen ein – und leistet dabei wichtige Pionierarbeit für Amazon und Co.

Bevor Online-Händler damit beginnen können, Pakete an ihre Kunden mit Drohnen auszuliefern, muss in den USA ein 167 Jahre altes Eisenbahn-Unternehmen helfen, den Weg dafür zu bereiten.

BNSF Railway fliegt Drohnen in der Wüste von New Mexico bis zu 240 Kilometer weit, um Schienen zu kontrollieren. Nebenbei hilft das Unternehmen der amerikanischen Flugbehörde Federal Aviation Administration (FAA), Regeln für den Betrieb unbemannter Flugzeuge – die sich außerhalb der Sichtweite ihres Steuermannes bewegen – zu entwickeln. Das ist ein wichtiger Schritt, bevor Amazon und andere Unternehmen mit der kommerziellen Nutzung von Drohnen beginnen können.

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„Wir mussten vieles von dem, was wir machen, von null aus erfinden. Es bereitet den Weg für eine Vielzahl anderer Anwender“, sagt Todd Graetz, Chef des Drohnen-Teams bei dem texanischen Eisenbahn-Unternehmen. Dessen Ursprünge gehen bis ins Jahr 1849 zurück. Derzeit wird BNSF vom Milliardär Warren Buffett kontrolliert.

Der „Heilige Gral“ ist letztlich, Drohnen weiter als die Distanz zu fliegen, die ihre Steuermänner vom Boden aus sehen können, sagt John Walker, Mitbegründer des Luftfahrt-Beratungsunternehmens Padina Group. Die potenziellen Nutzung – angefangen bei der Kontrolle von Schienen über das Auffinden von flüchtigen Verbrechern bis hin zu Organ-Transporten zu Krankenhäusern – wird seiner Meinung nach dem ähneln, was vor einem Jahrhundert passierte, als Flugzeuge unverzichtbar wurden.

„Es ist mitreißend. Wir bewegen uns jetzt in einen Bereich hinein, der der kommerzielle Markt ist“, sagt Walker, der einst in den Diensten der FAA stand.

Die FAA ist bemüht, Regeln für Drohen-Flüge über lange Distanzen aufzustellen, erklärt Earl Lawrence, der bei der Behörde für die Integration von unbemannten Flugzeug-Systemen verantwortlich ist. Bis vor kurzem hatte die FAA kommerzielle Drohnen-Flüge nur auf Einzelfall-Basis genehmigt.


„Wie isst man den Elefanten? Einen Biss nach dem andern“

Am vergangenen Montag begann die Behörde damit, Flüge bei Tageslicht auf Sichtweite zu erlauben, die bestimmte Voraussetzung erfüllen müssen. So dürfen sich die Drohnen beispielsweise nicht schneller als 160 Kilometer pro Stunde bewegen. „Wie isst man den Elefanten? Einen Biss nach dem andern“, sagt Lawrence. „Wir gehen die Sache schrittweise an. Wir bewegen uns von den weniger komplexen zu den komplexeren Dingen.“

Die FAA hat sich die Hilfe von BNSF und anderen Unternehmen an Bord geholt, um die Herausforderungen in einem Luftraum anzugehen, der die meisten Privatflieger der Welt beherbergt. BNSF, die zu Buffetts Berkshire Hathaway gehört, bringt dafür besonders gute Voraussetzungen mit. Das Unternehmen betreibt beispielsweise ein Schienennetz in einem dünn besiedelten Raum. Und Kommunikationstürme, die Teil des Sicherheitssystems für Züge sind, können für die Führung von Drohnen verwendet werden.

Unternehmen wie Google und der Online-Händler Amazon, der in Großbritannien über eine Erlaubnis für Testflüge außerhalb der Sichtweite verfügt, hatten die FAA dazu aufgefordert, beim Thema schneller voranzuschreiten Die Restaurantkette Domino’s Pizza gab vergangene Woche bekannt, dass sich die Firma mit dem Drohnen-Betreiber Flirtey zusammentut, um Pizza in Neuseeland auszuliefern. Der Service soll dort später in diesem Jahr getestet werden.

„Wir arbeiten mit Aufsehern und Entscheidungsträger in vielen Ländern zusammen und werden daran festhalten“, sagt Kristen Kish, Sprecherin von Amazon. „Wir freuen uns darauf, Drohnen zu nutzen, um Pakete innerhalb von 30 Minuten zu Kunden in der ganzen Welt sicher auszuliefern.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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